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Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Hydra Kapitel 23

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Fürstin der Nacht
Dabei seit Feb. 2019
08.12.2019, 09:42 Uhr
Ersteller#1
Die fantastische Reise

Iris meldete sich von dem Maschinenleitstand in der Kommandozentrale bei Jane, der Kommandantin der Hydra. "Wir müssen sofort aus dem Hyperraum. Ich habe einen Fehler am Hyperraum Konverter entdeckt, der sofort behoben werden muss. Ich muss die Energie unserer Triebwerke komplett herunterfahren, auch die Energie der Impulstriebwerke. Wir werden im Weltraum zum Stillstand kommen. Die Reparatur wird einige Stunden in Anspruch nehmen." Jane gefiel es gar nicht, dass die Hydra im Weltraum ohne Triebwerke ausharren musste. "Wenn es denn sein muss, bevor uns der Hyperraum Konverter um die Ohren fliegt", antwortete sie. Iris seufzte erleichtert, "Danke, Jane. Ich werde sofort mit der Reparatur beginnen". "Verstanden", sagte Jane. Sie wandte sich an den restlichen Crew-Mitgliedern und sagte: "Hört zu, Leute, wir haben ein Problem mit dem Hyperraum-Konverter und müssen uns im Weltraum zum Stillstand bringen. Wir werden einige Stunden hier sein, also stellt sicher, dass alles in Ordnung ist und die Systeme überprüft werden." Die Crew-Mitglieder nickten und begannen sofort, ihre Aufgaben auszuführen. Die Hydra war in guten Händen, auch wenn sie vorübergehend im Weltraum fest saß.

Die Hydra fiel zurück in den Normalraum und kam zum Stillstand. Unser Panorama-Bildschirm wurde komplett von etwas ausgefüllt. Jane wandte sich an Bob und Josie, unsere Ortungsspezialisten und Astrophysikerin: "Was ist das da auf dem Panorama-Bildschirm?" "Einen Moment, die Daten kommen gleich rein", erwiderte Bob. Einen Augenblick später sagte Josie: "Vor uns haben wir einen Planeten." "Ich will Daten hören", forderte Jane. "Wir sind 30 Millionen Kilometer von dem Planeten entfernt und der Planet hat einen Durchmesser von 950 Millionen km", sagte Bob. "Wollt ihr mich jetzt verarschen? So etwas kann es nicht geben", erwiderte Jane. "Ich kann die Daten bestätigen. Der Planet hat einen Durchmesser, der 76000-mal so groß ist wie unsere Erde", sagte Josie. "Ist es ein Gasriese wie unser Jupiter oder Saturn?", fragte Jane. "Nach meiner Ortung ist es ein fester Planet wie unsere Erde", erwiderte Josie. "Dann müsste die Anziehungskraft des Planeten schon fast so groß sein wie von einem schwarzen Loch", meinte Jane. "Da muss ich Jane recht geben. Umso mehr Masse, umso höher ist die Anziehungskraft. Dieser Planet müsste eine extrem hohe Anziehungskraft haben", sagte Nora, unsere theoretische Physikerin. "Laut unserer Ortung herrscht auf der Oberfläche eine Gravitation von 1,2 Gravo. Das sind 0,2 Gravo mehr als auf der Erde. Sie sind kaum merkbar", erwiderte Josie. "Das ist unmöglich", meinte Nora. "Die Zahlen stimmen und ich habe noch eine Messung. Wir befinden uns jetzt schon in den obersten Schichten der Atmosphäre des Planeten", sagte Bob. "Willst du damit sagen, dass die Atmosphäre 30 Millionen km in den Weltraum hinausreicht?", fragte Jane nach. "Ja, ich empfehle, eine Sonde zu dem Planeten zu schicken", sagte Bob. "Ja, das machen wir. Schicke eine Sonde los, Bob", befahl Jane. "Irgendwas stimmt mit dem Planeten nicht. Ich bin gespannt auf die Daten der Sonde", meinte Jane noch.

Nachdem die Sonde von der Hydra zum Planeten geflogen war, vergingen 30 Minuten, bis sie ihr Ziel erreichte. In dieser Zeit nahm Annabella neben Josie an den Ortungsgeräten Platz. Annabella war nicht nur Ärztin, sondern auch Biologin und würde für die Auswertung des Bio Scans der Sonde verantwortlich sein. Während dessen hatte Jane bei Iris nachgefragt, wie lange die Reparatur noch dauern würde. Iris hatte geantwortet, dass es noch zwei Stunden dauern würde. Endlich hatte die Sonde den Planeten erreicht und die ersten Daten kamen herein. Jane wartete ungeduldig auf die Bildübertragung und fragte, wo sie bleibe. Bob antwortete, dass etwas die Bildübertragung störte und dass er bereits die ersten Daten vom Planeten erhalten hatte. Annabella teilte mit, dass die Atmosphäre mit der Erde vergleichbar sei, aber dass sie noch nicht viele weitere Daten hatte. Bob glaubte, die Lösung für das Rätsel zu haben, warum der Planet kaum Anziehungskraft hatte. Er würde jedoch noch einige tiefere Messungen mit der Sonde durchführen müssen, um sicherzugehen. Nach ein paar Minuten hatte er die Daten zusammen und verkündete seine Erkenntnis: "Der Planet ist von innen hohl." Alle schauten Bob an und Jane fragte nach, wie er das meine. Bob erklärte, dass die Oberfläche des Planeten, eine Schale, eine Dicke von 300 bis 400 km hatte und dass es im Inneren natürliche Magnetfelder gab, die zur Stabilisierung der Schale dienten. Bildlich gesprochen sei die Dicke der Schale im Vergleich zur Größe des Planeten wie bei einer Seifenblase. Deshalb hatte der Planet auch kaum Masse und die Anziehungskraft sei so gering. Alle waren beeindruckt von Bobs Entdeckung und machten sich Gedanken darüber, wie fantastisch die Vorstellung von einem solchen Planeten war.

Plötzlich sagte Josie aufgeregt: "Ich habe hier auf der Ortung sieben Objekte, die sich der Hydra nähern." "Ich brauche Daten, Josie", forderte Jane. Josie antwortete: "Nach meinen Daten sind die Objekte fast kugelförmig und haben einen Durchmesser von 4500 bis 5500 km." Jane war überrascht und sagte: "Raumschiffe in dieser Größe sind kaum vorstellbar. Sie wären ja größer als unser Mond, der hat nur einen Durchmesser von 3500 km." Doch Annabella unterbrach sie: "Jane, du täuschst dich. Es sind keine Raumschiffe, es sind Lebewesen." Jane starrte Annabella mit großen Augen an und fragte: "Lebewesen in dieser Größe? Wie ist das möglich?"

Jane nahm Verbindung mit dem Maschinenleitstand auf und sagte im scharfen Ton: "Iris, wie lange noch?" "Mindestens noch eine Stunde", antwortete Iris. "Verfluchte Scheiße, ich brauche die Triebwerke jetzt", entgegnete Jane frustriert und unterbrach die Verbindung wieder. Sie schlug mit ihrer Hand auf den Schalter für den roten Alarm. Der Schutzschirm fuhr hoch, und die Panzerschotten der Hydra schlugen zu. Jetzt war das Raumschiff hermetisch abgeriegelt. Alita saß an dem Feuerleitstand und fragte Jane: "Deine Befehle, Jane?" "Wir werden nicht auf die Viecher schießen", antwortete Jane entschieden. "Ich hoffe, das ist kein Fehler, Jane", gab Alita zu bedenken. Eins der Viecher, es hatte einen Durchmesser von 5300 km, flog direkt auf die Hydra zu. Als es sich bis auf 500 km genähert hatte, sahen wir ganz deutlich auf dem Panoramabildschirm zwei riesige Augen und ein riesiges Maul, das sich öffnete. Drei Sekunden später war das Viech bei der Hydra und schnappte zu.

Annabella sagte: "Ich denke, wir waren gerade zur falschen Zeit am falschen Ort. Ich glaube nicht, dass das Vieh bewusst nach uns geschnappt hat. Wir waren nur zufällig in seiner Flugbahn. Für das Vieh ist die Hydra nicht mehr als eine Bazille, wie für einen Menschen." Plötzlich wurde die Hydra von dem Vieh hin und her geschleudert. Glücklicherweise waren alle Besatzungsmitglieder angeschnallt, als der rote Alarm ausgelöst wurde. Nachdem der Vorfall vorüber war, fragte Jane in die Runde: "Was ist passiert?" Annabella antwortete: "Ich denke, wir wurden gerade verschluckt." Die Mädchen schauten sich besorgt an, als Annabella hinzufügte: "Jetzt sind wir sicherlich im Magen." Die optische Aufnahme der Hydra schaltete automatisch auf Infrarot um, um die Dunkelheit im Magen zu durchdringen. Dank der Gravo-Triebwerke schwebte die Hydra in der Mitte des Magens. Der Scan ergab, dass der Magen einen Durchmesser von 130 km hatte. Was die Mädchen auf dem Panoramabildschirm sahen, war einerseits erschreckend, aber auch faszinierend.

Annabella begann zu erklären: "Da hinten, wo es aussieht wie Berge, muss Nahrungsmittel sein, das das Vieh vor kurzem zu sich genommen hat. Und da unten ist der große gelb-grünliche See, der brodelt und blubbert, muss die Magensäure sein." "Wie kommen wir hier wieder heraus?", fragte Jane Annabella. "Hmm, ich denke, das Einfachste wäre auf natürliche Weise", antwortete Annabella. Jane brauchte einen Moment, um zu verstehen, was Annabella damit meinte. "Du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, dass ich die Hydra durch den Darm quetschen lasse und wenn das Viech mal Kot absetzt, wir einfach mit herausgehen?", sagte Jane. Bob warf sofort ein: "Nach meinen Berechnungen könnte es passieren, dass die Hydra unter einem 30 km hohen Kotberg begraben ist." Jane bemerkte, dass einige der Mädchen bei dieser Vorstellung mit Übelkeit zu kämpfen hatten. "Und wie ist es mit dem Weg nach oben?", fragte Jane Annabella. "Du meinst durch die Speiseröhre wieder hinauf zum Maul, dann darauf warten, bis das Vieh sein Maul öffnet und dann herausfliegen?", fragte Annabella. "Ja", antwortete Jane. "Davon würde ich abraten", sagte Annabella. "Du siehst da oben den riesigen Schließmuskel am Mageneingang. Man könnte mit der Impulskanone ein Loch hineinschießen, dann könnte die Hydra hindurchschlüpfen. Aber das Vieh würde den Beschuss sicherlich spüren. Und ich kann mir gut vorstellen, dass es eine Art Magenverstimmung bekommt. Und was passiert bei einer Magenverstimmung? Man muss sich übergeben." "Da kommen wieder meine Berechnungen ins Spiel", sagte Bob und fuhr fort: "Sollte es so sein, dass die Hydra mitsamt dem Mageninhalt herausgekotzt wird, könnte es sein, dass die Hydra unter einer 20 km dicken Schicht Erbrochenem begraben ist." Nora wurde blass. "Jetzt reicht das Thema, ich muss kotzen", sagte sie und rannte in Richtung Toilette. Die anderen Mädchen lachten.

"Also, wir müssen tatsächlich durch den Kreislauf dieses Viechs, um hier wieder herauszukommen?", fragte Bob skeptisch. "Ja, das ist die beste Option, die wir haben", antwortete Annabella. "Und keine Sorge, ich habe alles genau berechnet. Wir können problemlos durch die Adern des Kreislaufs navigieren und an der Tränendrüse des Auges wieder herauskommen." "Ich bin beeindruckt, Annabella. Das klingt nach einem soliden Plan", sagte Jane und nickte anerkennend. "Ja, ich denke auch, dass das funktionieren wird", stimmte Bob zu. "Aber wie stellen wir sicher, dass wir nicht vom Kurs im Kreislauf des Viechs abweichen?" "Das ist einfach", erklärte Annabella und projizierte eine Karte des Kreislaufs mit einer 3-D-Projektion. "Wir folgen einfach dieser Route hier und halten uns immer an die blau markierten Adern. Wenn wir diese verlassen, kommen wir aus dem Kreislauf heraus und können uns nicht mehr orientieren." "Das klingt gut", sagte Jane und lächelte. "Dann lasst uns loslegen und endlich aus diesem Viech rauskommen!"

Die Hydra war zweifellos das bis dato teuerste Forschungsraumschiff, das die Menschheit jemals gebaut hatte. Kein Wunder, denn die Ingenieure hatten an alles gedacht. Von einem U-Boot-Upgrade bis hin zu einer doppelten Außenwandung - die Hydra hatte es allesamt. Sogar der Zwischenraum zwischen den Wänden konnte als Flut-Tanks genutzt werden.

Annabella meinte: "Ich denke, die Strecke sollten wir in 20 Stunden schaffen." Die Gruppe diskutierte den Plan erneut. "Es könnte sein, dass wir noch auf ein Problem stoßen", fügte Annabella hinzu. "Welches Problem?", fragte Jane Annabella. "Unsere Strecke führt genau durch das Herz und es hat einen Durchmesser von 80 km", erklärte Annabella. "Und wo ist das Problem?", fragte Jane. "Wir können von hier aus nicht berechnen, wie groß der Blutdurchfluss im Herzen ist. Bis 150 km/h sollte die Hydra gefahrlos schaffen. Alles darüber könnte für die Hydra gefährlich werden und ich möchte spätestens in 45 Stunden aus diesem Körper sein", erklärte Annabella. "Wieso gerade nach 45 Stunden?", fragte Jane. "Weil in der Regel nach einer Infektion - und wir sind nichts anderes als eine Infektion für das Viech - ein Lebewesen anfängt, Antikörper zu produzieren. Ich kann nicht sagen, wie gefährlich die für die Hydra werden können", antwortete Annabella. "Antikörper? Ja, lass uns Antikörper abmurksen", scherzte Lunaria und lachte. "Wenn du nichts zum Abmurksen hast, bist du auch nicht froh. Du weißt schon, dass du einen Knall hast", erwiderte Jane. "Aber nur einen kleinen", lachte Lunaria. "Ich werde Lunaria dabei helfen", sagte Skara. "Bo eh, jetzt habe ich schon zwei Verrückte an Bord", sagte Jane und alle lachten.

Jane und Lunaria waren stolz auf sich, dass es ihnen gelungen war, mit einem psychologischen Schachzug die Angst der Mädels vor der bevorstehenden Reise ein wenig zu nehmen. Annabella projizierte eine Stelle an der Magenwand, an der der kürzeste Weg zu einer Ader führte. "Hier", erklärte sie, "Müssen wir nur einen Tunnel von 200 Metern Durchmesser und 600 Metern Länge schießen, dann sind wir in einer Ader. Das Viech wird den Beschuss nicht merken. Für ihn ist es nur eine Mikro Wunde in der Magenwand."

Die Hydra flog zielsicher auf ihre Position zu und eröffnete das Feuer mit einer Impulskanone. Nach nur drei Sekunden war der Tunnel fertiggestellt und die Hydra flog hinein. Kurz darauf erreichten wir die Ader und tauchten hinein. Unsere Pilotin Sina schaltete die Hydra auf U-Boot-Modus um und wir konnten uns das faszinierende Schauspiel im Blut ansehen. Das Blut selber war transparent, aber es schwammen unheimlich viele Kugeln mit einem Durchmesser von 5 Metern darin herum. Einige Kugeln waren weiß, aber die meisten waren grün. Annabella erklärte uns, dass es sich dabei um die Blutkörperchen handelte und da die Anzahl der grünen Kugeln wesentlich höher war, hatte das Viech grünes Blut. Die ersten Blutkörperchen berührten die Hydra und Jane fragte Bob besorgt: "Können die Blutkörperchen eine Gefahr für die Hydra darstellen?" Bob antwortete schnell: "Nach meinen Messdaten besteht keinerlei Gefahr durch die Blutkörperchen. Es ist so, als würden uns große Schaumstoff-Bälle treffen." "Na gut", sagte Jane erleichtert, "Dann nehmen wir Fahrt auf Sina. Ich denke, eine Reisegeschwindigkeit von 75 Knoten sollte ausreichen." Sina nickte.       

Sina startete die vier Prop-Turbo-Düsentriebwerke und gab ihnen Schub. Die ersten 7 Stunden der Reise verliefen reibungslos, ohne Zwischenfälle. Dann hörten wir ein leises Bum Bum, das langsam lauter wurde, je weiter wir vorankamen. "Das sind die Herzschläge, wir nähern uns langsam dem Herzen", sagte Annabella. Die Hydra war bis auf 70 km an das Herz herangekommen. "Die Blutströmung nimmt jetzt rapide zu, sie beträgt jetzt 140 km/h", sagte Sina. "Gleich kommt links eine etwas kleinere Ader, biege da ein und bringe die Hydra zum Stillstand, Sina. Wir wollen erst einmal Messungen vornehmen", sagte Annabella. "Nach meinen Berechnungen haben wir im Inneren des Herzens eine Blutdurchflussgeschwindigkeit von ca. 600 km/h", sagte Bob. "Gibt es keinen Weg, das Herz zu umfahren, Annabella?", fragte Jane. "Alle Hauptadern führen direkt durch das Herz, alle anderen Adern um das Herz herum sind zu klein für die Hydra. Es gibt zwar eine Strecke, mit der wir das Herz großräumig umfahren können, aber das sind 4300 km und wir würden ca. 3 Tage dafür brauchen. Du weißt, dass wir in 37 Stunden mit Antikörpern zu tun haben können, Jane." "Was machen wir jetzt?", fragte Jane. "Ich sehe das Problem nicht, wir sprengen einfach das Herz, dann gibt es auch keine Strömung mehr", meinte Lunaria.

Jane sah Lunaria scharf an und sagte, "Na toll, dann ist das Viech tot. Du weißt ganz genau, dass bevor ich jemanden oder etwas töte, die Hydra oder die Besatzung in höchster Gefahr sein müssen. Aber du hast recht, wir müssen das Herz zum Stillstand bringen und es dann wieder zum Schlagen bringen." Annabella lachte auf und sagte: "Ihr wisst schon, dass das Herz einen Durchmesser von 80 km hat, wie wollt ihr das zum Stillstand bringen und wieder zum Schlagen bringen? Bei einem menschlichen Herz wäre das kein Problem, da nehme ich einen Defibrillator und gebe dem Herzen einen Stromstoß, dann bleibt es stehen und mit dem nächsten Stromstoß fängt das Herz wieder an zu schlagen." "Hmmm, was denkst du, wie lange das Herz stehen könnte, bevor das Viech Schaden nimmt?", fragte Jane. "Denke mal so ca. 45 Minuten, Jane", antwortete Annabella. "Und hat einer von euch eine Idee, wie wir das machen können?", fragte Jane. Annabella schüttelte den Kopf und sagte: "Es gibt keine Möglichkeit."

"Da täuschst du dich aber, Annabella", sagte Skara. Alle starrten Skara an, die fortfuhr: "Habt ihr schon mal was von einem EMP-Impuls (Elektromagnetischer Puls) gehört?" "Doch, das habe ich", antwortete Jane. "Du bist gar nicht so dumm, wie du aus siehst. Das ist eine super Idee". "Da muss euch eine kleine Prinzessin aus der Patsche helfen", fügte sie hinzu und zwinkerte Annabella zu. Skara lachte. "Wir haben ja EMP-Bomben an Bord. Annabella und Bob, könnt ihr errechnen, wie groß die EMP-Ladung sein muss, damit das Herz aufhört zu schlagen, und natürlich, wie groß die Ladung sein muss, damit das Herz wieder schlägt?", fragte Jane. Annabella und Bob nickten und begannen, ihre Berechnungen durchzuführen. Nach 15 Minuten hatten sie die notwendigen Daten ermittelt. "Das sieht gut aus", sagte Annabella und Bob stimmte ihr zu. "Wir sind bereit, es auszuprobieren." "Lasst uns hoffen, dass es funktioniert", sagte Jane und alle nickten zustimmend.

Die Crew hatte die Daten erfolgreich an Lunaria übertragen, die bereits damit beschäftigt war, zwei Torpedos mit EMP-Bomben zu bestücken. Nachdem die Einstellungen abgeschlossen waren, kehrte Lunaria zurück in die Zentrale. Annabella äußerte ihre Bedenken: "Wir müssen noch näher an das Herz heran, bevor wir einen Torpedo abschießen, sonst schaffen wir es nicht, in 45 Minuten das Herz zu durchqueren, um auf der anderen Seite den zweiten Torpedo abzuschießen und das Herz wieder zum Schlagen zu bringen." Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Hydra noch etwa 70 km vom Herz entfernt. Bob fügte hinzu: "Dann müssen wir bis auf 40 km an das Herz heran, bevor wir den Torpedo abschießen können." Die Crew arbeitete nun daran, die Hydra näher an das Herz heranzuführen, um den Plan erfolgreich umzusetzen.

Die Hydra nahm wieder Fahrt auf und gab vollen Schub. "Wir sind fast am Ziel", sagte Jane aufgeregt. "Bereitet den Torpedo vor und berechnet die genaue Entfernung zum Herzen." Lunaria beeilte sich, den Torpedo scharf zumachen und die Zielkoordinaten zu berechnen. Jetzt raste die Hydra mit 130 Knoten auf das Herz zu. Als sie die 40 km Marke erreichte, gab Jane den Abschussbefehl für den Torpedo. Die Blutströmung hatte erheblich zugenommen und eine Umkehr war jetzt nicht mehr möglich. "Feuer frei!", rief Jane, während der Torpedo losgeschossen wurde und mit einer Geschwindigkeit von 750 Knoten auf das Herz zu raste. "Hoffentlich klappt das, sonst sind wir ganz schön im Arsch", meinte Jane besorgt. Ein paar Minuten später explodierte die Bombe und auf der Hydra wurde ein sehr starker EMP-Impuls gemessen. Glücklicherweise bestand jedoch keine Gefahr für die Hydra, da sie gegen EMP-Impulse abgeschirmt war. Das Herz hörte auf zu schlagen und die Hydra raste durch das Herz hindurch. Als sie wieder einen Abstand von 60 km vom Herzen hatten und bereits 40 Minuten vergangen waren, gab Jane den Befehl, den zweiten Torpedo abzuschießen. Lunaria führte den Befehl aus und einige Minuten später fing das Herz wieder an zu schlagen. "Das Unternehmen Herz war ein Erfolg!", rief Jane erleichtert. 

"Können noch weitere Probleme auf uns zukommen?", fragte Jane Annabella. "Eigentlich nicht", antwortete Annabella. Die weitere Reise verlief auch ohne Zwischenfälle. Wir waren nur noch 300 km von unserem Ziel entfernt. Bald würden wir endlich wieder in Freiheit sein. Annabella trat zu Jane und fragte: "Darf ich dich um etwas bitten?" "Ja, natürlich. Was denn?", fragte Jane. "Können wir einen Abstecher zum Gehirn machen? So eine Gelegenheit hatte noch nie ein Mensch vor uns, ein lebendes Gehirn von innen zu betrachten. Wir haben die einmalige Chance, so etwas zu sehen. Der Umweg würde auch nicht mehr als 5 Stunden in Anspruch nehmen. Du weißt, als Ärztin und Biologin wäre es für mich mehr als nur interessant. Nach unserem Scan hat das Gehirn einen Durchmesser von 70 km." Jane überlegte einen Augenblick und sagte: "Ja, das klingt sehr interessant. Ich denke, die anderen werden auch begeistert sein. Suche einen Kurs und bespreche das mit Bob."

Annabella und Bob machten sich sofort an die Arbeit, um den Kurs zu berechnen. Nach nur einer viertel Stunde hatten sie die nötigen Daten gesammelt und Bob übergab sie an Sina, die den Kurs änderte. Nach zwei Stunden erreichten sie schließlich das Gehirn und begann mit der Erkundung. Mit der Hydra drangen sie 1 km in das Gehirn ein und was sie dort sahen, war unglaublich. "Wow, schau dir das an!", rief Annabella und alle hielten inne, um auf den Panorama-Bildschirm zu schauen. "Es ist wie eine riesige, dunkle Höhle, die mit unzähligen Fäden durchzogen ist", fuhr sie fort. Die Fäden verliefen kreuz und quer durch das Gehirn und es schien keine Ordnung in ihrem Verlauf zu geben. Doch das wirklich Unglaubliche waren die elektrischen Kugeln, die in verschiedenen Farben leuchteten und auf den Fäden entlang rasten. "Es ist wie ein wunderschönes Farbenspiel", sagte Bob und begann den Bio-Scanner durchgehend laufen zu lassen, um noch mehr Daten zu sammeln. "Dieser Anblick ist etwas, das wir nie vergessen werden", sagte Sina, während sie weiterhin den Kurs durch das Gehirn navigierte.     

Plötzlich sagte Josie, die an der Ortung saß, "Ich habe drei Objekte, die rasend schnell auf uns zukommen, durch die Blutbahn." Bevor die Besatzung wirklich reagieren konnte, hatten sich die drei Objekte bereits an der Außenhülle der Hydra festgesetzt. Die Objekte waren rund und hatten einen Durchmesser von etwa einem Meter. Sie ähnelten runden Seeminen. Jane drückte sofort den Knopf für den roten Alarm, während Annabelle panisch zu Jane rief: "Das können nur Antikörper sein! Das Vieh muss schneller Antikörper produziert haben, als wir angenommen haben. Wir müssen hier so schnell wie möglich verschwinden!" "Okay, Sina, vollen Schub auf die Triebwerke. Kurs auf die Tränendrüse", befahl Jane, während sie die Flucht vor den angreifenden Antikörpern einleitete.

"Die nächste Hiobsbotschaft kommt von Josie", meldete Annabelle mit besorgter Stimme. "Es kommen noch Hunderte von Antikörpern auf uns zu." Iris meldete sich ebenfalls zu Wort: "Die drei Antikörper, die bereits an der Hydra haften, beginnen damit, Energie aus dem Schiff zu saugen. Momentan kann ich den Verlust noch ausgleichen, aber wenn Hunderte von Antikörpern an uns haften, kann ich für nichts mehr garantieren." Jane überlegte einen Moment und sagte dann: "Lunaria, geh zum Feuerleitstand. Sollte einer dieser Viecher sich bis auf 500 Meter der Hydra nähern, schieß sie ab." Lunaria sprang auf und eilte zum Feuerleitstand. "Endlich darf ich mal wieder auf was schießen", sagte sie und begann sofort damit, ihre Finger über die Eingabetasten flitzen zu lassen.

"Bob, wie lange dauert es noch, bis wir das Ziel erreichen?", fragte Jane atemlos. "Es wird noch eine Stunde und 50 Minuten dauern", antwortete Bob ruhig. "Verfluchte Scheiße", gab Jane von sich, während sie auf den Panorama-Bildschirm schaute, um zu überprüfen, ob die Antikörper immer noch auf sie aufholten. Tatsächlich kamen die Antikörper langsam, aber stetig näher. Die Ersten von ihnen kamen nun in den Schussbereich der Hydra. Lunaria fing an, zu schießen. Jeder ihrer Schüsse traf sein Ziel mit der Präzision einer Maschine. "Nach meinen Berechnungen ist die Überzahl zu groß", sagte Bob besorgt. "Wir werden es nicht schaffen." "Langsam gehen mir deine Berechnungen auf die Eierstöcke", erwiderte Jane gereizt. "Wir brauchen eine Lösung, keine Berechnungen!"

Alita wandte sich an Annabelle und fragte: "Kannst du mir am Hologramm zeigen, ob es einen Parallelkurs zu unserem Kurs gibt?" Die beiden standen am Hologramm des Viechs. Annabelle antwortete: "Hier ist ein Parallelkurs, aber er ist uninteressant für uns. Die Adern haben im Schnitt einen Durchmesser von 50 Metern, da passt die Hydra nicht durch." Alita rief: "Skara, ich brauche dich!" Jane fragte besorgt: "Wo willst du mit Skara hin, Alita?" "Ich werde mit Skara einen Ausflug machen, das Shuttle mit dem U-Boot-Update schnappen und versuchen, einen Teil der Antikörper abzulenken", erklärte Alita. "Das kommt überhaupt nicht infrage. Es ist viel zu gefährlich und Skara ist noch viel zu jung für eine solche Aufgabe. Außerdem hat sie keine Erfahrung", sagte Jane bestimmt. "Doch, ich brauche Skara, um das Heckgeschütz des Shuttles zu bedienen. Zudem wird es Zeit, dass sie Erfahrung sammelt. Sie wird das schon packen. Ihr Welpenschutz ist jetzt und heute vorbei. Du wirst hier gebraucht, Lunaria ist beschäftigt, und dann ist Skara, neben mir, die Einzige mit umfangreicher Kampfausbildung", erwiderte Alita unbeirrt. Skara meldete sich zu Wort: "Eure Prinzessin wird eure Ärsche retten gehen. Mach dir keine Sorgen, Jane." Jane wusste, dass sie Alita nicht davon abhalten konnte und dass es die einzige Chance war. "Dann los, ihr beide", gab sie schließlich nach. Die beiden rannten zum Lift und fuhren hinunter zum Shuttle-Hangar.


Alita und Skara nahmen in dem Shuttle ihre Plätze ein und schnallten sich an. Sie waren bereit für den Start. Plötzlich ertönte Janes Stimme über die Com: "Wir müssen diese Aktion abbrechen." Alita fragte, "Warum?" "Weil wir es nicht riskieren können, die Geschwindigkeit auf 60 Knoten zu verringern, um das Shuttle gefahrlos aus zuschleusen. Dafür haben wir einfach keine Zeit", erklärte Jane. "Zum Teufel mit, gefahrlos! Mach einfach das verfluchte Hangar-Tor auf, ich werde das schon hinbekommen", erwiderte Alita entschlossen. "Du und dein Dickkopf! In 10 Sekunden öffnen wir das Hangar-Tor", antwortete Jane verärgert. Alita wandte sich an Skara und sagte: "Die Ausschleusung könnte ein bisschen holprig werden." Skara nickte zustimmend und antwortete: "Kein Problem, ich bin bereit."


Das Tor öffnete sich und das Shuttle schoss heraus. Auf der Hydra konnte man die Ausschleusung beobachten. Die Geschwindigkeit war jedoch zu hoch und das Shuttle überschlug sich mehrere Male, bevor es gegen die Wand der Ader prallte. "Dieses verrückte Huhn", sagte Jane kopfschüttelnd. Aber nach dem Unfall stabilisierte das Shuttle seine Bahn und bog kurz darauf in eine andere Ader ab. Doch Josie machte sich Sorgen: "Das Shuttle muss einen Schaden abbekommen haben. Ich bekomme keinen Funk-Kontakt zum Shuttle und ihr Peilsender ist ebenfalls ausgefallen. Wir werden sie gleich aus der Ortung verlieren." "So ein Mist", antwortete Jane. "Aber der Plan scheint zu funktionieren. Die Hälfte der Antikörper verfolgt jetzt das Shuttle." 
Man konnte sehen, dass Jane sich große Sorgen um Alita und Skara machte.


Skara klagte: "Das nennst du, die Ausschleusung könnte bisschen holperig werden? Mir tun alle Knochen weh." "Mir auch, aber jetzt ist keine Zeit, um zu jammern. Wir haben einen Job zu erledigen", entgegnete Alita. In diesem Moment schoss eine Stichflamme aus einer Konsole. Die automatische Feuerlöschanlage trat in Kraft und löschte das Feuer blitzschnell. Alita stellte fest: "Wir haben unseren Funk und den Peilsender verloren, jetzt sind wir auf uns selber gestellt." "Na toll", meinte Skara genervt. Nachdem Alita das Shuttle wieder stabilisiert hatte, bog sie in eine andere Ader ein. Ungefähr die Hälfte der Antikörper verfolgten jetzt das Shuttle. "Das Shuttle ist schneller als die Hydra. Es kann eine Geschwindigkeit von 170 Knoten erreichen. Wenn uns eines der Biester zu nahe auf die Pelle rückt, abschießen, Skara", befahl Alita. "Verstanden", antwortete Skara und richtete das Geschütz auf das nächste angreifende Antikörper aus.      


Lunaria hatte nun keine Probleme mehr, die Antikörper abzuwehren, da sie auf die Hälfte reduziert waren. Die Hydra machte gute Fortschritte und nach einer Stunde trat sie durch die Tränendrüse in den freien Raum hinaus. "Wir haben es geschafft, das Vieh zu entkommen!", rief Jane erleichtert. Die Hydra blieb in der Nähe des Viehs und kam zum Stillstand. "Josie, kannst du das Shuttle orten? Es müsste schon hier sein. Das Shuttle ist schneller als wir und ihre Strecke war auch ein bisschen kürzer", sagte Jane. "Ich habe kein Shuttle in der Ortung", erwiderte Josie besorgt. "Da muss etwas passiert sein." Jane machte sich immer größere Sorgen. "Das ist nicht gut. Wir müssen das Shuttle finden. Hab ihr eine Idee, wo es sein könnte?"


Das Shuttle machte gute Fortschritte dank seiner Geschwindigkeit von 170 Knoten. Die Antikörper konnten kaum mithalten. Hin und wieder kam eines der Biester gefährlich nahe an das Shuttle heran. Skara hatte jedoch keine Probleme, es abzuschießen. Plötzlich sagte Alita: "Scheiße". Skara ermahnte sie sofort: "Solche Worte nimmt man nicht in den Mund, Alita. Was ist los?"Alita antwortete: "Die Ortung zeigt, dass ein Rudel dieser Biester ein Stück vor uns ist. Wir müssen unsere Route ändern."


Die Hydra wartete nun schon eine halbe Stunde und weit und breit war nichts vom Shuttle zu sehen. Lunaria stand auf und ging zu Jane. "Was gedenkst du jetzt zu unternehmen?", fragte sie. "Warten?", antwortete Jane. "Warten? Wir müssen eine Rettungsaktion starten und zurückfliegen", forderte Lunaria. "Nein, wir warten", entgegnete Jane. "Du weißt ganz genau, wie oft Alita uns schon den Arsch gerettet hat und dabei ihr Leben aufs Spiel gesetzt hat, und dann willst du feige hier warten?", fragte Lunaria aufgebracht. "Du weißt, wenn es nach mir ginge, würde ich für Alita und Skara mein Leben aufs Spiel setzen, aber ich bin hier die Kommandantin. Und meine oberste Pflicht als Kommandantin ist es, Gefahr von der Hydra und ihrer Besatzung abzuwenden. Also sage ich, wir warten", erklärte Jane. "Nach meinen Berechnungen leben die beiden mit einer Wahrscheinlichkeit von 98 % nicht mehr. Und die Wahrscheinlichkeit, bei einer Rettungsaktion nicht umzukommen, liegt bei 0,2 %", warf Bob ein. Jane fuhr ihn scharf an: "Halte einfach mal deine Klappe." Jane und Lunaria standen sich einen Meter voneinander entfernt gegenüber. "Ich fordere dich noch einmal auf, lass uns eine Rettungsaktion starten", sagte Lunaria in einem gefährlich leisen Ton. Jane antwortete mit einem sehr scharfen Ton: "Nein."

In der Kommandozentrale herrschte eine angespannte Atmosphäre, die förmlich zu knistern schien. Alle Augen waren auf Lunaria und Jane gerichtet, während sie einander intensiv ansahen. Lunaria bemerkte, dass Jane keine Kompromisse eingehen würde und ihr Blick verriet eine gefährliche Entschlossenheit. Lunaria ihrerseits sah in Janes Augen ein bedrohliches Funkeln. Sie fragte sich, ob es jetzt an der Zeit war, das Kommando an sich zu reißen. Doch wer oder was konnte sie aufhalten? Jane war sich bewusst, dass Lunaria wie eine tickende Bombe war und jederzeit ausflippen konnte. Als Kampfmaschine in menschlicher Gestalt war sie unberechenbar und gefährlich. Jane wusste, dass sie jetzt handeln musste, auch wenn es etwas war, was sie nie tun wollte. Mit einer scharfen Stimme sagte sie zu Lunaria: "Lunaria, Code L7G12". Sofort entspannten sich Lunarias Augen und sie erwiderte: "Du hast vollkommen recht, wir warten". Dieser Code war etwas, das Lunaria, Jane und Alita anvertraut hatte, als sie zur Hydra stieß. Der Code ermöglichte es der Hyper-Inprotonik, die Kontrolle über die Androidin zu übernehmen, während das Plasma-Gehirn, das sie menschlich machte, getrennt wurde. Die Hyper-Inprotonik handelte rein logisch, ohne emotionale Regungen. "Danke Jane", sagte Lunaria, als sie sich wieder unter Kontrolle hatte. "Ich denke, das war eine kluge Entscheidung." Jane nickte zustimmend. Sie wusste, dass Lunaria eine wichtige Rolle in ihrem Team spielte, aber sie musste auch immer auf der Hut sein, um sicherzustellen, dass sie keinen Schaden anrichtete. Die beiden Frauen wandten sich wieder ihrer Arbeit zu, während die anderen Besatzungsmitglieder erleichtert aufatmeten und sich wieder ihren eigenen Aufgaben widmeten.


Alita bog in eine andere Ader ein und kurze Zeit später wieder in eine andere. "Du weißt schon, wo wir lang müssen, oder?", fragte Skara. "Ähh, wir werden schon einen Weg finden", antwortete Alita. Skara nuschelte vor sich hin, "Bist du schon wieder am Nörgeln?" "Habe ich jemals in meinem Leben nicht genörgelt?", fragte Skara zurück.

"Du hast recht, aber pass auf, dass uns die Biester nicht zu nahe kommen", warnte Alita, als sie erneut in eine neue Ader einbogen. Diese wurde zunehmend enger, bis sie schließlich nur noch einen Durchmesser von 12 Metern hatte. Trotzdem schoss das Shuttle mit einer Geschwindigkeit von 170 Knoten durch die enge Ader, da Alita nicht die Geschwindigkeit drosseln konnte, um die Biester abzuhängen. (Hoffentlich finden wir bald eine breitere Ader), dachte sie. Plötzlich schrie Alita auf, "Scheiße, es ist eine Sackgasse! Halte dich fest, wir prallen gleich gegen eine Aderwand!". Doch sie hatten Glück im Unglück - die Wand war dünn und das Shuttle brach hindurch. Sie fanden sich in einem riesigen Raum mit starken Winden wieder. "Ich will ja nicht mit meiner Schlauheit angeben, aber ich denke, wir sind in der Lunge", sagte Skara. "Gut, dass ich dich dabei habe, darauf wäre ich alleine nie gekommen", entgegnete Alita. Skara schlug vor, "Was hältst du von dem Plan, wir fliegen die Luftröhre entlang und verpissen uns durch die Nase?". "Verpissen? Ich glaube, wir müssen mal an deinem Wortschatz arbeiten", sagte Alita. "Fasse du dich lieber an deine eigene Nase", gab Skara zurück. "Aber der Plan ist gut. So machen wir das". Alita schaltete das Shuttle wieder in den Raumschiffmodus und sie flogen die Luftröhre entlang, bis sie schließlich den Weg zur Nase fanden. Dort verließen sie das Tier.


Mit einem freudigen Ton sagte Josie: "Ich habe das Shuttle in der Ortung." Ein Stein fiel Jane vom Herzen und sie sagte: "Sina fliege das Shuttle entgegen." Dann wandte sie sich an Lunaria und hob den Code mit einem gegen Code wieder auf. Sofort übernahm das Plasma-Gehirn die Kontrolle über den Androiden-Körper und Lunaria sagte: "Sorry, Jane, ich glaube, ich war vorhin etwas neben der Spur."  "Das ist Schnee von gestern. Du hast dir halt große Sorgen um die beiden gemacht, wie wir alle. Aber das macht dich menschlich." Lunaria nahm sich vor, Janes Befehle nie wieder infrage zu stellen. Kurze Zeit später war das Shuttle eingeschleust. Alita und Skara betraten die Kommandozentrale. Jane nahm die beiden in den Arm und sagte: "Schön, dass ihr wieder hier seid." Sie wandte sich an Sina und sagte: "Gebe Dampf auf den Kessel, wir werden uns jetzt von hier verpissen." Alita und Skara schauten sich an und fingen schallend an zu lachen. Jane war erstaunt und fragte: "Worüber lacht ihr?"
Kurze Zeit später verschwand die Hydra in den Hyperraum.


Fortsetzung folgt




 
J
John Baker Sander
Dabei seit Feb. 2019
09.12.2019, 04:57 Uhr
#2
Weiter geht's für Skara mit den Lektionen des Lebens. - Echt gut.
Diese Fortsetzung hat für mich 2 ganz große Pluspunkte. Zu einem hört man gerne zu, was Alita zu erklären hat. Zum 2. ist es lustig zu lesen, wie Skara die Lektionen aufnimmt, umsetzt, doch die Herausforderungen letztendlich meistert.

Ich habe mich gekringelt vor Lachen. Ich bin einfach eines, Großer Fan deiner Figuren! 

Meine Liebe Fürstin auch diesmal sag ich, sorge bald für Nachschub, ich warte ungeduldig :)!

 

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