Die Weltraum -Werft
Als die Hydra im Sonnensystem ein flog, stellte die Ortung fest, dass die kleine Sonne, einen Planeten und ein Asteroiden-Gürtel hatte. "Was sagt die Ortung zu den Planeten, Josie?“ wollte Jane wissen. "Nach den ersten Bildern ist das eine Pflanzenwelt. Es gibt ein paar kleine Seen, aber das ganze Festland ist von Pflanzen überwuchert“. "Ich denke, hier wird es wohl nichts Interessantes für uns geben, wir werden weiter fliegen“. "Moment Jane, ich habe da was in der Ortung“. "Wo Josie?“. "Im Asteroiden-Gürtel, etwas Großes, aus Metall“. "Und was?“. "Das kann ich dir noch nicht sagen. Wir sind noch zu weit entfernt. Ich bekomme noch keine genauen Daten“. "Sina, nehme Kurs auf das Objekt, wir nähern uns bis auf 100.000 Kilometer“, befahl Jane. Nach 15 Minuten hatte die Hydra das Objekt bis auf 100000 Kilometer genähert und kam zum Stillstand. Die Ortung lief.
“Wow, schau dir das an! Das ist eine riesige Scheibe im Weltraum. 25 Kilometer im Durchmesser und 12 Kilometer dick. Das muss eine Raumstation sein”, sagte Josie begeistert. “Hmm, komisch, warum baut jemand so ein Ding hier in diesem verlassenen System? Und dann noch im Asteroiden-Gürtel? Das sieht aus, als ob die Station sich verstecken wollte. Gut, dass wir so gute Sensoren haben, sonst hätten wir sie glatt übersehen”, meinte Jane skeptisch. “Gibt es da irgendwelche Lebenszeichen oder Energiequellen? Kannst du etwas messen?”, wollte Alita wissen. “Nein, das Teil ist energietechnisch tot. Ich sehe nichts Ungewöhnliches”, antwortete Josie. “Was meinst du, Jane? Sollen wir mal näher ran fliegen und nachsehen? Vielleicht finden wir ja was Interessantes für uns”, schlug Alita vor. “Ja, wir werden uns die Station anschauen. Aber ich riskiere nicht unser Schiff. Die Hydra bleibt hier in sicherer Entfernung. Alita, du nimmst Skara, Iris und Elva in einem Shuttle mit. Ich denke, Iris kennt sich am besten mit solchen Stationen aus. Macht euch bereit für den Einsatz”, befahl Jane. “Warum darf ich nicht mit?”, beschwerte sich Lunaria. “Du weißt genau, warum. Du bist zu impulsiv und ziehst immer dein Schwert zu schnell. Ich brauche dich hier als Reserve, falls etwas schiefgeht”, sagte Jane mit einem Lächeln. “Juhu, ich darf mit auf den Einsatz”, freute sich Elva. Das war es, was Elva schon immer wollte: Abenteuer erleben.
Alita, Iris, Skara und Elva machten sich auf den Weg zur Ausrüstungskammer. Sie zogen ihre Kampfanzüge an. Sogar Elva hatte einen Kampfanzug, der extra für sie von Lunaria und Iris angefertigt worden war. Die beiden hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, um die nötigen Mikroaggregate für die Luftversorgung, den Schutzschirm und die Flugfähigkeit des Anzugs zu bauen. Aber sie hatten es geschafft. Sogar Skorpi hatte dabei geholfen, er war ja selbst ein Meisterwerk der Mikrotechnologie. Elva sah niedlich aus in ihren kleinen Kampfanzug. Sie sah aus wie eine Biene im Krieg. Nachdem sie ihre Ausrüstung angelegt hatten, gingen sie zum Shuttle-Hangar. Sie stiegen in einen Shuttle und überprüften die Systeme. Alita sagte: “Skara, du setzt dich ans Steuer, du darfst das Shuttle fliegen. Iris, du bedienst die Waffen. Und ich kümmere mich um die Ortung und den Funk.” “Und was mache ich?”, fragte Elva. “Am besten nichts kaputt”, sagte Alita lachend. Die Startvorbereitungen waren abgeschlossen, das Shuttle verließ die Hydra und steuerte auf die Raumstation zu. Kurz darauf erreichte das Shuttle die Station. “Lass uns erst mal die Station umkreisen und schauen, ob wir noch was orten können”, befahl Alita.
Er saß in einer kleinen Nebenzentrale und beobachtete das Shuttle auf seinen Ortungsgeräten. Seine Ortungsgeräte hatten Alarm geschlagen, als ein größeres Raumschiff in dieses Sonnensystem eingeflogen war. Er wunderte sich, was ein Raumschiff so weit ab von den üblichen Routen hier zu suchen hatte. Er wollte erst mal weiter beobachten, was da vor sich ging.
“Hey, schaut mal hier! Die Ortung zeigt eine kleine Energiequelle an. Da muss ein kleines Kraftwerk laufen”, sagte Alita. Jane meldete sich über Funk und fragte: “Was habt ihr herausgefunden?” “Nicht viel, wir haben nur ein kleines Kraftwerk entdeckt, das Energie erzeugt. Und die Station ist kein Schrotthaufen, sie ist in einem tadellosen Zustand”, berichtete Alita. “Wir können nur mehr erfahren, wenn wir auf der Station landen und sie erkunden. Dürfen wir das, Jane?” “Ja, dürft ihr, aber seid vorsichtig. Und wenn euch etwas komisch vorkommt, dann haut ab, verstanden?” “Ja, verstanden. Du kennst uns doch”, erwiderte Alita. Ja, Jane kannte ihre Crew nur zu gut. Sie wusste genau, dass sie immer für ein Risiko zu haben waren.
Er beobachtete, wie das Shuttle am Landeanflug war. Er nahm einige Schaltungen vor.
“Schau mal, Alita! Diese Seite der Station sieht aus wie ein riesiges Landefeld!” rief Skara begeistert. “Das stimmt, und einige Felder sind farblich markiert. Das größte ist 3 mal 3 Kilometer groß, und dann werden die Felder kleiner. Ich zähle insgesamt 25 farbige Felder. Sie bedecken 2 Drittel der Landefläche. Lass uns unser Shuttle neben die markierten Felder landen.” Als das Shuttle gelandet war, liefen große Kraftwerke an und ein Energie-Schirm spannte sich über das ganze Landefeld, das 25 Kilometer im Durchmesser maß. “Was soll das denn? Will die Station uns an der Flucht hindern?” fragte Skara besorgt. Alita beobachtete die Messinstrumente weiter und sagte: “Dafür ist der Energie-Schirm viel zu schwach. Den können wir ohne Probleme mit dem Shuttle durchdringen. Aber wofür der ist, weiß ich auch nicht.” Kurz darauf liefen große Turbinen an. “Ihr glaubt nicht, was meine Instrumente anzeigen. Das Landefeld füllt sich mit Sauerstoff. Jetzt weiß ich, wozu der Schutzschirm da ist. Er verhindert das Entweichen der Atmosphäre in den Weltraum. Das nenne ich doch mal einen Service! Wir können ohne Bedenken das Landefeld betreten.”
“Iris, hast du schon eine Vorstellung, was diese Station zu bedeuten hat?” wollte Alite wissen. “Ich habe schon eine Ahnung, was es sein könnte, aber ich will nicht voreilig Schlüsse ziehen. Ich brauche noch mehr Daten, bevor ich mit Bestimmtheit sagen kann, was das ist.” erwiderte Iris. “Dann müssen wir wohl in die Station eindringen, um mehr zu erfahren.” meinte Skara. “Ja, das denke ich auch.” erwiderte Alita. “Wir werden aber lange brauchen, um nur einen Teil der Station zu sehen.” meinte Iris. “Deswegen schicken wir auch Elva in die Station. Sie kommt alleine merklich schneller voran als wir, da sie ja fliegen kann. Sie kann mit ihrer Mikrokamera Bilder machen, die wir dann auswerten.” sagte Alita. “Wer? Ich?” Elva schaute Alita mit großen Augen an. “Ja, du. Oder hast du Angst? Da drin wird sicherlich keiner mit einer Fliegenklatsche sein. Ich erwarte dich dann in 5–6 Stunden zurück. Die Station ist ja riesig. Versuche nur einige wichtige Etagen zu durchfliegen.” befahl Alita. “Ich und Angst? Natürlich übernehme ich den Job.” erwiderte Elva selbstbewusst. “Aber was ist, wenn ich mich verfliege?” fügte sie leise hinzu.
Nachdem Elva die Vorbereitungen abgeschlossen hatte, verließ sie das Shuttle. Sie fand schnell ein Schlupfloch, durch das sie in die Station eindringen konnte. Sie fing an, durch die Station zu fliegen, Raum für Raum. Sie war beeindruckt, wie groß einige Räume waren. Die technischen Gerätschaften, die sich darin befanden, waren ihr ein Rätsel. Sie verstand nicht viel von Technik. Sie machte jede Menge Bilder. Sollten doch die anderen die Bilder auswerten. Sie kam gut voran. Sie durchflog die Räume, die sie für wichtig hielt. "Wow, das ist ja wie eine andere Welt hier drin!" schwärmte sie. "Ich frage mich, was diese Station zu bedeuten hat. Und wer hat sie gebaut? Und warum ist hier niemand?" Sie schüttelte den Kopf und konzentrierte sich auf ihre Aufgabe. "Ich muss mich beeilen, bevor Alita ungeduldig wird. Sie ist so streng mit mir. Aber ich mag sie trotzdem." Sie lächelte und flog weiter.
Er beobachtete das Shuttle ganz genau. Noch hatte sich keiner der Besatzung blicken lassen. Plötzlich meldeten seine Scanner, dass etwas Kleines das Shuttle verließ. Was war das? Vielleicht ein kleiner Roboter-Spion? Nein, nach seinen Scannern lebte das kleine Etwas. Das Kleine sah aus wie ein Insekt. Er beobachtete weiter das kleine Insekt, wie es zielsicher durch seine Station flog. Das Insekt musste intelligent sein. Es war sicherlich ein Kundschafter.
Drei Stunden waren vergangen und Skara sagte zu Alita: “Was meinst du, sollen wir die Hydra rufen?” “Ja, machen wir. Es scheint ja hier alles friedlich zu sein. Es dürfte keine Gefahr für die Hydra bestehen.” Alita nahm Verbindung mit Jane auf. Eine halbe Stunde später war die Hydra im Landeanflug. Kurz darauf setzte die Hydra auf dem Landefeld auf. Jane gab den Befehl, dass das Shuttle wieder eingeschleust werden sollte. Kurz danach betraten Alita, Skara und Iris die Kommandozentrale. “Was gibt es zu berichten?” wollte Jane wissen. “Eigentlich nicht viel. Es ist ruhig hier und Elva ist auf Erkundungsflug in der Station. Sie müsste in 2–3 Stunden wieder hier sein.” berichtete Alita. “Dann wollen wir auf sie warten und schauen, was sie zu berichten hat.” “Ich hoffe, sie hat nichts angestellt.” scherzte Skara. “Elva ist doch immer für eine Überraschung gut.”
Er beobachtete die Landung des Mutterschiffs und die Einschleusung des Shuttles. Er kannte hunderte von Raumschiff-Typen, große und kleine, aber diesen Raumschiff-Typ kannte er nicht. Gehörte es zu einer fremden Rasse? Er wurde neugierig. Vielleicht konnten sie ihm helfen. Er sah, wie das kleine Insekt wieder die Station verließ. Er musste verhindern, dass das Raumschiff wieder verschwand. Er nahm einige Schaltungen vor.
Als Elva wieder in der Kommandozentrale war, fragte Jane: “Was gibt es zu berichten?” “Es ist alles riesig groß da drin, aber schaut meine Bilder an, die ich gemacht habe.” Alle nahmen am Kartentisch Platz. Die Bilder wurden in den 3D-Projektor geladen. Plötzlich sagte Bob: “Wir haben ein Problem.” “Welches?” wollte Jane wissen. “Es scheint so, als ob die Station nicht möchte, dass wir hier verschwinden. An unseren Landestützen haben sich Magnetfelder gebildet. Ich glaube nicht, dass wir noch starten können.” “Sina, ab mit dir auf den Pilotensitz und versuche zu starten.” befahl Jane. Sina versuchte es, aber dann sagte sie zu Jane: “Mehr Schub kann ich nicht auf die Triebwerke geben. Sonst werden die Landestützen aus dem Rumpf der Hydra gerissen.” “Start abbrechen.” Sina ließ die Triebwerke auslaufen. “Ich werde mal in die Waffenkammer gehen, mir ein paar Mikro-Bomben holen. Dann in die Station eindringen, den Generator suchen, der für die Energieversorgung der Magnetfelder verantwortlich ist, und ihn in die Luft sprengen.” sagte Lunaria. “Nein, das wirst du nicht. Ich werte das nicht als Angriff und wir wollten sowieso noch nicht starten. Und jetzt wollen wir die Bilder gucken.” lächelte Jane. Die Bilder waren faszinierend. Besonders Iris war von den Bildern angetan. “Seht mal da, das sind riesige Hydraulik-Stempel. Jetzt weiß ich auch, wozu hier auf dem Landefeld verschiedene farbige Felder gibt. Darauf landen Raumschiffe und werden in die Station hineingelassen. Es können hier riesige Raumschiffe landen. Denkt an das Feld von 3 mal 3 Kilometern. Und seht da, das sind Lagerräume mit Raumschiffsteilen. Und auf diesem Bild sind Fertigungshallen für Raumschiffsteile. Es ist eindeutig eine Weltraum-Werft. Eine gigantische, mit einer sehr hochstehenden Technologie.”
Er beschloss, das Raumschiff auf seiner Werft einen Besuch abzustatten. Er war neugierig auf die Besatzung. Bis jetzt hatte er noch keinen zu Gesicht bekommen. Und er war neugierig auf die Technologie des Raumschiffs. Sein Leben bestand darin, Raumschiffe zu reparieren. Er bereitete sich auf den Besuch vor. Er legte einen Kampfanzug an, man konnte ja nie wissen. Bevor er das Landefeld betrat, schaltete er den Schirm für Unsichtbarkeit an. Er wurde unsichtbar. Das Eindringen in das Raumschiff war für ihn gar kein Problem. Er besaß eine besondere Fähigkeit, wie jeder seines Volkes. Er war Strukturwandler, er konnte durch Materie gehen. Um es einfach zu sagen, er konnte durch Wände gehen.
Auf einmal ging der Eindringlings-Alarm los. “Was ist jetzt, Bob?” wollte Jane wissen. “Es ist jemand in die Hydra eingedrungen. Nach meinen Sensoren ist er unsichtbar. Er scheint einen Energieschirm zu besitzen, der ihn unsichtbar macht. Er hält sich zurzeit im Maschinenraum auf.” “Was sollen wir machen, Jane?” wollte Lunaria wissen. “Wir machen erstmal nichts. Elva war in der Werft und hat sich umgeschaut und jetzt macht das unser Gast. Ich frage mich, wie er in die Hydra gekommen ist. Bob, beobachte ihn weiter mit deinen Sensoren.” Kurz darauf sagte Bob: “Es ist seltsam, er war gerade im Maschinenraum und jetzt ist er in Lager D. Das kann er normal nicht so schnell erreichen.” “Außer er ist Teleporter.” meinte Alita. “Nein, nach meinen Sensoren ist er einfach durch die Wand gegangen.” “Hat er eine technische Möglichkeit dazu oder hat er eine besondere Gabe?” überlegte Lunaria. “Das weiß ich noch nicht.” sagte Bob. “Dann halte mich auf dem Laufenden und beobachte weiter.” Es wurde weiter über die Werft diskutiert. Nach einiger Zeit sagte Bob: “Es scheint, als ob er sich genau die Hydra anschaut.” “Dann wird es ja nicht mehr lange dauern, bis er bei uns in der Kommandozentrale auftaucht.” lächelte Skara. “Ich bin gespannt, wer er ist und was er will. Und ob er freundlich oder feindlich gesinnt ist.” fügte Iris hinzu.
Er hatte jetzt schon eine Menge von diesem Raumschiff gesehen. Dieses Raumschiff war technologisch weit fortgeschritten, besonders hatten ihn die Triebwerke, die Energieversorgung und die wissenschaftliche Einrichtung gefallen. Eins fand er merkwürdig: Hatten sie noch nicht festgestellt, dass er sich an Bord befand, oder ließen sie ihn gewähren, das Raumschiff zu begutachten? Sollte es Fall 1 sein, dann war es merkwürdig, bei diesem Stand der Technologie, dass sie nicht wussten, dass er an Bord war. Bei Fall 2 konnte es nur bedeuten, dass es friedfertige Lebewesen waren. Dann gab es noch Fall 3: Sie hatten ihm eine Falle gestellt, von der er noch nichts ahnte. Wie auch immer, er beschloss, die Zentrale zu betreten, wo sich die Besatzung wohl aufhielt. Bis jetzt hatte er noch keine Besatzungsmitglieder im Raumschiff gesehen. Er betrat durch die Wand die Zentrale. Noch war er unsichtbar. Er war erstaunt: fast nur Frauen an Bord. Er kannte einige Lebensformen, die eine gewisse Ähnlichkeit mit den hier an Bord hatten, aber dieses Volk kannte er nicht. Seine Messinstrumente an seinem Arm zeigten ihm, dass der Mann ein Hologramm war und bei der einen Frau saß ein krabbelnder Roboter auf der Schulter. Da war auch noch das kleine Insekt, das in seine Werft eingedrungen war. Er beschloss, sich sichtbar zu machen. “Hallo, ich bin der Kommandant dieser Station.” sagte er freundlich. “Ich hoffe, ihr seid nicht böse, dass ich mich hier umgeschaut habe. Ich bin sehr neugierig auf euch und euer Raumschiff.”
Jane stand auf und sagte zu der Gestalt: “Ich bin Jane, die Kommandantin dieses Raumschiffs Hydra. Ich möchte mich entschuldigen, dass wir einfach so hier auf der Station gelandet sind. Wir dachten, sie wäre verlassen. Mit wem haben wir die Ehre?” “Mein Name ist Puk, mir gehört diese Werft.” “Hier ist noch ein Platz am Tisch, wenn du dich setzen möchtest.” Nachdem Puk Platz genommen hatte, sagte er: “Ihr habt ein sehr hoch technisiertes Raumschiff. Ich möchte euch ein Geschäft vorschlagen, vielleicht könnt ihr mir ja helfen.” “Was für ein Geschäft und wobei können wir dir helfen?” wollte Jane wissen. “Da muss ich etwas weiter ausholen. Mein Volk sind Strukturwandler, wie ihr gesehen habt, wir können durch Materie gehen. Seit Jahrtausenden gibt es hier im Andromeda-Nebel Hunderte von Werften, wie ich sie habe. Mein ganzes Volk hat sich zu Spezialisten für Raumschiffsreparatur entwickelt, davon leben wir. Wir haben viele Völker, die unseren Dienst in Anspruch nehmen.” Iris unterbrach Puk und sagte: “Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ihr so viele Kunden habt. Der Bau solch einer Werft muss ja immense Summen gekostet haben. Wie könnt ihr denn die Preise so günstig machen, dass ihr reichlich Kunden habt? Sicherlich sind eigene Werften der Völker günstiger als ihr.” “Wenn du das auf Stundenlohn rechnest, dann stimmt das, wir sind im Schnitt dreimal so teuer. Aber dank unserer Fähigkeit fällt bei uns bei einer Reparatur die Arbeit weg, Teile zu demontieren, um an beschädigte Sachen zu kommen. Dadurch haben wir eine Zeitersparnis von 65 bis 90 %. Reparaturen, für die andere Werften zwei Wochen brauchen, führen wir in zwei Tagen durch. Wir erledigen jegliche Art von Reparaturen, vom kleinen Gleiter bis zum riesigen Raumschiff. Meine Werft kann Raumschiffe bis zu drei Kilometer Länge aufnehmen. Muss aber auch sagen, meine Werft gehört zu den größten. Wir haben ein riesiges Ersatzteillager und Teile, die wir nicht auf Lager haben, fertigen wir vor Ort an. Somit gibt es keine Lieferzeiten.” “Und wo ist deine Besatzung? Elva ist in der Werft niemandem begegnet.” wollte Jane wissen. Puks Gesicht machte auf einmal einen traurigen Ausdruck und er sagte: “Meine Besatzung bestand mal aus 10500 Mann.” “Und wo sind die jetzt?” fragte Alita nach.
“Meine Besatzung ist in kurzer Zeit gestorben.” sagte Puk mit trauriger Stimme. “Wie konnte das passieren?” wollte Jane wissen. “Das große Sterben bei meiner Rasse ging vor elf Monaten los. Meine ganze Rasse war davon betroffen.” “Was hat das Sterben ausgelöst?” fragte Annabella, unsere Ärztin. “Unsere Wissenschaftler fanden heraus, dass vor 1,5 Milliarden Jahren in einer entfernten Galaxie zwei riesige Schwarze Löcher zusammenstießen. Durch den Zusammenstoß wurde eine Strahlung freigesetzt, die sich im Universum mit Lichtgeschwindigkeit verbreitete. Vor elf Monaten traf sie diese Galaxie. Diese Strahlung griff unsere Zellen an. Wir fanden kein Heilmittel. Bei einigen dauerte das Sterben ein paar Tage, bei anderen einige Wochen, aber alle starben. Soviel mir bekannt ist, war nur meine Rasse davon betroffen. Warum ich davon nicht betroffen war, weiß ich nicht. Vor sieben Monaten hatte ich das letzte Mal Kontakt mit einem von meinem Volk, von einer anderen Werft. Es war auf allen Werften das Gleiche, alle starben. Ich fand mich damit ab, der letzte Überlebende meines Volkes zu sein. Dann vor drei Monaten ein Wunder: Ich erhielt einen Notruf von einer Werft. Die Werft ist auf einem Planeten notgelandet. Normal können Werften nicht landen, dafür sind sie nicht ausgelegt. Es wurde eine Bruchlandung. Aber die Werft hatte Glück. Die Werft landete auf einer Pflanzenwelt. Der ganze Planet ist von Pflanzen überwuchert, mit riesigen Bäumen, die eine Höhe von bis zu 20 Kilometern haben. Die Bäume fingen den Aufprall der Werft ab. Aber die Werft brach in drei Teile. Auch die Besatzung ist der Strahlung entkommen, warum weiß ich auch nicht. Die Werft hat eine Besatzung von 9300 Mann. Bei dem Absturz kamen 199, Mann ums Leben. Die Werft wurde schnell von den Pflanzen wieder überwuchert. Es ist jetzt eine acht Kilometer dicke Pflanzenschicht über der Werft. Man könnte auch sagen, die Werft ist unter den Pflanzen begraben. Aber das ist nicht das Schlimmste: Die Besatzung wird von den Pflanzen angegriffen, sie dringen durch die Bruchstellen ein. Es scheint, dass da eine Lianenart eine gewisse Intelligenz besitzt. Sie haben eine Länge von zwei Metern und können sich blitzschnell bewegen. Es dringen Tausende von Lianen in die Werft ein. Die Besatzung muss immer mehr Sektoren der Werft aufgeben. 250 Mann wurden schon Opfer der Lianen. Sie werden von den Lianen zerquetscht. Die Besatzung führt auf der Werft einen Überlebenskampf. Vor drei Wochen hatte ich das letzte Mal Kontakt zu ihnen. Entweder sind alle tot oder die Funkanlage ist ausgefallen.” “Lass mich raten: Von dem Planeten, von dem du sprichst, ist die Pflanzenwelt hier im System.” sagte Jane. “Ja genau. Ich machte mich gleich auf den Weg hierher, vielleicht kann ich ja helfen. Aber bis jetzt ist mir noch nichts eingefallen, wie ich helfen kann. Ich bin vor drei Tagen hier eingetroffen. Ihr müsst wissen: Eine Werft ist im Sinne kein Raumschiff. Man kann damit auch über lichtschnell fliegen, aber es ist ein sehr aufwendiges Manöver. Für die Startvorbereitungen habe ich zweieinhalb Wochen gebraucht. Es ist Eile geboten, falls noch jemand auf der Werft lebt. Als ich euer Raumschiff inspiziert habe, habe ich die Hoffnung gehabt, dass ihr mir vielleicht helfen könntet. Ich mache euch ein Angebot: Wenn ihr mir helft, die Besatzung zu retten, falls noch jemand lebt, könnt ihr meine Werft als Basis verwenden und alle Reparaturen an eurem Raumschiff gehen auf Kosten des Hauses, auf Lebenszeit.” Jane war sofort klar, dass dieses Angebot Gold wert war: eine Basis im Andromeda-Nebel! Früher oder später würden Reparaturen kommen, die nur auf einer Werft durchgeführt werden konnten. Jane sagte: “Der Deal gilt.” Jane und Puk gaben sich die Hand.
Jane erzählte in kurzen Zügen die Odyssee der Hydra. “Ich verstehe, ihr sucht einen Weg nach Hause.” sagte Puk. “Ja, unser Triebwerk schafft die Strecke von 2,4 Millionen Lichtjahren nicht. Zurzeit suchen wir ein Volk, das die Möglichkeit hat, die Strecke zu überbrücken. Kennst du so ein Volk?” “Ich persönlich nicht, aber Gerüchte behaupten, dass es hier einige Völker geben soll, die Reisen zu anderen Galaxien unternehmen.” “So ein Mist, aber wir werden sicherlich so ein Volk finden.” meinte Jane. “Habt ihr schon eine Idee, wie wir die Besatzung retten können? Ihr wisst, die Zeit drängt.” fragte Puk. Jane gab Bob den Befehl: “Schicke eine Sonde los, wir brauchen erstmal Informationen von dem Planeten.” Nach einer halben Stunde kamen die ersten Daten rein. Die Daten wurden ausgewertet. Jetzt kannten wir die genaue Position der Werft und es war tatsächlich eine acht Kilometer dicke Pflanzenschicht über der Werft. “Hat jemand von euch eine Idee, wie wir an die Werft kommen?” wollte Jane wissen.
“Jane, es ist doch gar kein Problem, an die Werft zu kommen. Wir fliegen mit der Hydra den Planeten an und schießen mit unseren Impulskanonen im Umkreis von 20 Kilometern das Gestrüpp um die Werft weg.” sagte Lunaria mit einem Lächeln. “Wieso wundere ich mich nicht, dass der Vorschlag von dir kommt?” lachte Jane. “Aber eins wisst ihr aus Puks Bericht: Die Lianen scheinen eine gewisse Intelligenz zu besitzen und ihr wisst, dass ich nicht einfach so Leben vernichte. Schließlich ist die Werft ein Eindringling auf dem Planeten. Zwar nicht freiwillig, aber immer noch ein Eindringling. Sicherlich wollen die Lianen nur ihren Planeten schützen. Also der Plan fällt flach. Da lasst euch was anderes einfallen.” “Habt ihr schon eine Lösung, wie ihr die Besatzung zu meiner Werft bringen wollt? Wenn alle noch leben sollten, wären es mindestens 15 Flüge mit eurem Raumschiff und ihr müsst euch jedes Mal in Gefahr bringen.” sagte Puk. “Das wird dann kein Problem, Puk. Wir haben eine technische Einrichtung, die wir Transmitter nennen. Du musst dich nur mit deiner Werft dem Planeten bis auf 50000 Kilometer nähern.” sagte Jane. Iris erklärte Puk, was ein Transmitter war und wie er funktionierte. Puk war von der Technologie sehr beeindruckt. “Ich glaube, ich habe eine Idee, wie wir das machen.” sagte Skara. “Ich weiß auch, welche sie hat. Unsere Prinzessin macht die Lianen zu ihren Untertanen und scheucht sie dann weg.” sagte Nora und fing an zu lachen. Skara steckte Nora die Zunge raus. “Welche Idee hast du, Skara?” wollte Jane wissen. Skara fragte bei Bob nach: “Wie weit ist der See von der Werft entfernt, der auf der Karte zu sehen ist, und wie tief ist der See?” “Der See ist 12 Kilometer entfernt von der Werft und der See ist 235 Meter tief.” antwortete Bob. “Warum wolltest du das wissen und was ist dein Plan, Skara?” fragte Jane nach. “Wir brauchen einen Maulwurf.” “Einen Maulwurf?” “Ja, das ist ein Tier, das sich durch die Erde gräbt.” “Ich weiß, was ein Maulwurf ist.” sagte Jane ärgerlich. “Wir gehen von unten an die Werft ran. Wir werden mit der Hydra im See landen, auf U-Boot-Modus schalten und tauchen. Dann starten wir von der Hydra aus den Maulwurf, der sich durch die Erde bis zur Werft buddelt.” “Und wo willst du einen Maulwurf herbekommen?” wollte Jane wissen. “Wir haben eine Ingenieurin und eine voll ausgestattete Werft. Es sollte wohl kein Problem sein, einen Maulwurf zu bauen.” “Ich muss zugeben, der Plan unserer Kleine ist gar nicht schlecht.” sagte Lunaria.
Es entbrannte eine heftige Diskussion, ob man den Plan umsetzen konnte. Nach einer Stunde war die Diskussion beendet. Der Plan sollte in die Tat umgesetzt werden. Jane sagte: “Iris, Lunaria, Bob und Puk, entwickelt ihr einen Bauplan für den Maulwurf. Ich denke, zwei Mann Besatzung sollten reichen und eine kleine Ausrüstungskammer für den mobilen Transmitter und Ausrüstung.” “Moment, was heißt hier zwei Mann? Zwei Mann und ein Bienchen, oder denkt ihr, ich lasse mir das Abenteuer entgehen?” sagte Elva. “Wer sollen die zwei Mann sein, für den Einsatz?” wollte Alita von Jane wissen. “Ich denke, den Job übernehmen Lunaria und Skara. Skara ist noch jung, aber sie hat das Schwert Excalibur und das ist sicherlich von Vorteil. Elva kommt auch mit, sie kann als Kundschafterin vorausfliegen. Sicherlich hält sich die Besatzung nicht an der Grundplatte der Werft auf, ihr müsst sicherlich einige Etagen überwinden, bis ihr bei der Besatzung seid. Alita, du und Skorpi behalte ich als Eingreifreserve hier an Bord, falls etwas schiefgeht.” “Wer von uns hat bei dem Einsatz das Sagen?” wollte Skara wissen. “Lunaria.” antwortete Jane. “So ein Mist, schon wieder sie.” sagte Skara. “Du kannst mal das Kommando über einen Einsatz bekommen, wenn Elva und du den Auftrag bekommt, auf einem Planeten einen Blumenstrauß zu pflücken.” sagte Lunaria schallend vor Lachen. Skara schaute Lunaria mit einem Blick an, wenn Blicke töten könnten, wäre Lunaria jetzt tot. “Wenn etwas schiefgeht, werde ich euch schon retten.” sagte Skorpi. “Wie soll so ein Drahtkrabbelvieh wie du mich retten wollen?” fragte Lunaria lachend. “Dann rette ich halt nur Skara und dich lasse ich auf der Werft verrotten.” erwiderte Skorpi. Puk konnte vor Lachen nicht mehr. “Schluss jetzt, ab an die Arbeit, wir haben viel zu tun.” sagte Jane. Iris, Lunaria, Bob und Puk machten sich über die Konstruktionspläne des Maulwurfs her.
Unter den Vieren entbrannte eine heftige Diskussion, aus welchem Material der Maulwurf bestehen sollte und wie er aussehen sollte. Nach zwei Tagen war der Konstruktionsplan des Maulwurfs fertig. Die Vier begaben sich auf Puks Werft und begannen mit dem Bau. Viele Teile mussten angefertigt werden. Nach drei Tagen war der Maulwurf fertig. Er sah aus wie ein Zylinder von sieben Metern Länge und zweieinhalb Metern Durchmesser, mit einer Spitze vorne dran. Der Maulwurf wurde in die Hydra eingeschleust. In der Zwischenzeit wurde auf der Werft auch schon ein mobiler Transmitter aufgestellt. Die Tage über hatte Annabella, unsere Ärztin, sich schon auf der Werft mit der Krankenstation vertraut gemacht. Sie sollte die Erstversorgung der Verwundeten übernehmen. In den Maulwurf wurden Ausrüstungsgegenstände verstaut, unter anderem auch ein mobiler Transmitter. An diesem Abend wurde der Einsatz noch mal genau durchgesprochen. Morgen um acht Uhr sollte der Einsatz beginnen.
Es war 8 Uhr morgens. Die Hydra hob von der Werft ab und nahm Kurs auf den Pflanzen-Planeten. Nach einer halben Stunde erreichte die Hydra den Planeten und schlug eine Kreisbahn um den Planeten ein. Nach einigen Ortungen ging die Hydra in den Sinkflug über und landete auf dem See in der Nähe der abgestürzten Werft. Gleich darauf fing die Hydra an, in den See einzutauchen. In 100 m Tiefe nahm die Hydra Kurs auf den Rand des Sees.
Lunaria, Skara und Elva stiegen in den Maulwurf ein und nahmen Platz. Sie machten noch einen System-Check. Der Hangar wurde geflutet. Dieser Hangar war für das einzelne Shuttle gedacht, das auch einen U-Boot-Modus hatte, für unter Wasser Einsätze. Nachdem der Hangar geflutet war, öffnete sich das Hangar-Tor. Der Maulwurf war auch tauchfähig. Nachdem der Maulwurf den Hangar verlassen hatte, nahm er Kurs auf den Rand des Sees in 100 m Tiefe. Nach 5 Minuten hatte er den Rand erreicht. “Jetzt wollen wir doch mal sehen, ob das Gerät auch das hält, was es verspricht”, sagte Lunaria. “Wieso, du hast das Gerät doch mitentwickelt, was soll denn da schon schiefgehen?”, erwiderte Skara. “Da hast du auch wieder recht, was soll denn da schon schiefgehen”, lächelte Lunaria. Die Spitze des Maulwurfs fing an zu rotieren, aus vielen kleinen Löchern drang ein kleiner Desigrator-Strahl heraus. Der Strahl löste Materie auf. Der Maulwurf drang in den Boden ein. Er schaffte sogar seine vorgegebene Geschwindigkeit: 2 km in einer Stunde. Nach 4 Stunden hatte der Maulwurf sein Ziel erreicht: unter der Werft an einer kleinen Bodenschleuse. Bis jetzt lief alles nach Plan. Der Maulwurf hatte sich an der Schleuse angekoppelt.
Lunaria schickte einen Funk-Impuls-Code raus, den sie von Puk bekommen hatte. Der sollte die Schleuse öffnen, aber nichts passierte. “Und wie bekommen wir jetzt die verfluchte Schleuse auf?”, wollte Skara wissen. “Jede kleine Schleuse hat auch einen Mechanismus, dass man sie per Hand öffnen kann”, erwiderte Lunaria. Lunaria machte sich an der Schleuse zu schaffen, kurz darauf öffnete sich die Schleuse. “Ha! Geschafft!”, rief Lunaria triumphierend. “Wow, du bist ja ein Genie!”, lobte Skara ironisch. “Danke, danke. Ich weiß, ich bin großartig!”, sagte Lunaria selbstbewusst.
“So, Elva, jetzt bist du dran. Schau mal, ob du die Besatzung finden kannst”, sagte Lunaria. Elva flog durch die Schleuse. Vor ihr tat sich ein riesiger Raum auf. Der Raum war in leicht dunklem roten Licht gehüllt. Es schien, dass es die Notbeleuchtung war. Elva fand diesen Raum gespenstisch. Das lag wohl an der Beleuchtung. Nachdem sie diesen Raum durchflogen hatte, flog sie eine Etage höher. Da traf sie auch auf einige der 2 m langen Lianen, aber die beachteten sie nicht. Um mehr Etagen sie höher flog, umso mehr Spuren waren von Kämpfen zu sehen. Elva sah auch immer mehr Leichen von der Besatzung. Einige Skelette, die schon Monate tot sein mussten, aber auch Leichen, die erst einige Tage tot waren. Sie sah auch viele verkohlte Lianen. Es sah so aus, als ob die Besatzung sich mit Flammenwerfern verteidigt hatte. Sie erreichte die achte Ebene. Hier schienen die heftigsten Kämpfe stattgefunden zu haben. Sie sah viele Leichen und auch viel verkohlte Lianen. Sie bemerkte, dass sich weit im Hintergrund viele tausende der halb intelligenten Lianen aufhielten. Ein Teil der achten Ebene war wie eine Festung ausgebaut. Es war wohl der letzte Fluchtort für die Besatzung. Hinter diesen Wänden musste der Rest der Besatzung stecken. Elva machte sich auf den Weg zurück zu Lunaria und Skara und berichtete, was sie herausgefunden hatte. “Na dann wollen wir uns mal auf den Weg machen. Das wird bestimmt lustig, Skara”, sagte Lunaria. Lunaria schnallte sich den mobilen Transmitter auf ihren Rücken. Die 40 kg Gewicht machten ihr nichts aus. Lunaria machte sich Sorgen. 100 der Lianen wären wohl kein Problem, aber tausende? Sie erzählte Skara nichts von ihren Sorgen. Lunaria nahm ihre beiden Schwerter in die Hand und Skara ihr Excalibur. Die drei machten sich auf den Weg. Sie passten auf, dass die Lianen nicht aufmerksam auf sie wurden. Die ersten sieben Etagen schafften sie ohne Probleme. Als sie in die achte Etage ankamen, merkten die Lianen durch Zufall die beiden. Sie griffen an. “Passe auf, Skara! Da kommen die Lianen!”, sagte Lunaria. Elva war zu klein. Sie wurde von den Lianen nicht beachtet. Ein Kampf um das nackte Überleben entbrannte. Lunaria kämpfte mit ihren Schwertern mit einer Präzision einer Maschine. Ihr fielen hunderte von Lianen zum Opfer. Skara kämpfte auch verbissen. Lunaria war stolz auf Skara, mit welcher Präzision sie kämpfte. Die Lianen versuchten immer wieder, sich um ihre Opfer zu schlingen und zu zerquetschen. Aus den Augenwinkeln sah Lunaria, wie Elva in den Kampf eingriff. Lunaria wusste um das tödliche Gift, das Elva in ihrem Stachel hatte. Mit waghalsigen Flugmanövern flog Elva eine nach der anderen Liane an und stach sie. Die Lianen waren auf der Stelle tot. Elva versuchte Skara den Rücken freizuhalten. Lunaria dachte: (Unser Bienchen ist doch für etwas zu gebrauchen). Es drängten immer wieder neue Lianen nach. Es waren tausende.
Lunaria fing an, sich große Sorgen um Skara zu machen. Sie standen einer Macht gegenüber, der sie nicht gewachsen waren. Selbst der Rückweg war jetzt schon abgeschnitten. Lunaria hatte die Verantwortung für Skara und Elva. Lunaris Positronik fing an, Berechnungen anzustellen und kam zu dem Schluss, dass Skara in wenigen Augenblicken sterben würde. Der Schutzschirm, den Skara dank Excalibur hatte, würde nicht mehr lange die Belastung aushalten. Um Elva machte sich Lunaria keine großen Sorgen. Sie war klein. Sie konnte sich in jede Ritze verstecken. Die Lianen würden sie niemals schnappen. Und sie selbst? Sie bezweifelte, dass die Lianen die Kraft hatten, ihr Titan-Skelett zu zerquetschen. Früher oder später würden die Lianen wieder von ihr ablassen.
Poco war der Besitzer dieser Werft. Poco war verzweifelt. Wie sollte er jetzt noch den Rest seiner Besatzung retten? Sie hatten über Monate einen Abwehrkampf gegen die Lianen geführt. Er hatte viele gute Leute verloren. Sie mussten über die Monate immer mehr Sektoren der Werft aufgeben, die sie an die Lianen verloren hatten. Aber über die Monate hatten sie in der achten Etage eine Sektion als eine Art Festung ausgebaut, als ihren letzten Zufluchtsort. Die Werft wurde noch mit funktionierenden Kameras beobachtet. Sie konnten beobachten, dass sich immer mehr Lianen an der Werft zusammenzogen. Es waren Zehntausende. Es schien, dass die Lianen einen Großangriff planten. Poco war klar, dass sie diesen Angriff nicht mehr überleben würden. Ihre Stunden waren gezählt. “Poco, komm schnell mal her!”, sagte sein Stellvertreter, der an einem Überwachungsmonitor saß. Poco starrte auf den Monitor. Er glaubte nicht, was er da sah. Zwei unbekannte Lebewesen aus einem Volk, das er nicht kannte, kämpften einen verzweifelten Kampf gegen die Lianen. Er sah, dass es zwei Frauen waren. Er war erstaunt, mit welcher Geschicklichkeit die beiden Frauen im Kampf vorgingen. Solche Kämpferinnen hatte er noch nie gesehen. “Wir müssen die beiden retten!”, sagte Poco zu seinem Stellvertreter. 300 Mann bewaffneten sich mit einem Flammenwerfer. Das Schott öffnete sich und 300 Mann stürmten auf die Lianen zu. Es entbrannte ein heftiger Kampf. Poco schrie den beiden Frauen zu: “Ab mit euch beiden zu uns in die Festung!” Lunaria und Skara rannten auf das Schott zu und Elva folgte ihnen. Die Männer zogen sich auch wieder zurück in die Festung.
Lunaria, Skara und Elva stellten sich bei Poco vor. “Danke, dass ihr uns unsere Ärsche gerettet habt, Poco!”, sagte Skara. Lunaria sah, dass Poco ein trauriges Gesicht machte. Sie hatte mitbekommen, dass einige von Pocos Männern bei der Rettung ums Leben gekommen waren. Lunaria sagte: “Es tut mir leid um deine Männer.” “Danke, aber wir werden sowieso in einigen Stunden sterben. Es scheint so, dass die Lianen einen Großangriff planen. Den werden wir sowieso nicht überleben”, sagte Poco. “Da mach dir mal keine Sorgen, Poco! Wir drei sind hier, um eure Ärsche zu retten!”, sagte Elva. “Lernt Elva diese unanständigen Wörter alle von dir, Skara?”, fragte Lunaria. “Wir sollen dich von Puk grüßen. Er schickt uns”, sagte Lunaria. Lunaria fing an, den mobilen Transmitter aufzubauen. Skara erklärte die Funktionsweise des Transmitters. Nach 18 Stunden war die komplette Rettung abgeschlossen. Alle Mann befanden sich jetzt auf Puks Werft. Die Hydra hielt sich noch ein paar Wochen auf der Werft auf. Danach verschwand sie wieder in den Weltraum.
Fortsetzung folgt