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Die Phantastische Abenteuer des Raumschiffs Hydra... Kapitel 11

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Fürstin der Nacht
Dabei seit Feb. 2019
29.04.2019, 21:07 Uhr
Ersteller#1
Das Rennen

Wir kamen in ein System, in dem ein großes Asteroiden-Feld die Sonne umkreiste. Unsere Ortung funktionierte einwandfrei und es dauerte nicht lange, bis wir eine Weltraum-Station aufspürten. "Sollen wir uns die Station mal aus der Nähe anschauen?", fragte Lunaria Jane. "Immer, wenn wir uns etwas ansehen oder auf einem Planeten landen, stecken wir bis zum Hals in Schwierigkeiten", erwiderte Jane. Alita lachte und sagte: "Aber wir sind immer wieder aus den Schwierigkeiten herausgekommen". Jane war damit einverstanden und wir näherten uns der Station.

"Jane, es kommt eine Nachricht rein", sagte Bob. "Lass uns hören", befahl Jane. "Hier spricht Drago, ich bin der Veranstalter für das Rennen, das in 5 Tagen stattfindet. Wollt ihr auch teilnehmen?" Sina, unsere Pilotin, bekam große Ohren. Sie war als Pilotin ein Naturtalent und es gab nichts, was sie nicht fliegen konnte. Schnell sagte sie zu Jane: "Sage ja, dass wir teilnehmen werden." Jane antwortete Drago: "Wir werden auf deine Station kommen und zuerst die Regeln erfahren." "Du hast aber schnell zugestimmt, Jane", sagte Alita. "Ein Rennen mit starken Triebwerken könnte für uns interessant sein." Die Hydra blieb 5 km vor der Station stehen. Es waren bereits andere Raumschiffe anwesend. Jane, Alita, Lunaria und Sina flogen mit einem Shuttle zur Station hinüber. Nachdem wir auf der Station gelandet waren, machten wir uns auf den Weg zu Dragos Büro, um mit ihm zu sprechen. Als wir durch die Gänge gingen, kamen uns 2 Raumfahrer entgegen, die auch am Rennen teilnehmen wollten. Der eine sagte zum anderen: "Schau mal da, 4 Püppchen, die wollen doch wohl nicht am Rennen teilnehmen?" "Frauen und ein Raumschiff beim Rennen, wie lächerlich ist das denn?", erwiderte der andere. Jane wurde wütend und Lunaria fragte: "Soll ich, den beiden mal zeigen, was so ein Püppchen drauf hat? Kann ich ihnen mal die Nase verbiegen?" "Nein, lass mal. Wir wollen hier nicht gleich Ärger haben", erwiderte Jane. Als sie das Büro von Drago betreten hatten, fragte er: "Ihr wollt doch nicht etwa an dem Rennen teilnehmen?" "Wieso denn nicht?", fragte Jane zurück. "In den 53 Jahren, seitdem dieses Rennen stattfindet, hat noch nie eine Frau daran teilgenommen", antwortete Drago. "Welche Voraussetzungen muss man denn erfüllen, um am Rennen teilzunehmen?", fragte Jane weiter. "Das Raumschiff darf nicht länger als 10 Meter, höchstens 5 Meter breit und nicht schwerer als 5 Tonnen sein. Das Rennen findet im Asteroiden-Feld statt und besteht aus 50 Runden. Eine Runde ist 5 Millionen Kilometer lang. Die Strecke ist durch Funkbojen abgesteckt und es darf keine Navigation Hilfen verwendet werden. Es wird von Hand gesteuert", erklärte Drago. Dass bei diesem Rennen oft tödliche Unfälle passierten, verschwieg Drago. In seinem Büro hingen Bilder von den 53 Gewinnern mit ihren kleinen Raumschiffen. Jane bemerkte, dass die Raumschiffe recht große Triebwerke hatten, es waren Rennraumschiffe. In den letzten 3 Jahren hatte ein Pilot namens Boga das Rennen gewonnen. Dieser hatte ihnen auf dem Gang den dummen Spruch "Frauen und Raumschiff-Rennen" entgegengeworfen. "Ach, ihr schaut euch also Boga an. Er hat die letzten 3 Rennen gewonnen und ist ein wahrer Könner", sagte Drago. Sina fragte Jane: "Kann ich am Rennen teilnehmen? Unsere Raumjäger entsprechen den Voraussetzungen für das Rennen." "Du hast wohl einen Knall. Weißt du überhaupt, wie gefährlich das ist? Ich habe keine Lust, dass du mit dem Raumjäger gegen einen Asteroiden krachst und ich dich dann mit einem Spachtel wieder ab spachteln muss", antwortete Jane besorgt. Andererseits nervte es Jane, dass ein eingebildeter Typ wie Boga meinte, Frauen könnten kein Raumschiff rennen fliegen. "Gut, wir nehmen am Rennen teil. Unsere Pilotin wird Sina sein", sagte Jane zu Drago. Sina freute sich wie ein Kind an Weihnachten und sagte: "So, Leute, wir haben jetzt keine Zeit mehr. Ich muss zurück zur Hydra, um an unserem Raumjäger einige Modifikationen vorzunehmen. Hilfst du mir, Lunaria?" "Klar, mache ich", antwortete Lunaria.

Nachdem sie zurück auf der Hydra waren, fragte Sina Iris, ob sie beim Raumjäger helfen würde. "Natürlich, ich bin sofort dabei", antwortete Iris. "In drei Tagen haben wir das freie Training", sagte Sina und die drei machten sich auf den Weg zum Hangar, um mit den Arbeiten am Raumjäger zu beginnen. Sina erklärte Iris und Lunaria: "Wir müssen die Leistung der Triebwerke erhöhen und das Gewicht reduzieren. Alles, was wir im Raumjäger nicht brauchen, fliegt raus und jedes Watt Energie, das wir irgendwo abzweigen können, brauche ich für die Triebwerke." "Hmm, ich denke, dass wir die Leistung der Triebwerke um 25 % erhöhen können", meinte Iris. "Dann lasst uns anfangen, die Zeit ist knapp", erwiderte Sina. In den ersten Tagen arbeiteten Sina und Iris zwölf Stunden am Jäger, während Lunaria die Nacht durch arbeitete, da sie keinen Schlaf brauchte. Am nächsten Morgen sagte Jane zu Alita: "Sollen wir mal in den Hangar gehen und schauen, was die drei machen?" "Lass uns das tun", stimmte Alita zu. Als sie den Hangar betraten, bekam Jane einen Schreck. Der Jäger war förmlich ausgeschlachtet und es lagen viele Teile neben ihm. Unnütze Teile wie die Bewaffnung und viele andere Dinge für das Rennen wurden entfernt. Jane sagte: "Wenn das Rennen vorbei ist, wird der Jäger wieder im Originalzustand zusammengebaut und wehe, eine Schraube fehlt."

Wir hatten von Drago eine Box zugewiesen bekommen, über die wir während des Rennens Kontakt mit Sina halten und die Daten der Triebwerke ablesen konnten. Am Abend war der Jäger fertiggestellt und am nächsten Tag begaben wir uns alle zu unserer zugewiesenen Box auf der Station. Eine technische Abnahme des Jägers wurde durchgeführt, um sicherzustellen, dass alles den Regeln entsprach, aber alles war in Ordnung. Nach einer Stunde begann das freie Training und die anderen 17 Teilnehmer hatten den Vorteil, dass sie die Strecke bereits kannten, während Sina noch nicht vertraut damit war. In den ersten 5 Runden flog Sina vorsichtig und prägte sich die Strecke ein. Es gab 4 recht enge Kurven und zahlreiche gefährliche Passagen. Danach gab sie ihrem Jäger mehr Schub, um einige gute Rundenzeiten zu fliegen. Jedoch stellte sich heraus, dass das Triebwerk nicht genügend Schub hatte, um auf den Geraden mit den anderen Teilnehmern mitzuhalten. Sina begann zu fluchen. Nach dem Training landete Sina den Jäger an ihrer Box auf der Station.

Sina unterhielt sich mit Iris und Lunaria darüber, ob sie noch ein bisschen mehr Schub aus dem Triebwerk ihres Jägers herausholen könnten. "Wir können noch 7 % mehr Schub herausholen", sagte Iris, "aber ich kann nicht garantieren, dass das Triebwerk das Rennen durchhält. Aber dann könntest du es in das hintere Mittelfeld schaffen". "Es liegt bei dir, Sina", sagte Jane. "Ja, wir machen das", erwiderte Sina. Iris und Lunaria machten sich sofort an die Arbeit. Schließlich war morgen die Qualifikation und der Jäger musste bereit sein. Am Abend trafen sich viele der Anwesenden auf der Raumstation zum Abendessen. Einige der Piloten belächelten Sina mitleidig. Boga trat auf sie zu und sagte: "Mädchen, du solltest lieber nicht fliegen, sondern dich an den Herd stellen und uns etwas Schönes kochen". Dabei lachte er. Sina hätte am liebsten Boga ins Gesicht geschlagen, konnte sich aber gerade noch zurückhalten.

Am nächsten Tag stand das Qualifying an, bei dem es darum ging, sich für die Startplätze zu qualifizieren. Sina war an der Reihe, ihre Runde zu fliegen. Sie begann damit, ihre Einführungsrunde zu absolvieren. Sie wusste genau, dass die letzte Kurve entscheidend war, um genug Geschwindigkeit auf der Geraden mitnehmen zu können. Die Kurve gelang ihr perfekt und sie flog über Start und Ziel. Diese Runde zählte und Sina gab alles, was ihr Triebwerk hergab. In den vier engen Passagen flog sie schon fast zu dicht an den Asteroiden vorbei, was sehr gefährlich war. Trotzdem erreichte sie eine gute Rundenzeit und sicherte sich den achten Startplatz. Am Abend wurde sie von den anderen Piloten nicht mehr mitleidig belächelt. Einige von ihnen nahmen sie bereits ernst. Boga machte sich über Sina lustig und sagte: "Na, hattest wohl eine Glücksrunde." Doch Sina konterte selbstbewusst: "Wir werden morgen sehen."

Am nächsten Tag waren die Piloten damit beschäftigt, sich auf das Rennen vorzubereiten. Jane wandte sich an Sina und sagte: "Fliege vorsichtig und gehe nicht zu viel Risiko ein, wir brauchen dich auf der Hydra." Eine Stunde später waren die Rennraumschiffe auf ihren Startplätzen positioniert. Die letzten 10 Sekunden bis zum Start wurden heruntergezählt. "10-9-8-7", doch die guten Ratschläge von Jane waren in Sinas Kopf wie weggeblasen. Für sie zählte jetzt nur noch das Rennen und der Sieg. "6-5-4-3-2-1 Start!" Sina reagierte blitzschnell und schob den Schub-Regler ganz nach vorne. In der ersten Kurve um einen Asteroiden gerieten die beiden Piloten vor Sina in Schwierigkeiten und kamen sich gegenseitig in die Quere. Sina nutzte diese Gelegenheit und zog an den beiden vorbei. Sie hatte nun den fünften Platz inne. In den engen Passagen holte sie den Viertplatzierten auf, aber auf den Geraden verlor sie immer wieder etwas an Geschwindigkeit. In der achten Runde machte der Viertplatzierte jedoch einen kleinen Fehler, den Sina ausnutzte und so den vierten Platz belegte. Sie ging immer mehr Risiken ein, um den dritten Platz zu erreichen. Die anderen Mädchen des Hydra beobachteten das Rennen auf einem großen Monitor. Als Jane sah, dass Sina immer mehr Risiken einging, bildete sich Schweiß auf ihrer Stirn. Sie machte sich Sorgen um Sina und suchte unbewusst nach einem Spachtel in der Box. In der 22. Runde gelang es Sina, auch den dritten Platz zu erreichen, nachdem der Dritte ebenfalls einen kleinen Fehler gemacht hatte. Plötzlich hatte sie Glück. Der Zweite nahm eine Abkürzung, ob gewollt oder ungewollt, das wusste sie nicht. Er wurde disqualifiziert und somit hatte Sina nur noch Boga vor sich.

Boga sah auf seine Ortung und bemerkte, dass Sina immer näher kam. Er dachte bei sich: "Die Olle ist verdammt gut". Es ging in die letzte Runde des Rennens. Sina wusste genau, dass sie Boga nur schnappen konnte, wenn sie in den zweiten engen Passage bei dem großen Asteroiden in der rechten Kurve ihren Jäger so tief runterdrückte, dass sie die Schlucht vom Asteroiden durchfliegen konnte. Dies war sehr riskant und von den anderen Piloten hatte es noch keiner gewagt, aber dadurch konnte sie einen kleinen Vorsprung herausarbeiten. Die beiden flogen nun auf den Asteroiden zu. Sina klebte förmlich an Bogas Arsch. Sina steuerte die Schlucht an, während Boga bei sich dachte: "Eins muss man der Alten lassen, Mut hat sie ja". Durch das Manöver war Sina an Boga vorbeigezogen. Die Hydra-Besatzung in der Box jubelte, sogar Jane, die vor Sorge um Sina schweißnass war. Sina trennten nur noch zwei Kurven und eine kurze Gerade vom Sieg. Sie wäre die erste Frau, die das Rennen gewonnen hätte. Sina schaute auf die Ortung, um zu sehen, wie eng Boga ihr auf den Fersen war. Dabei bemerkte sie, dass Bogas Raumschiff am Trudeln war. Ihr war sofort klar, dass sein Raumschiff einen totalen Triebwerksausfall hatte. In drei Minuten würde Bogas Raumschiff an einen Asteroiden zerschellen. "Scheiße", dachte Sina. Sie zog eine scharfe Linkskurve und raste auf Bogas Raumschiff zu.

Die Mädchen in der Box sahen auf den Monitor. Jane sagte: "Sie will doch wohl nicht versuchen, Boga zu retten, das ist unmöglich."  Lunaria antwortete: "Möglich ist das schon. Sie muss das Trudeln von Bogas Raumschiff auf ihr eigenes anpassen, sodass beide synchron trudeln. Dann kann sie mit ihren Steuerdüsen versuchen, beide Raumschiffe aus dem Kollisionskurs mit dem Asteroiden zu bringen. Aber so ein Manöver zu berechnen, wären nur Bob und ich imstande. Ein Mensch mit nur Handsteuerung könnte das niemals schaffen. Was sie vorhat, ist reiner Selbstmord." Jane schrie ins Mikrofon der Funkanlage: "Sina, ich verbiete dir das, was du vorhast." Doch dann bemerkte Jane, dass Sina ihre Funkanlage ausgeschaltet hatte. Jane war vor Wut kurz davor zu explodieren, aber sie starrte weiterhin auf den Monitor, genauso wie die anderen Mädels auch.

Nachdem Sina die Kurve geflogen war, schaltete sie die Funkanlage aus. Sie wusste genau, dass Jane ihr Vorhaben nicht gutheißen würde und ihr wahrscheinlich eine Standpauke halten würde, wenn sie es erfahren würde. Aber Sina vertraute auf ihr fliegerisches Können und ihre Instinkte. Obwohl die Chancen gegen sie standen - nur 1 zu 1 Million -, wagte sie das Manöver und versuchte, Boga zu retten. Und tatsächlich gelang es ihr, beide Raumschiffe zu synchronisieren und sie aus dem Kollisionskurs mit dem Asteroiden zu bringen. Sina hatte es geschafft, Boga zu retten.

Obwohl Sina ihren Sieg verschenkt hatte, wurde sie von den Piloten am Abend auf der Station als Heldin gefeiert. Alle waren begeistert von ihrer Tapferkeit und ihrem selbstlosen Handeln, als sie Boga während einer kritischen Situation gerettet hatte. Die Mannschaft der Hydra hatte bereits angefangen zu feiern, als Boga an den Tisch kam und Sina persönlich dankte. Er sagte, dass sie bei ihm jetzt etwas gut hatte und fragte, ob er sich zu ihnen setzen durfte. Sina, die erleichtert darüber war, dass alles gut ausgegangen war, willigte ein und Boga schloss sich ihnen an. Boga wollte seine Dankbarkeit zeigen, indem er die Getränke für den Abend spendierte. Die Stimmung war ausgelassen und alle genossen das freundschaftliche Miteinander. Die Mannschaft erzählte sich Geschichten und lachte über ihre gemeinsamen Abenteuer. Sina fühlte sich in dieser Umgebung wohl und war froh, dass sie sich dazu entschieden hatte, Teil der Besatzung der Hydra zu werden. Sina wurde von allen als Heldin verehrt und Boga hatte seinen Respekt und seine Dankbarkeit gezeigt. Es war ein Abend, an den sie sich alle noch lange erinnern würden.


Fortsetzung folgt



 
Fizzy Lemon
Dabei seit Jan. 2019
18.05.2019, 10:48 Uhr
#2
Nun hat die Hydra also einen holographischen Bob.^^ Erinnert mich ein bisschen an den Holo-Doc aus Star Trek. Aber mal sehen, welche Vorteile aus dieser Verkörperung der Hydrabesatzung erwachsen. Bin schon gespannt.

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