Prinzessin Skara, ihr erstes Kommando
Die Hydra hielt sich in einem Sonnensystem auf. Josie, unsere Ortungsspezialistin und Astrophysikerin, hatte einige Ortungen in diesem System vorgenommen. Etwas fiel ihr auf: Auf dem dritten Planeten gab es einen Berg mit seltsamen Gesteinsschichten. Das wollte sie sich gerne aus der Nähe anschauen. Josie erklärte Jane ihren Wunsch: "Hey Jane, schau mal, die Verfärbungen an den Schichten entstanden vor Jahrmillionen durch Meteoriteneinschläge. Das muss von seltsamen Meteoriten stammen." "Bob, scanne den dritten Planeten gründlich", befahl Jane. Nach ein paar Minuten lagen die Ergebnisse vor. Bob sagte: "Es ist ein öder Planet. Es gibt vereinzelt Pflanzenwuchs, aber Tiere scheint es dort nicht zu geben, geschweige denn eine Zivilisation. Ein absolut harmloser Planet. Das Einzige, was in der Atmosphäre ist, sind elektrische Ladungen, die eine Funkverbindung verhindern würden. Ansonsten gibt es keine Gefahren." Jane überlegte einen Augenblick und sagte: "Sina, komm mal her." Jane erklärte Sina Josies Wunsch: "Hey Sina, Josie möchte gerne dorthin fliegen und ich möchte, dass du als Pilotin mitkommst. Wer von euch beiden möchte das Kommando übernehmen?" Die beiden Frauen schauten sich an. Josie sagte: "Vielleicht könntest du Alita oder Lunaria das Kommando übergeben, oder vielleicht hast du sogar Lust mitzukommen?" Josie und Sina, ein Kommando anzuführen, war nicht wirklich ihr Ding. Jane überlegte: "Hmm, in irgendwelchen Steinen herumzuwühlen, darauf habe ich wirklich keine Lust." Sie fuhr fort und sagte: "Ich habe dafür keine Zeit, und Alita und Lunaria haben auch noch wichtige Aufgaben zu erledigen." Alita und Lunaria hatten das Gespräch mitverfolgt. Alita schlug vor: "Jane, was hältst du davon, wenn Skara mitfliegt und das Einsatzkommando übernimmt?" "Meint ihr nicht, sie ist noch ein bisschen zu jung, um ein Kommando zu übernehmen?", fragte Jane. "Ich denke, sie ist so weit, trotz ihres Alters. Schließlich muss sie auch in solchen Angelegenheiten Erfahrungen sammeln, und es ist wirklich ein harmloser Einsatz. Was sollte da schon passieren?" erwiderte Alita.
Keiner konnte ahnen, dass dieser Einsatz Leben und Tod bedeuten würde. Jane dachte einen Moment nach und rief Skara zu sich: "Hey Skara, wie wäre es, wenn du bei einem Einsatz das Kommando übernimmst?" Skaras Gesicht begann zu strahlen. Es war das erste Mal, dass sie das Kommando übernehmen durfte. Jane erklärte Skara, worum es bei diesem Einsatz ging, und sagte zu Josie und Sina: "Skara hat das Kommando, und was sie sagt, gilt. Ich hoffe, ich habe mich deutlich ausgedrückt. Morgen um 8 Uhr könnt ihr starten." Skara sagte: "So, Josie und Sina, warum steht ihr hier noch herum? Einsatzbesprechung jetzt!" befahl Skara. Sina nörgelte zu Josie: "Das fängt ja schon mal gut an." Jane, Lunaria und Alita lachten. Die beiden Frauen folgten jedoch Skara zum Kartentisch. Jane beobachtete, wie die drei diskutierten. Nach einer Stunde war das Meeting zu Ende. "So, jetzt werden wir erstmal die Ausrüstung in den Shuttle packen", befahl Skara. "Josie, du wirst sicherlich einige Messinstrumente mitnehmen wollen. Danach werde ich eure persönliche Ausrüstung überprüfen." Die drei verließen die Kommandozentrale. Dabei kam Sina zufällig an Jane vorbei und sagte, ohne dass Skara es hörte: "Jetzt dreht die Kleine wohl durch, unsere persönliche Ausrüstung kontrollieren, als ob wir sie nicht immer alles dabei hätten." Jane erwiderte: "Skara folgt einfach dem Handbuch, das gehört vor dem Einsatz dazu." Sina dachte bei sich (Jane unterstützt Skara voll und ganz. Das Ganze Zeug auspacken, überprüfen und wieder einpacken, was für ein Mist). Es war bereits 20 Uhr, und die Mädels saßen wie so oft zusammen im Aufenthaltsraum, wenn es nichts Weiteres zu tun gab. Von 18 Uhr bis morgens um 8 Uhr übernahm Bob die Kontrolle über die Hydra, sofern es keine besonderen Vorkommnisse gab. Skara sagte: "Josie, Sina, ab ins Bett mit euch. Ich will euch morgen ausgeruht haben." Josie und Sina sahen Jane hilfesuchend an. Jane sagte: "Ihr beiden habt gehört, was Skara gesagt hat. Also, meine Damen, ab ins Bett." Josie nörgelte zu Sina: "Das ist sicherlich der letzte Einsatz, den ich mitmache, wenn Skara das Kommando hat." Die anderen Mädels fingen an zu lachen.
Pünktlich um 8 Uhr öffnete sich das Hangartor, und das Shuttle mit Skara, Josie und Sina verließ die Hydra. Das Shuttle machte sich auf den Weg zum dritten Planeten. Sina nahm auf dem Pilotensitz Platz, Josie übernahm den Funk und die Ortung, und Skara war am Feuerleitstand. Das Shuttle umkreiste den Planeten dreimal und setzte dann zur Landung an. Sie hatten bereits auf der Hydra den Landepunkt festgelegt, der sich am Fuß eines kleinen Berges befand, der bunt schimmerte.
Josie sagte: "Wir werden den Berg mal hochgehen und dann mal schauen. Der ist nur 200 Meter hoch, und die Steigung ist recht flach. Das sollte kein Problem sein." Die Drei verließen das Shuttle, das am Fuß des Berges gelandet war. Skara sagte: "Wir werden uns gegenseitig anseilen, damit uns beim Auf- und Abstieg nichts passieren kann." "Skara, jetzt wirst du aber anstrengend. Der Aufstieg ist so flach, da kann uns nichts passieren", meinte Josie. "Spreche ich etwa undeutlich? Wenn ich gesagt habe, dass wir uns mit Seilen sichern, dann meine ich es auch so!", erwiderte Skara. "Ist ja schon gut, dann machen wir es halt", sagte Josie in einem etwas schroffen Ton. Skara holte aus dem Shuttle zwei 8 Meter lange Seile. Sie befestigte beide Seile mit Karabinerhaken an ihrem Gürtel. Das andere Ende der Seile befestigte sie an den Gürteln von Sina und Josie. Nun machten sie sich auf den Weg, mit Josie voran, Skara in der Mitte und Sina am Ende. Sie kamen gut voran, der Aufstieg war wirklich recht flach. Sie hatten etwa drei Viertel der Strecke geschafft, als Josie, die vorne ging, sagte: "Ich glaube, da vor uns ist ein Abgrund. Das werde ich mir mal ansehen." "Mach das. Sina und ich werden dich sichern. Sina, du bleibst hinter mir", befahl Skara. Josie schritt bis zum Rand und sagte: "Es geht hier etwa 80 Meter steil ab." "Das will ich mir auch anschauen", sagte Sina und ging, ohne weiter auf Skara zu achten, zu Josie an den Rand. Und es kam, wie es kommen musste. Der Boden unter den Füßen der beiden Frauen gab nach, und sie stürzten in die Tiefe. Skara reagierte blitzschnell. Sie ließ sich auf den Rücken fallen und verspürte sofort einen starken Ruck an ihrem Gürtel durch die beiden Seile. Sie hatte jetzt das Gewicht von etwa 120 kg zu halten, das Gewicht der beiden Frauen. Sie rutschte langsam, mit den Beinen voran auf den Abgrund zu. Verzweifelt versuchte sie, mit ihren Händen Halt zu finden, aber der Boden war glatt. Doch sie hatte Glück. Kurz vor dem Abgrund ragte ein kleiner Baumstumpf aus dem Boden, an dem sie sich abstützen konnte. Skara rief: "Ist euch etwas passiert?" "Nein, wir hängen am Seil. Wir können uns an der Wand nicht festhalten, wir erreichen die Wand nicht", rief Josie. "Lass uns bitte nicht abstürzen", sagte Sina mit ängstlicher Stimme. Den beiden Frauen war bewusst, dass Skara es niemals schaffen würde, 120 kg hochzuziehen. Skara rief den beiden Frauen zu: "Könnt ihr euch am Seil hochziehen? Ich werde euch nicht ewig halten können." "Nein, das geht nicht. Oben an der Kante ist eine schmierige Schicht. Die beiden Seile sind durchgerutscht und jetzt glatt wie mit Öl eingeschmiert. Wir finden keinen Halt, wir rutschen immer wieder ab!", rief Josie verzweifelt von unten. Skara versuchte verzweifelt eine Möglichkeit zu finden, die beiden Frauen zu retten, aber es schien keine zu geben. Doch dann kam ihr ein Gedanke, eine Möglichkeit, die ihre Logik ihr aufzeigte. Sie müsste eines der beiden Seile durchschneiden, um eine von ihnen zu retten. Doch konnte sie wirklich so eine Entscheidung treffen? Durfte sie über Leben und Tod entscheiden? Beide waren ihre Freundinnen. In Skaras Kopf wirbelten viele Gedanken durcheinander. Wie würden Jane, Alita oder Lunaria in dieser Situation reagieren? Lunaria hätte wahrscheinlich ohne Schwierigkeiten die beiden Frauen hochziehen können. Wie oft hatten die drei schon Einsätze geleitet, bei denen es um Leben und Tod ging? Skara war sich unsicher, wie die Frauen mit solch einer Verantwortung umgingen, insbesondere Jane, die Kommandantin, die Tag für Tag die volle Verantwortung für die Besatzung und die Hydra trug. Sie musste immer wieder schwerwiegende Entscheidungen treffen, ob sie richtig waren oder nicht. Mit diesen Entscheidungen musste sie ihr ganzes Leben lang leben. Wie schaffte sie das nur immer? Skara begann, Jane zu bewundern. Solange sie auf der Hydra war, konnte sie Jane immer um Rat fragen, doch jetzt musste Skara alleine entscheiden. Plötzlich gab der Baumstumpf ein Stückchen nach. Es war klar, dass er nicht mehr lange halten würde. Wenn er brach, würden alle drei in den Tod stürzen. Skaras Beine begannen vor Erschöpfung zu zittern. Ihr wurde plötzlich bewusst, dass sie den Zeitpunkt verpasst hatte, nur ein Seil durchzuschneiden. Sie hatte nicht mehr die Kraft, auch nur eine von ihnen hochzuziehen. Nun blieb ihr nur noch eine Wahl – beide Seile durchzuschneiden und sich selbst zu retten, oder mit den beiden Frauen gemeinsam in den Tod zu stürzen. Wie sollte sie jemals wieder Jane unter die Augen treten, wenn sie durch ihre eigene Hand zwei Besatzungsmitglieder und gute Freundinnen getötet hatte? Skara war verzweifelt, Tränen liefen ihr über das Gesicht. Schließlich griff sie zum Gürtel und zog ihr Messer heraus.
Es war knapp eine Stunde zuvor auf der Hydra, als Josie und Sina in den Abgrund auf dem dritten Planeten stürzten. Jane bemerkte Alitas nervösen Gesichtsausdruck und fragte: "Was ist los mit dir, Alita?" "Ich weiß es nicht genau, aber mein Gefühl sagt mir, dass etwas bei den Dreien da unten auf dem Planeten nicht stimmt", antwortete Alita besorgt. "Was soll da nicht stimmen? Du und Lunaria habt doch gesagt, dass bei dieser Mission nichts passieren kann", entgegnete Jane verwirrt. "Ja, ich weiß, aber du kennst doch meine Vorahnungen. Außerdem haben wir aufgrund der atmosphärischen Störungen keine Funkverbindung aufnehmen können", erklärte Alita. "Also möchtest du ein Shuttle nehmen und nachsehen? Na, davon kann ich dich sicherlich nicht abhalten", sagte Jane mit einem Lächeln. "Nein, das kannst du nicht", erwiderte Alita entschlossen. "Dann schnapp dir ein Shuttle und schau nach", sagte Jane. Aus dem Hintergrund fragte Elva: "Kann ich mitkommen?" "Ja, das kannst du, Elva. Dann habe ich mal ein paar Stunden Ruhe vor dir", antwortete Jane lachend. "Vor mir hat man immer Ruhe. Bin ich etwa schon einmal jemandem auf die Nerven gegangen?", wollte Elva wissen. "Jetzt sollten wir nicht quatschen. Wenn du mitkommen willst, dann komm jetzt", drängte Alita. Alita hatte es eilig, zum Shuttle-Hangar zu gelangen. Nachdem sich das Hangartor geöffnet hatte, steuerte sie direkt auf den dritten Planeten zu. Sie kannten die genauen Landekoordinaten von Skaras Shuttle. Als das Shuttle sich 20.000 Meter über dem Planeten befand, schaltete Alita den Spitzial-Monitor ein. Er zeigte gestochen scharfe Bilder der Oberfläche, man konnte sogar die einzelnen Grashalme erkennen. Plötzlich rief Elva entsetzt: "Alita, schau mal da!" Alita sah sofort, was Elva meinte. Josie und Sina hingen über einem Abgrund an Seilen, und Skara versuchte verzweifelt, die beiden zu halten. Alita erkannte die Ernsthaftigkeit der Situation sofort. Jetzt zählte jede Sekunde. Sie drückte die Nase des Shuttles weiter nach unten und beschleunigte. Die Planetenoberfläche kam rasend schnell näher. Elva rief besorgt: "Du weißt schon, dass du verrückt bist, oder? Reduziere die Geschwindigkeit! Sonst sind wir in etwa 7 Sekunden Teil der Planetenoberfläche!" Alita schaltete den Gegenschub ein, und das Shuttle verlangsamte sich extrem. Nur wenige Meter über dem Boden kam das Shuttle fast zum Stillstand und setzte dann neben Skaras Shuttle auf.
Die beiden verließen das Shuttle blitzschnell, und Alita rannte den Berg zu Skara hinauf. Weder Skara noch Josie und Sina hatten bemerkt, dass Alita und Elva mit einem Shuttle gelandet waren. Als Alita sich Skara bis auf 50 Meter genähert hatte, sah sie, wie Skara nach ihrem Messer griff und es an die Seile ansetzte. Alita schrie: "Stopp, Skara!" Skara dachte zunächst, dass sie jetzt vielleicht Halluzinationen aufgrund der Anstrengung hatte, aber es war doch Alitas Stimme, oder? Sie drehte ihren Kopf um und erblickte Alita. Elva flog zu Josie und Sina herunter und sagte: "Was macht ihr denn hier? Hängt ihr zum Trocknen hier?" Die beiden waren erleichtert, Elva zu sehen. Sie hatten schon fast mit ihrem Tod abgeschlossen. Als Alita Skara erreichte, fasste sie beide Seile an und sagte: "So, Skara, hilf mit beim Hochziehen." "Ich kann nicht mehr, ich bin völlig am Ende", stöhnte Skara. "Am Ende? Jetzt pack mit an! Alleine schaffe ich es nicht, die beiden hochzuziehen", sagte Alita streng. Skara mobilisierte ihre letzten Kräfte, und gemeinsam schafften sie es, Josie und Sina nach oben zu ziehen. Josie und Sina bedankten sich bei Skara dafür, dass sie so lange durchgehalten hatte, und bei Alita dafür, dass sie ihnen geholfen hatte, sie zu retten. Skara fragte Alita: "Wie kommst du hierher?" "Ich hatte so ein Gefühl, dass ich mal nach dem Rechten sehen sollte", antwortete Alita. "Deine Gefühle sind Gold wert", erwiderte Skara. "Wie ist das überhaupt passiert?", wollte Alita wissen. Sina bekam einen roten Kopf. Sie wusste genau, dass sie die Schuld trug. "Nun ja, ist jetzt auch egal. Jane soll sich den Bericht anhören. Wir machen jetzt hier eine Stunde Pause, damit ihr euch erholen könnt. Danach fliegen wir zurück zur Hydra", sagte Alita.
Nach einer Stunde machten sie sich auf den Weg. Als die beiden Shuttles den Weltraum erreichten, nahm Alita Funkkontakt mit Jane auf. Alita berichtete in wenigen Worten, was sie auf dem Planeten vorgefunden hatte. Jane antwortete nur knapp: "So, so." Eine halbe Stunde später landeten die beiden Shuttles auf der Hydra. Jane verlangte sofort, Skara zu sprechen.
Skara betrat Janes Büro, und Jane forderte sie auf, einen detaillierten Bericht abzugeben. Als Skara ihren Bericht beendet hatte, fragte sie: "Wie hätte ich anders reagieren sollen, Jane?" "Du hättest eines der beiden Seile durchschneiden müssen, als du noch die Kraft dazu hattest, um eine von beiden hochzuziehen", erklärte Jane. "Aber welche von beiden? Ich kann doch nicht eine Freundin in den sicheren Tod schicken", erwiderte Skara. "Es gibt im Leben Situationen, in denen man schwerwiegende Entscheidungen treffen muss, ob man will oder nicht. Denn dann hätte die Besatzung einen Verlust erlitten, anstatt zwei. Du konntest nicht wissen, dass Alita zu Hilfe kommt. In diesem Fall hast du natürlich richtig gehandelt. Und es ist niemand zu Schaden gekommen. Ich mache dir auch keinerlei Vorwürfe, Skara. Aber als Anführerin musst du bedenken, dass das Wohl aller über dem Wohl des Einzelnen steht. Wäre Alita nicht gekommen, hätte die Hydra zwei tote Besatzungsmitglieder zu beklagen gehabt. In diesem Fall hast du richtig und auch falsch gehandelt. Die Geschichte ist gut ausgegangen, also hast du letztendlich richtig gehandelt. Es ist nicht immer leicht, eine Anführerin zu sein. Man hat viel Verantwortung", erklärte Jane. "Da hast du recht, Jane", stimmte Skara zu. "So, jetzt kannst du gehen und schick mir Josie und Sina herein. Mit den beiden habe ich ein ernstes Wörtchen zu reden", sagte Jane.
Nachdem Skara das Büro verlassen hatte, betraten kurz darauf Josie und Sina das Büro. Skara befand sich wieder in der Kommandozentrale. Die beiden Mädels kamen auf sie zu und fragten: "Was hat Jane gesagt?"
In der Zwischenzeit hatte sich die Nachricht über das Geschehen auf dem Planeten verbreitet. Skara antwortete: "Sie meinte, dass ich in diesem Fall richtig gehandelt habe. Als ich das Büro verließ, sah ich, wie Janes Zornader langsam zu schwellen begann. Da herrscht sicherlich dicke Luft im Büro."
Als die Beiden das Büro betraten ging Jane auf Josie zu und sagte: "Hast du ein Problem damit, wenn Skara dir einen Befehl gibt? Ich spreche das genörgelte Verhalten an, als Skara befahl, dass ihr euch anseilen solltet. Wenn Skara bei einem Einsatz das Kommando hat, ist ihr Befehl genauso viel wert wie meiner. Wenn das Genörgel noch einmal vorkommt, wirst du meine ungemütliche Seite kennenlernen. Habe ich mich klar ausgedrückt?" Josie antwortete: "Ja." Jane fügte hinzu: "Und jetzt kannst du gehen." Josie verließ Janes Büro. Als sie wieder in der Kommandozentrale war, fragte Lunaria ganz frech: "Und hast du von Jane einen Anschiss bekommen?" Josie antwortete: "Ja, mir tut Sina leid. Jane ist gerade auf 180."
"Und jetzt zu dir, mein Fräulein", sagte Jane mit gefährlich leiser Stimme. "Du hast einen direkten Befehl von Skara missachtet. Skara hat befohlen, dass ihr beide Josie sichert, als sie zum Rand ging. Wenn der Rand unter Josies Gewicht nachgegeben hätte, wäre es für euch kein Problem gewesen, Josie wieder hochzuziehen. Aber nein, Fräulein Neugierig musste unbedingt zum Rand latschen. Ist dir überhaupt bewusst, in welche Situation du Skara gebracht hast? Befehle zu missachten, lasse ich nicht durchgehen, schon gar nicht, wenn es um Leben und Tod geht. Und jetzt ab für drei Tage in die Arrestzelle. Da hast du genug Zeit, über das Wort 'Befehl' nachzudenken." Sina versuchte einzuhaken, aber Jane fiel ihr schroff ins Wort und sagte: "Jetzt komm mir nicht mit 'ja, aber'. Sonst werden aus drei Tagen ganz schnell sechs Tage Arrestzelle. Ab mit dir, ich will dich die nächsten Tage nicht sehen." Sina verließ Janes Büro und begab sich in die Zelle. Sie wusste, dass sie großen Mist gebaut hatte und war froh, dass sie mit einer vergleichsweise milden Strafe davongekommen war.
Am nächsten Tag fragte Jane Josie: "Möchtest du dir den Berg immer noch anschauen?" Josie antwortete: "Ja, gerne." Die Mädels befanden sich alle in der Kommandozentrale. Jane wandte sich an Iris und sagte: "Du kannst Josie begleiten und dir die Beine auf dem Planeten ein bisschen vertreten." Jane überlegte kurz. "Es wäre gut, wenn Skara das Kommando übernimmt, damit sie nicht das Gefühl bekommt, dass ich ihr nicht mehr vertraue. Skara, kannst du mal kommen?"
Als Skara bei Jane war, sagte sie: "Du bekommst das Kommando und begleitest die beiden zum Planeten." Skara war zunächst überrascht, wieder ein Kommando zu bekommen, aber es zeigte ihr, dass Jane ihr zu 100 % vertraute. Sonst hätte sie Alita oder Lunaria mitgeschickt. Falls es brenzlig werden sollte, hätten sie eingreifen können.
Der Einsatz verlief problemlos.
Fortsetzung folgt