Wir schreiben das Jahr 1939,die Weltwirtschaftskrise dauerte nun schon 10 Jahre an,überall in Amerika herrschte Arbeitslosigkeit und Armut,die meisten Farmer hatten ihre Farmen verlassen und suchten Arbeit in den großen Städten.
Einer der wenigen die noch geblieben sind,waren die Eltern von Jessica Johanna,einem aufgeweckten jungen Mädchen,das dort mit ihren Eltern und Großeltern lebte.Sie sah oft in das besorgte Gesicht ihres Vaters und wusste,das auch sie bald hier weg mussten,wenn sie überleben wollten.
Ihre Farm lag in einer trostlosen Gegend,weit und breit kein Nachbar mehr,die nahegelegene Strasse war kaum noch befahren,ausser wenn der Postwagen kam,doch ausser Rechnungen und die neueste Zeitung,war eh nie was dabei.Jessis Opa sass auf der Veranda in seinem alten klapprigen Schaukelstuhl,las die Zeitung und aus dem alten Radio krächzte Sidney Bechets Sopransaxophon klagend Summertime.Es wird Krieg geben in Europa sagte er zu Jessi,die neben ihm saß und in die trotlose Ferne blickte.Wird der Krieg auch zu uns kommen,sagte Jess...Nein,mein Kind,sagte er,Europa ist weit,sollen die sich ruhig die Köpfe einschlagen,uns betrifft das alles nicht.
So verging wieder ein Tag,wie alle Tage vergingen,ohne das irgendwas passiert wäre,man legte sich schlafen,stand am Morgen auf und wartete darauf wieder ins Bett zu gehn.
Zur gleichen Zeit in Deutschland lebte Jennifer Vanessa mit ihren Eltern,ihnen ging es recht gut,da ihr Vater Arbeit in einem Stahlwerk hatte,die Produktion lief auf Hochtouren und so verdiente er recht gut für die damalige Zeit.
Jennys Eltern waren in Sorge,das es Krieg geben würde,überall hörte man Hetzparolen und man musste aufpassen was man sagte,wollte man nicht in irgendeinem Lager verschwinden.Jenny hörte heimlich im Radio ihre geliebte Swing Musik,auch wenn es verboten war,was ihre Eltern gar nicht mochten,da sie fürchteten,das jemand sie anschwärzt.Muss die immer diese Musik hören,sagte ihre Mutter,irgendwann gehts mal schief und dann ? Ach,lachte sie,ich mache es so leise,das kann niemand mitbekommen.Wenn du nur recht hast,Kind,sagte ihre Mutter. Da Jennys Eltern nicht in der Partei waren,mussten sie doppelt Acht geben,wurden sie doch eh schon schief angeschaut deswegen,aber sie blieben sich selber treu und wollten nichts mit solchen Leuten zutun haben,die nur Terror und Gewalt über Deutschland brachten.
Auf der kleinen Farm in Amerika war es nun soweit,Jessis Eltern mussten fort,die Schulden war zu hoch,das Land wurde verkauft und man beschloss nach New York zu gehn,alles was man noch brauchen konnte wurde auf ihren alten Laster gepackt und fuhr Richtung New York.Jessi schaute sich nochmal um,da sie wusste,das sie nie mehr hierher wiederkehren würde.
Jessicas Eltern schafften es soeben noch ihren alten klapprigen LKW zum Bahnhof zu fahren bevor er seinen Geist komplett aufgab. Das geht ja gut los,fluchte ihr Vater und trat vor Wut gegen den Reifen....Dadurch wird es auch nicht besser,schnautzte ihre Mutter ihn an...Ihr ganzes Hab und Gut wurde in den Gepäckwagen verladen und die Reise nach New York konnte beginnen....Jetzt müssen wir erstmal sehen,das wir einen neuen Laster bekommen,das kostet wieder unnötig Geld,sagte Jessis Vater,doch sie hörte gar nicht hin und schaute statt dessen lieber aus dem Fenster,wie die Landschaft an ihnen vorüber zog...noch war alles trist und kahl,doch bald würden die ersten großen Städte an ihnen vorüber ziehen,bis,ja bis sie endlich am Ziel sind,sie konnte ihre Freunde kaum noch verbergen.
In Deutschland zur selben Zeit,traf sich Jennifer mit ihrer Freundin Esther zum letztenmal,ihre Eltern hatten beschlossen Deutschland zu verlassen und nach Amerika zu gehn,bevor man nicht mehr raus kam,weil sie Juden waren und eigentlich viel zu lange gewartet haben,weil ihre Eltern glaubten,der Spuk ginge wieder vorbei,doch sie hatten eingesehn,wenn nicht jetzt,wann dann...Jennifer drückte Esther nochmal fest an sich,denn sie wusste,es gibt wohl kein Wiedersehn,sie schaute ihnen noch nach,wie sie den Zug bestiegen und konnte ihre Tränen nicht zurück halten...Esther schaute aus dem Abteil und als der Zug losfuhr,lief Jenny nebenher und rief ihr zu,sie solle ihr schreiben,wenn sie am Ziel sicher angekommen wären...Als der Bahnsteig zu Ende ging schaute sie dem Zug noch lange nach,bis er gänzlich in der Ferne verschwand...gerne wäre sie mitgefahren in ein Land,wo alles möglich ist und sie ihre Helden sehen und hören konnte.
Jessi und ihre Eltern machten unter dessen ein kleines Schläfchen,da es Nacht wurde und ihr Ziel noch fern war,sie lauschte dem monotonen Geräusch des Zug,der durch die Nacht schlich,dann fielen auch ihr die Augen zu...
Plötzlich schlug sie die Augen auf und sah,das der Morgen graute,große Häuser standen links und rechts von den Schienen und sie wusste,das es nicht mehr weit war bis nach New York...Ihre Mutter packte schnell noch die letzten Brote aus,damit sie was im Magen hatten,wenn sie am Ziel waren...und dann sah sie,sie,die ersten Wolkenkratzer ihres Lebens,mit großen Augen schaute sie aus dem Fenster und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus,auch ihre Eltern schauten erstaunt auf die Riesen aus Stein und Metall,sowas hatten sie noch nie zuvor gesehn...dann war es endlich soweit der Zug fuhr in den Bahnhof dampfend ein und sie lachten sich an,in der Hoffnung hier ihr neues Glück zu finden...
Fortsetzung folgt...