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Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Hydra Kapitel 24

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Fürstin der Nacht
Dabei seit Feb. 2019
15.12.2019, 08:57 Uhr
Ersteller#1
Das absolute Nichts 

Die Hydra trat aus dem Hyperraum und Janes erste Reaktion war, ein lautes "Ausweich-Manöver sofort!" zu schreien. Aber es war bereits zu spät. Direkt vor ihnen befand sich ein Ring von 500 km Durchmesser, bestehend aus purer Energie. Die Hydra flog durch den Ring und plötzlich war alles um sie herum schwarz. Auf dem Panoramaschirm war nichts mehr zu sehen - keine Sterne, keine Planeten. "Wo sind wir hier? Josie, was sagt die Ortung?", fragte Jane, sich bewusst, dass sie möglicherweise in großer Gefahr waren. "Ich habe nichts auf der Ortung, da draußen treibt sich nicht mal ein Atom herum", antwortete Josie, die Ortungsspezialistin. Josie versuchte weiter Daten zu sammeln, aber es gab nichts zu finden. "Was hat das zu bedeuten, Bob, Lunaria, Nora?", fragte Jane, mit Besorgnis in ihrer Stimme. "Ohne Daten kann ich nichts berechnen", antwortete Bob. "Lunaria, Nora, was denkt ihr?", fragte Jane weiter. "Ich muss Bob zustimmen, ohne Daten können wir nicht viel tun", sagte Nora, die theoretische Physikerin.

Bob sprach mit Jane und Nora über eine Theorie, die er hatte. "Die eisigste Theorie, die ich habe, wird Euch aber nicht gefallen, die ich auf nichts stützen kann, es ist ein Ring, so was wie eine Zeitmaschine und hat uns in die Vergangenheit geschleudert", sagte Bob. "Wie weit in die Vergangenheit?", fragte Jane neugierig. "Mindestens über 13,82 Milliarden Jahre", antwortete Bob. "Wie kommst Du auf diese Zahl?", fragte Jane und starrte Bob an. "Wir befinden uns in einer Zeit vor dem Urknall", erklärte Bob. "Das könnte das absolute Nichts erklären", gab Nora von sich. Bob erklärte weiter: "Nach der klassischen Urknall-Theorie (Big Bang) begann unser Universum mit dem Urknall vor ca. 13,82 Milliarden Jahren. In dem Moment entstanden auch Raum und Zeit. Nach dieser Theorie macht deshalb die Frage nach dem „Davor“ keinen Sinn. Vor dem Urknall gab es nichts. Der Urknall ist eine Theorie. Sie besagt, dass das Universum aus einer Singularität entstanden ist, aus einem minimalsten Punkt, einem Punkt mit unglaublich hoher Dichte. Er enthielt die gesamte Materie und Energie des Universums." Nora ergänzte: "Es gibt auch die Theorie, dass es wirklich nur das Nichts gab, ohne Materie. Vor dem großen Urknall existierte nichts. Die euklidische Raum-Zeit ist eine geschlossene Oberfläche ohne Ende, genauso wie die Oberfläche der Erde. Man kann imaginäre und reale Zeit so sehen, dass sie Ihren Beginn am Südpol hat. Das ist ein ebener Punkt der Raum-Zeit, an dem die normalen Gesetze der Physik bestehen. Es gibt nichts südlich vom Südpol, also existierte nichts vor dem Urknall." Bob fügte hinzu: "Wir können nicht mal feststellen, ob hier überhaupt irgendwelche Naturgesetze gibt und wenn ja, dann haben sie für uns keine Gültigkeit. Normal dürfte hier keine Zeit existieren, aber wir können uns hier in der Hydra ganz normal bewegen. Normal gibt es ohne Zeit keine Bewegung. Es ist schon alles seltsam hier."

Seit 4 Tagen befand sich die Hydra im Nichts. Jane saß an ihrem Schreibtisch und wollte den Logbucheintrag für heute erledigen. Sie überlegte noch, was sie schreiben sollte, bevor sie begann: Jane schreibt: (Wir stecken nun schon den vierten Tag im Nichts. Die Stimmung an Bord wird immer schlechter. Es gab schon erste Streitereien zwischen den Besatzungsmitgliedern. Es gibt kaum noch etwas zu tun an Bord, außer den wenigen Routine- und Wartungsarbeiten, die Iris und Skara in der Regel übernehmen. Ich überlege, beim nächsten Streit den Verursacher für 48 Stunden in die Arrestzelle zu schicken, um sich abzukühlen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es zu einer ernsten Krise zwischen den Besatzungsmitgliedern kommt. Aber was kann ich tun? Ich bin absolut ratlos. Sollte hier die Reise der Hydra enden? Es gibt keinen Strohhalm, nach dem wir greifen können. Ist unser Schicksal, auf den Tod zu warten, der uns in einigen Jahrzehnten erwartet, wenn wir in hohem Alter sterben? Aber ich bin noch nicht bereit, unser Schicksal zu akzeptieren. Eintrag Ende) .

Wie so oft saß Skorpi auf Janes Schulter und sagte: "Ich habe auch eine Theorie." Jane lächelte und erwiderte: "Dann lasse hören." Skorpi grinste und sagte: "Erzähle ich vor versammelter Mannschaft." Nach einer halben Stunde saßen alle am Kartentisch und Jane sagte: "Okay, Skorpi, fange an zu erzählen." Skorpi räusperte sich und begann: "Bob, denke, wir sind uns einig, dass der Ring kein natürliches Phänomen ist, oder?" Bob nickte und antwortete: "Mit 87 % ist es nicht natürlich." Skorpi fuhr fort: "Jetzt stellt sich die Frage, was für ein Sinn sollte der Ring haben? Ich glaube nicht, dass es eine Waffe sein soll." "Da stimme ich dir zu", sagte Jane, "Da wir nicht gezwungen wurden, in den Ring hineinzufliegen. Wir hatten nur das Problem, dass wir nicht mehr ausweichen konnten. Jetzt stellt sich die Frage, wozu der Ring erschaffen wurde?", sagte Skorpi. Iris meldete sich zu Wort und meinte: "Vielleicht für wissenschaftliche Experimente." Skorpi schüttelte den Kopf und sagte: "Hmm, denn würde der Ring keine 500 km Durchmesser haben, um eine Sonde durchzuschicken. Ein Ring von 500 Meter Durchmesser würde auch reichen." Bob stimmte zu und sagte: "Da gebe ich dir recht, Skorpi." Jane fragte: "Und was ist deine Meinung, warum der Ring so groß ist?" Skorpi überlegte einen Moment und antwortete: "Um nicht nur ein Objekt, sondern z. B. eine ganze Flotte von Raumschiffen auf einmal durchzuschicken." "Das ist doch verrückt!", rief Lunaria aus. "Wer schickt schon eine ganze Flotte ins Nichts?" Skorpi antwortete ruhig: "Wer sagt denn, dass es eine Art Zeitmaschine ist und dass wir uns vor dem Urknall befinden? Das ist nur Bobs Theorie, die nicht bewiesen ist." Nora fragte: "Was ist es denn deiner Meinung nach?" Skorpi lächelte und sagte: "Ich tippe auf eine Transmitteranlage." Lunaria rollte mit den Augen und sagte: "Wie kommst du auf diese Schwachsinns-Idee?" Skorpi erklärte geduldig: "Wir haben eine Transmitteranlage an Bord der Galaxie II. Der Unterschied ist, dass unsere Anlage in Nullzeit arbeitet, um eine Strecke zurückzulegen. Selbst der große Sonnentransmitter, mit dem ihr hier nach Andromeda gelangt seid, arbeitet in Nullzeit. Wer sagt denn, dass es nicht Transmitteranlagen gibt, in denen man eine gewisse Zeit im Ereignisfeld verweilen muss, um eine gewisse Strecke zurückzulegen? Wir haben kaum Ahnung von der Transmitter-Technologie. Vielleicht befinden wir uns gerade im Ereignisfeld einer Transmitteranlage, und wir kommen sehr bald im Empfänger wieder raus." "Das ist doch kompletter Schwachsinn, eine Transmitteranlage", sagte Lunaria. Bob überlegte einen Moment und sagte dann "Moment, wenn ich Skorpis Argumente zum Grunde lege, ist seine Theorie merkbar wahrscheinlicher als meine, seine Theorie stimmt mit einer Wahrscheinlichkeit von 78 % und das ist schon eine Menge“, meinte Bob. Jane sah wieder Hoffnung in den Augen der Besatzungsmitglieder, sollte der Kleine vielleicht recht haben mit seiner Theorie? 

Die nächsten zwei Tage vergingen ereignislos und die Besatzung des Raumschiffs fing langsam an, die Hoffnung wieder zu verlieren.  Als Sina zufällig auf den Panoramaschirm schaute, durchfuhr sie plötzlich ein Schrecken. "Die Sterne sind wieder da!", schrie sie aufgeregt. Jane reagierte sofort und befahl: "Sina, Alarmstart! Wir müssen sofort mit der Hydra in den Hyperraum und 10 Lichtjahre zurücklegen!" Die Hydra beschleunigte mit Höchstgeschwindigkeit und verschwand blitzschnell im Hyperraum. Nach 10 Lichtjahren fiel das Raumschiff wieder in den Normalraum zurück. Ein Augenblick später sagte Bob: "Wir haben eine Strecke von 25000 Lichtjahren zurückgelegt!" "Also war Skorpis Theorie doch richtig", sagte Jane zufrieden. 

Skorpi hatte sowohl Bob, Lunaria als auch Nora mit seiner Logik überrascht. "Ich kann es nicht glauben", sagte Bob. "Sollte Skorpis Micro-Posiktronik leistungsfähiger sein als unsere?", fragte Lunaria skeptisch. "Das ist durchaus möglich", erwiderte Skorpi. "Meine Technologie ist um einiges fortschrittlicher als das, was ihr bisher gesehen habt. Wenn ich meine Ergebnisse richtig interpretiere, dann bin ich Jahrhunderte, wenn nicht sogar Jahrtausende, voraus mit meiner Micro-Technologie"


Fortsetzung folgt



 
J
John Baker Sander
Dabei seit Feb. 2019
21.12.2019, 00:46 Uhr
#2
Ich saß ja schon hier, dachte, diesmal hab ich die Fürstin, diesmal ist das zu leicht zu durchschauen? - Aber nein, der Speer flog nicht durch das Herz,. Sehr gut, das war der "Turning Pont" der Geschichte. - Schön, das Skara auch weiterhin mehr ist wie einfacher Sidekick. Es mach weiterhin großen Spaß ihre Wandlung mitzuerleben.

Die Umsetzung der Spannungsbögen ist dir großartig gelungen!
Schön, das du nicht das Alltagsleben auf der Hydra vergisst und auch Skara, stolz ihre Geschichte erzählen darf.
Das Verantwortungsgefühl von Alita für Skara wirkte echt.  Auch umgekehrt spürt man Zuneigung zwischen deinen Charakteren.

Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht, ob und wie das Training mit Skara weitergeht? - Welche Abenteuer du sie nun verwickelst? - Vielleicht rückst auch eine andere Figur wieder mehr in den Vordergrund? 

... Fortsetzung folgt .... 
... hoffentlich bald ...  

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