Prinzessin Skara und der Raumjäger
Die Hydra flog in ein Sonnensystem ein. Die Ortung lief. "Ich habe hier etwas auf der Ortung. In der stationären Umlaufbahn des zweiten Planeten befinden sich 256 Raumschiffe in verschiedenen Größen. Aber die Energietaster schlagen nicht aus. Keines der Raumschiffe verfügt über Energie", meldete Josie. "Das sollten wir uns vielleicht mal aus der Nähe anschauen. Sina, nimm Kurs auf den zweiten Planeten und schlage eine große Umlaufbahn ein", befahl Jane. Nachdem die Hydra sich in der Umlaufbahn befunden hatte, meldete Josie: "Auf dem Planeten gibt es keine Zivilisation, und die Raumschiffe scheinen alle Wracks zu sein. Ich denke, es ist ein Raumschiffs-Friedhof." Iris warf ein: "Auch wenn es sich um Raumschiffswracks handelt, könnte es vielleicht bei dem einen oder anderen brauchbaren Technologien geben. Wir sollten die einzelnen Raumschiffe mal scannen." Josie und Iris begannen, die einzelnen Raumschiffe zu scannen. Plötzlich sagte Skara, die auch die Monitore beobachtete: "Schaut mal da drüben, dieses kleine Raumschiff. Es ist nicht größer als unsere Raumjäger. Kann ich es haben?" "Was willst du mit dem Schrott?", wollte Jane wissen. "Wir werden das kleine Raumschiff mal scannen." Nach dem Scan sagte Iris: "Das kleine Raumschiff scheint tatsächlich eine hoch entwickelte Technologie zu besitzen, und du weißt ja, Jane, wie gerne Skara an Dingen herumschraubt. Bevor sie anfängt, an der Hydra herumzuschrauben oder eines unserer Beiboote, sollten wir das kleine Raumschiff an Bord nehmen. Platz genug haben wir ja in den Hangar."
"Jane, da kommt ein Funkspruch rein", sagte Sina. "Lasse hören", antwortete Jane. "Hier spricht Trind. Ich bin der Besitzer dieser exklusiven Raumschiffe", erklang die Stimme aus dem Funkgerät. "Exklusive Raumschiffe? Ich sehe hier nur einen Haufen Schrott", erwiderte Jane skeptisch. "Das kannst du so nicht sagen. Einigen Raumschiffen fehlt vielleicht etwas Farbe an der Außenhülle, aber im Großen und Ganzen sind sie in top Zustand", verteidigte Trind seine Schiffe. Jane konnte sich ein lautes Lachen nicht verkneifen. "In top Zustand? Ich glaube, wir sollten hier lieber wieder verschwinden." Trind ließ nicht locker und versuchte, Jane zu überzeugen: "Vielleicht können wir doch ins Geschäft kommen. Darf ich zu euch an Bord kommen?" "Na gut, das darfst du", willigte Jane schließlich ein. "Ich komme mit einem Shuttle", fügte Trind hinzu.
Auf dem Monitor konnte man beobachten, wie ein kleines Shuttle aus einem der größeren Schiffswracks startete. Nach 10 Minuten wurde das Shuttle erfolgreich in die Hydra eingeschleust. "Lunaria, würdest du unseren Gast aus dem Hangar abholen? Wenn möglich, bringe ihn lebendig hierher", lächelte Jane. "Ich bin eine liebenswerte Person, zu jedem nett und freundlich", erwiderte Lunaria lachend. Kurze Zeit später betraten Trind und Lunaria die Kommandozentrale. Jane stellte sich vor. "Und hast du Interesse an einem Raumschiff?", fragte Trind. "Vielleicht an dem kleinen da", antwortete Jane und zeigte mit dem Finger auf den Monitor, um das gewünschte Raumschiff zu markieren. "Oh, das habe ich erst vor ein paar Tagen erhalten. Es hat mich ein Vermögen gekostet", erklärte Trind. "Der Haufen Schrott soll ein Vermögen gekostet haben? Von wem hast du das kleine Raumschiff bekommen?", fragte Jane neugierig. "Von ein paar Händlern. Sie sagten, sie hätten es herrenlos in einem Sonnensystem gefunden und wollten es bei mir zu Geld machen. Das Raumschiff hat mich ein Vermögen gekostet. In welcher Währung möchtest du das Raumschiff bezahlen?", fragte Trind. "In Gold", antwortete Jane. Trinds Augen fingen an zu glänzen. "Hmmm, für das kleine Raumschiff würde ich gerne ein Kilo Gold verlangen." "Ein Kilo? Ich biete dir dafür nur 5 Gramm Gold. Mehr ist es nicht wert", konterte Jane. "Ich habe auch Unkosten, aber weil du es bist, bin ich bereit, dir das Raumschiff für 500 Gramm Gold zu überlassen", bot Trind an. "50 Gramm Gold, das ist mein letztes Wort", beharrte Jane. "Ich merke schon, mit dir Geschäfte zu machen, ist nicht leicht. Mein letztes Wort ist 250 Gramm Gold", entgegnete Trind. "100 Gramm Gold, und wir kommen ins Geschäft", schlug Jane vor. "Du treibst mich noch in den Ruin, aber gut, für 100 Gramm Gold sollst du es haben", willigte Trind schließlich ein. Jane bezahlte Trind mit einem 100 Gramm Goldbarren. Danach verschwand Trind mit seinem Shuttle von der Hydra. Das kleine Raumschiff wurde mit einem Traktorstrahl in den Hangar der Hydra befördert. Die Hydra verließ das Sonnensystem.
"Jetzt will ich endlich mein neues Raumschiff begutachten, es gehört mir, oder?" wollte Skara wissen. "Ja, es gehört dir. Aber bevor du daran herumschraubst, sollte Iris es erst einmal gründlich scannen. Wir wollen sicherstellen, dass von diesem Raumschiff keine Gefahr ausgeht. Ihr erinnert euch sicherlich noch an das Theater mit den Robotern damals", warnte Jane. "Iris, nimm das Raumschiff bitte gründlich unter die Lupe. Heute Abend erwarte ich einen Bericht", befahl Jane.
Iris machte sich sofort an die Arbeit. Nach zwei Stunden waren die Scans abgeschlossen. Nun ging es darum, die Ergebnisse auszuwerten. Iris fragte Jane: "Können Lunaria, Bob, Nora und Skara mir bei der Auswertung helfen?" "Ja, das können sie. Ich befreie sie heute von ihren sonstigen Aufgaben", antwortete Jane. Als die fünf in das technische Labor verschwanden, wandte sich Jane an Alita und sagte: "Das ist ja etwas Neues, dass Iris die Hilfe von allen benötigt. Normalerweise löst sie technische Probleme alleine." "Ja, das ist seltsam", erwiderte Alita. "Ich bin gespannt auf den Bericht heute Abend."
Am Abend versammelte sich die Crew am Kartentisch. "Iris, dann lass uns hören, was du herausgefunden hast", forderte Jane Iris auf. "Wo soll ich anfangen? Zunächst einmal ist das kleine Raumschiff mehr wert als 100 Gramm Gold. Für eine Tonne Gold wäre es praktisch geschenkt", begann Iris. "Jetzt machst du mich aber neugierig, Iris", sagte Jane. "Die Technologie des Raumschiffs ist uns um Hunderte von Jahren voraus. Fangen wir mit dem Steuersystem an. Beim kleinen Raumschiff müssen keine Knöpfe oder Regler mehr gedrückt oder geschoben werden. Alles erfolgt per Gedankenübertragung. Der Pilot muss nur die Befehle denken und in einem Bruchteil einer Sekunde setzt das Steuersystem die Befehle um. Dadurch wird die Reaktionszeit eines Piloten um 75 % erhöht." "Nun zur defensiven Bewaffnung. Das Raumschiff verfügt über einen Schutzschild, der uns völlig unbekannt ist. Das Gleiche gilt für die offensive Bewaffnung. Eines der Geschütze ist uns bekannt. Es kann umgestellt werden auf Impulskanone, Thermokanone und Narkosestrahler. Bei den anderen Geschützen könnte uns vielleicht Nora weiterhelfen." "Bob und ich sind uns ziemlich sicher, dass der Schutzschild und auch die Waffe auf einer 6-dimensionalen Ebene arbeiten. Sowohl der Schutzschildprojektor als auch die Waffe verwenden einen Werkstoff, der in seiner Struktur 6 natürliche Komponenten aufweist. Dieser Werkstoff ist uns absolut unbekannt. Wir wissen nicht, ob er natürlichen Ursprungs ist oder künstlich hergestellt wurde. Bob und ich sind uns einig, dass sowohl der Schutzschild als auch die Waffe eine Verbindung zum Hyperraum herstellen. Wie ihr wisst, besagt ein Naturgesetz, dass alles, was mit einer Geschwindigkeit von unter 60 % der Lichtgeschwindigkeit in den Hyperraum übertritt, zerrissen wird, selbst die Atome. Nur durch reale Tests werden wir herausfinden, welche Wirkung der Schutzschild und die Waffe tatsächlich haben." "Nun kommen wir zum Triebwerk, aber das soll euch Iris berichten", sagte Nora. "Dieses Triebwerk ist einfach fantastisch. Es handelt sich um ein Überlicht-Triebwerk, trotz seiner Größe. Wir wären nicht annähernd in der Lage, ein solches Triebwerk herzustellen. Nach meinen Berechnungen hat das Triebwerk eine Reichweite von 50.000 Lichtjahren. Jetzt stellt sich für mich eine entscheidende Frage: Wenn dieses kleine Raumschiff eine Reichweite von 50.000 Lichtjahren hat und ich davon ausgehe, dass es ein Beiboot von einem Mutterschiff ist, genauso wie unsere Shuttles Beiboote der Hydra sind, welche Reichweite mag dann wohl das Mutterschiff haben?" "Willst du damit andeuten, dass diese Raumschiffe Distanzen zwischen Galaxien überbrücken können?", wollte Jane wissen.
"Höchstwahrscheinlich ja", erwiderte Iris. "Habt ihr irgendwelche Hinweise gefunden auf den Ursprung des kleinen Raumschiffs?", fragte Jane. "Leider nicht die geringste Spur", antwortete Iris bedauernd. "Das ist schade, das hätte sicherlich sehr interessant für uns sein können", sagte Jane frustriert. "Aber lassen wir uns davon nicht die Laune verderben. Die Schäden am Raumschiff sind sehr gering, und wir können sie mit unseren Bordmitteln reparieren. Ich denke, dass wir in zwei Tagen damit fertig sind", sagte Iris. "Nebenbei haben wir noch etwas Interessantes herausgefunden", fügte Nora hinzu. "Das Steuerungssystem des Raumschiffs verfügt über ein Simulationsprogramm, mit dem ein Pilot das Fliegen auf dem Raumschiff virtuell erlernen kann." "Das klingt nach einer spannenden Möglichkeit", sagte Jane. "Vielleicht können wir es selbst ausprobieren und sehen, wie gut wir mit dieser fortschrittlichen Technologie zurechtkommen." "Absolut", stimmte Iris zu. "Es könnte eine gute Gelegenheit sein, unsere Fähigkeiten zu erweitern und uns mit den Besonderheiten dieses Raumschiffs vertraut zu machen."
Die Crew diskutierte weiter über die Möglichkeiten und Potenziale des kleinen Raumschiffs. Sie waren gleichermaßen fasziniert von seiner fortschrittlichen Technologie und neugierig darauf, seine Geheimnisse zu entdecken. Mit neuen Erkenntnissen und dem Wissen um die unermesslichen Möglichkeiten des Raumschiffs freuten sie sich auf die kommenden Tage und darauf, ihre Entdeckungen weiter voranzutreiben.
"Nachdem das Raumschiff repariert ist, werde ich es mal genauer unter die Lupe nehmen, um zu sehen, was es wirklich drauf hat", sagte Sina. Die Vorstellung, ein kleines Raumschiff zu fliegen, ließ ihre Hände vor Vorfreude kribbeln. Man konnte die Hydra und den Raumjäger vergleichen, wie man früher im 20. Jahrhundert ein Passagierflugzeug mit einem Doppeldecker verglichen hätte. Es war offensichtlich, dass das Fliegen mit einem Doppeldecker viel mehr Spaß machte. Skaras Gesicht verfinsterte sich. "Das ist mein Raumschiff, Sina. Wenn es jemand zur Brust nehmen wird, dann bin ich das, nicht du." Es war klar, dass Skara während ihrer Zeit an Bord der Hydra von Sina als Pilotin ausgebildet worden war. Sie konnte die Shuttles fliegen, genauso wie die kleinen Raumjäger an Bord der Hydra. Sie hatte auch schon einige Male die Hydra auf einem Planeten gelandet und wieder gestartet, natürlich unter Aufsicht. "Nein, Sina, Skara wird die Pilotin sein. Ich brauche dich hier auf der Hydra als Pilotin. Sollte die Hydra in Gefahr geraten, brauche ich die beste Pilotin am Steuerpult. Selbst Bob kann dir nicht das Wasser reichen. Ihm fehlen die Instinkte, die du als Pilotin hast", erklärte Jane. Sie bemerkte Lunarias Blick und fügte hinzu: "Auch du wirst nicht die Pilotin sein. Ich brauche dich, wenn es um einen Kampf Mann gegen Mann geht." "Dann hast du recht, Jane. Wenn ich in der Kiste sitze, wie kann ich jemandem die Kehle durchschneiden?" sagte Lunaria und alle Mädels lachten.
2 Tage später, waren die Schäden am kleinen Raumjäger behoben.
Die nächsten drei Tage war Skara damit beschäftigt, das Simulationsprogramm im Raumjäger zu nutzen. Danach war sie sich sicher, dass sie den Raumjäger nun vollständig beherrschte. Am Abend versammelte sich die Crew am Kartentisch, um den Einsatz für den nächsten Tag zu besprechen. Jane wollte wissen, was der Raumjäger wirklich konnte." Skara, hast du schon einen Namen für deinen Raumjäger überlegt?", fragte Jane. "Ja, ich nenne ihn Butterfly", antwortete Skara.
Am nächsten Morgen betrat Skara um 8 Uhr den Hangar. Sie stieg in ihren Raumjäger und bereitete sich auf ihrem Pilotensitz vor. Über Funk war sie mit Jane verbunden. "Skara, bist du startklar? Du musst diesen Test nicht machen", sagte Jane. "Ich bin startklar, aber ich werde diesen Test durchführen", antwortete Skara entschlossen. "Dann werde ich jetzt das Hangartor öffnen", sagte Jane. Skara dachte bei sich (Bringe mich zu den gedachten Koordinaten mit halber Impulskraft). Die Butterfly verließ die Hydra und nahm mit halber Kraft Kurs auf die Koordinaten. Wenige Augenblicke später erreichte die Butterfly ihr Ziel und kam zum Stillstand. "Jane, ich bin jetzt an den Koordinaten", meldete Skara. "Ja, das sehen wir auf dem Ortungsschirm. Schalte jetzt den Schutzschirm ein", befahl Jane. Skara gehorchte, fühlte sich aber nicht ganz wohl dabei. Immerhin sollte sie von der Hydra beschossen werden.
Auch Jane fühlte sich bei diesem Experiment nicht wirklich wohl. "Lunaria, bist du bereit?", fragte sie. Lunaria hatte ihren Platz an der Feuerorgel eingenommen. Die Feuerorgel war das Schaltpult für die Waffen der Hydra. "Ja, ich bin bereit, und die Impulskanone ist auf 10 % Leistung eingestellt", antwortete Lunaria. "Und denke dran, du sollst nur einen Streifschuss abfeuern", erinnerte Jane sie. "Habe ich jemals mein Ziel verfehlt, Jane?", erwiderte Lunaria selbstbewusst. "Nein, jetzt gib einen Schuss ab." Lunaria drückte den Feuerknopf, und ein Schuss wurde von der Hydra abgefeuert und streifte die Butterfly. Jane nahm wieder Verbindung mit Skara auf. "Ist bei dir alles in Ordnung, Skara?" "Ja, ihr habt meinen Schutzschirm nur gestreift. Laut Anzeige wurde der Schirm nur zu 0,005 % belastet. Sonst ist nichts weiter passiert", antwortete Skara. Bob meldete sich zu Wort: "Jane, gib den Befehl, mit der Impulskanone auf volle Leistung zu feuern und einen direkten Treffer auf der Butterfly zu erzielen. Wir benötigen Messergebnisse, um die Stärke des Schutzschirms der Butterfly zu berechnen." Jane wusste, dass Bob recht hatte. Alles andere wäre reine Spekulation über die Stärke des Schutzschirms. Sie besprach den Test mit Skara, und Skara stimmte zu. Skara spürte, wie sie anfing zu schwitzen und dachte (Hoffentlich geht das gut). "Lunaria, du hast es gehört. Stelle die Impulskanone auf 100 % Leistung ein und platziere einen direkten Treffer auf der Butterfly", befahl Jane. Nachdem der Schuss abgegeben worden war, nahm Jane erneut Verbindung mit Skara auf. "Und?" "Die Butterfly hat nur leicht vibriert, und der Schutzschirm wurde mit 1,5 % belastet", antwortete Skara. Jane wurde sich bewusst, über welche enorme Kraft dieser Schutzschirm verfügte. Jetzt konnte der zweite Test beginnen.
Die Hydra aktivierte ihren Schutzschirm. "Skara, beginne mit dem zweiten Test", befahl Jane. Skara dachte (Gib einen Streifschuss auf die Hydra ab, mit 1 % Leistung der Kanone). Innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde löste sich ein Schuss von der Butterfly und traf die Hydra. Die Hydra vibrierte stark. Bob meldete sich zu Wort: "Der Schutzschirm wurde mit 43 % belastet. In einem ernsthaften Kampf zwischen der Hydra und der Butterfly würde die Hydra zu 100 % nicht überleben, sie würde vollständig vernichtet werden." Jetzt wusste Jane, welche gefährliche Waffe die Butterfly war.
Sina sagte zu Jane: "Wir müssen herausfinden, was Skara wirklich drauf hat als Kampfpilotin. Ich schlage vor, dass ich mit Skara einen Übungskampf fliege." Jane überlegte einen Augenblick und antwortete: "Die Idee ist gut. Ich werde Skara darüber informieren." Natürlich war Skara sofort einverstanden. In der Zwischenzeit war Sina im Hangar der Hydra angekommen, wo sich die vier kleinen Raumjäger befanden. Nachdem Sina einen Kontrollcheck ihres eigenen Raumjägers durchgeführt hatte, wurde sie ausgeschleust. Ein paar Minuten später standen die beiden Raumjäger in einer Entfernung von 4000 km zueinander. Jane nahm per Funkverbindung Kontakt mit beiden auf: "Ihr kennt beide die Spielregeln." "Ja, das tun wir", antworteten sie im Chor. Die Spielregeln besagten, dass beide ihre Waffen auf eine Leistung von 0,1 % ein zustellten. Schließlich wollten sie sich nicht gegenseitig zerstören. Es ging lediglich darum, Treffer zu zählen. Verlierer war derjenige, der als erster zehn Treffer einstecken musste. "Dann kann der Kampf jetzt beginnen", sagte Jane. Beide Raumjäger rasten aufeinander zu.
Sina dachte: (Ich weiß, dass du jetzt schon versuchen willst, bei mir einen Treffer zu landen). Ihr war klar, dass sie alles aus ihrer Trickkiste holen musste, um überhaupt eine geringe Chance gegen Skaras Raumjäger zu haben. Sina konnte förmlich spüren, dass Skara gleich schießen würde. Deshalb führte Sina ein Manöver aus, das in keinem Handbuch stand. Sie trat metaphorisch voll auf die Bremse, gab vollen Gegenschub und brachte die Triebwerke ihres Raumjägers an die Belastungsgrenze. Dabei drückte sie ihren Raumjäger nach unten und zog dann sofort die Nase nach oben. Skaras Raumjäger schoss über sie hinweg, und in diesem Moment feuerte Sina. Ihr gelang der erste Treffer.
Skara dachte in dem Moment, als sie sich noch gegenüberstanden: (Gleich werde ich dir den ersten Treffer verpassen. Mit einem Vorbeiflug links oder rechts wirst du es nicht vermeiden können). Skara gab mental Schub, und die Steuereinheit der Butterfly setzte den Befehl in Bruchteilen einer Mikrosekunde um. Die Butterfly beschleunigte mit Höchstgeschwindigkeit in Richtung Sinas Raumjäger. Skara wollte gerade feuern, als Sina ein unvorhersehbares Manöver flog. Skara konnte sich nicht so schnell geistig auf dieses Manöver einstellen und wurde getroffen. (Verdammt, Sina ist gut), dachte Skara.
Jane sagte zu Alita: "Sollen wir den Kampf abbrechen? Die beiden gehen mir ein zu großes Risiko ein, bevor da noch ein Unglück passiert." Alita antwortete: "Nein, die beiden wissen schon, was sie tun." Jane war nicht wirklich derselben Meinung wie Alita, aber sie ließ den Kampf fortsetzen. Die Mädels auf der Hydra beobachteten den Kampf weiterhin auf dem Panoramabildschirm. Lunaria bemerkte: "Sina ist wirklich gut, aber unsere Kleine ist auch nicht zu unterschätzen."
Nach dem Kampf stand es zehn zu acht. Sina hatte Skara zehnmal getroffen und Skara Sina achtmal. Aber eines war klar: Wäre es ein echter Kampf gewesen, hätte der Schutzschirm der Butterfly über die zehn Treffer von Sina nur gelächelt. Sina hingegen wäre durch die Waffen der Butterfly achtmal vernichtet worden.
Die beiden Raumjäger wurden wieder in die Hydra eingeschleust. Die beiden Mädels trafen sich in der Kommandozentrale. Skara war schweißnass. "Na kleine Prinzessin, habe ich dich zum Schwitzen gebracht?", fragte Sina. "Ja, als du mir so dicht auf den Fersen warst, wusste ich manchmal nicht, wie ich dich abschütteln sollte." "Mir ging es genauso, du hast wirklich gut geflogen." "Ich habe viel von dir gelernt, Sina, und es hat mir riesigen Spaß gemacht. Das sollten wir definitiv wiederholen." "Da bin ich vollkommen einverstanden", sagte Sina. "Kommt überhaupt nicht infrage", sagte Jane. Die Mädels lachten.
Fortsetzung folgt