Lunaria-Galaxie
Forum»Gedichte»Eichendorff, Joseph von: Markt und Straßen stehn verlassen

Eichendorff, Joseph von: Markt und Straßen stehn verlassen

0 Antworten 1 Aufrufe
Fizzy Lemon
Dabei seit Jan. 2019
04.10.2019, 13:16 Uhr
Ersteller#1
Markt und Straßen stehn verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so friedlich aus.
 
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehn und schauen,
sind so wunderlich beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld,
hehres Glänzen, heil´ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigt´s wie wunderbares Singen –
o du gnadenreiche Zeit!

Joseph von Eichendorff
(1788 – 1857)

Einloggen um auf dieses Thema zu antworten.