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Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffs Hydra Kapitel 40

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Fürstin der Nacht
Dabei seit Feb. 2019
07.08.2021, 08:51 Uhr
Ersteller#1
Die kleine Prinzessin Tanu

Die Hydra hatte sich bereits zwei Wochen lang auf dem Planeten Dalos aufgehalten. Als das Raumschiff in dieses Sonnensystem einflog, stellte Iris einen Schaden an den Hyperraumzapfern fest. Es war dringend notwendig, eine sofortige Reparatur durchzuführen, da sonst die Energieversorgung der Hydra gefährdet war. Um die Reparatur durchzuführen, musste die Hydra auf einem Planeten landen. Der fünfte Planet ähnelte der Erde. Iris informierte Jane darüber, dass die Reparatur 10 bis 12 Tage in Anspruch nehmen würde. Der Planet war von humanoiden Lebewesen bewohnt, die den Menschen sehr ähnlich waren. Ihr technologisches Niveau entsprach dem der Menschen im Mittelalter auf der Erde. Jane entschied, dass die Hydra in der Nähe einer kleinen Stadt landen sollte. Die Besatzung der Hydra wurde herzlich von den Einheimischen aufgenommen. Iris, Lunaria und Skara kümmerten sich um die Reparaturarbeiten, während der Rest der Crew sich unter die Bevölkerung mischte und mehr oder weniger Urlaub machte.

Jane war schon mehrmals zu Gast auf dem Schloss in den letzten Tagen. Heute begaben sich Jane, Alita und Iris auf dem Weg zum Schloss, da Jane Prinzessin Ava darüber informieren wollte, dass die Reparaturen abgeschlossen waren und dass sie in zwei Tagen abreisen würden. Alita und Iris hatten Prinzessin Ava und ihre Schwester Iska noch nicht kennengelernt. In den vergangenen Tagen hatte Jane immer wieder verschiedene Crewmitglieder mit zum Schloss genommen. Prinzessin Ava war eine junge Frau von gerade einmal 26 Jahren und zugleich das Oberhaupt der Regierung des Reiches. Es gab auch noch Prinzessin Iska, die jüngere Schwester von Prinzessin Ava, deren Alter bei 22 Jahren lag.

Prinzessin Ava wandte sich an Jane, Alita und Iris und sagte: "Darf ich euch unsere kleine Schwester, Prinzessin Tanu, vorstellen? Sie war die letzten vier Wochen bei ihrer Tante und ist heute Vormittag zurückgekehrt." Ein süßes kleines Mädchen betrat den Raum. Sie hatte lange rotblonde Haare und war schlank. "Sie ist 13, aber in sechs Tagen wird sie 14 und zur Königin gekrönt, wenn sie ihre letzte Prüfung besteht", erklärte Prinzessin Ava. Jane wollte wissen: "Steht es dir nicht zu, den Thron als älteste Tochter zu übernehmen?" Prinzessin Ava antwortete: "Unsere Eltern, das Königspaar, sind vor zwei Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen. Bei uns ist es seit Jahrhunderten Brauch, dass die jüngste der Geschwister den Thron übernimmt, wenn sie die letzte Prüfung besteht." Jane fragte weiter: "Um was für eine Prüfung handelt es sich?" Prinzessin Ava erklärte: "Wie du siehst, trägt sie um ihren Hals ein Amulett, das sie bei ihrer Geburt von ihrem Vater erhalten hat. In der Nähe befindet sich ein Tal, das etwa 2 Tage Fußmarsch von hier entfernt ist. Dort gibt es einen blauen Stein. Wenn sie das Amulett daran hält und es aufleuchtet, bedeutet das, dass sie das Recht hat, den Thron zu besteigen. Sie muss diesen Weg zum Tal alleine gehen, ohne Begleitung aus dem Volk. Und hier kommt ihr ins Spiel. Da ihr nicht zu unserem Volk gehört, würde ich euch bitten, dass einer von euch sie begleitet. Das würde mir mehr Sicherheit geben." Jane dachte kurz nach und antwortete: "Wir können den Start der Hydra gerne um ein paar Tage verschieben. Das ist kein Problem." Sie wandte sich an Alita und Iris und sagte: "Das wäre etwas für euch beide, die kleine Prinzessin zu begleiten. Iris, es wird dir guttun, mal an die frische Luft zu kommen. Schließlich warst du die letzten Tage nur im Maschinenraum." Iris dachte für sich: (Jetzt muss ich auch noch mit einem kleinen Göre durch die Gegend latschen). Die kleine Prinzessin sagte: "Ava, ich brauche keine Aufpasser, ich kann das alleine schaffen. Ich bin ja kein Baby mehr." Prinzessin Ava entgegnete streng: "Wenn ich sage, dass die beiden dich begleiten, dann begleiten sie dich. Und jetzt mache keine Szene." Die kleine Prinzessin Tanu verzog das Gesicht und verließ den Raum. Jane fragte: "Wann soll der Marsch beginnen?" Prinzessin Ava antwortete: "Morgen um 8 Uhr." Daraufhin verließen Jane, Alita und Iris das Schloss und kehrten zur Hydra zurück.


Prinzessin Iska hatte das Gespräch zwischen Jane und Ava belauscht. Sie dachte bei sich: (Verdammt, vielleicht geht mein Plan jetzt nicht auf, wenn sie zwei Aufpasser mitschicken. Ich muss die Bande warnen). Prinzessin Iska hatte geplant, dass ihre kleine Schwester Prinzessin Tanu nicht mehr aus dem Tal zurückkehren sollte. Sie sollte sterben, damit Iska als jüngste Tochter Anspruch auf den Thron hätte. Sie mochte ihre kleine Schwester zwar, aber die Macht liebte sie noch mehr. Nachdem sie zur Königin ernannt worden wäre, würde sie sicherlich einen Vorwand finden, um ihre große Schwester Ava im Kerker verrotten zu lassen. In der Nacht nahm sie Kontakt mit dem Anführer der Bande auf. Der Anführer der Bande verlangte nun das Dreifache an Belohnung - nicht nur einen Beutel Gold, sondern drei Beutel Gold. Prinzessin Iska stimmte dem zu.


Am nächsten Morgen packten Alita und Iris ihre Sachen in Rucksäcke - Proviant für die nächsten vier Tage und noch einiges mehr. "Alita, warum nimmst du deine Waffen mit? Ich dachte, es ist ein friedlicher Planet?", fragte Iris. Alita antwortete: "Ohne meine Waffen gehe ich nicht aus dem Haus, das weißt du doch, Iris." Iris überlegte kurz und sagte dann: "Dann werde ich auch eine Impulspistole mitnehmen." Anschließend machten sich die beiden auf den Weg zum Schloss. Pünktlich um 8 Uhr trafen sie dort ein. "Ist die Kleine auch bereit, Prinzessin Ava?", fragte Alita. "Ja, sie ist fertig", antwortete Prinzessin Ava. Die kleine Prinzessin Tanu betrat das Zimmer. "Tanu, du sollst auf das hören, was Anita und Iris zu dir sagen", sagte Prinzessin Ava. Tanu erwiderte: "Warum sollte ich? Schließlich bin ich die Prinzessin." Iris dachte bei sich (Das fängt ja schon gut an). Die drei verließen das Schloss.


Als sie sich außerhalb des Schlosses befanden, fragte Iris: "Und in welche Richtung sollen wir jetzt gehen?" Die kleine Tanu öffnete ihren Rucksack und holte eine ziemlich alte Karte heraus, die sie auseinander rollte. Iris und Alita warfen einen Blick darauf. "Will uns das kleine Mädchen veräppeln? Die Karte sieht aus wie eine Schatzkarte aus einem Kinderbilderbuch", meinte Iris. Alita erwiderte: "Iris, schau genauer hin. Dort drüben sind die Hügel, genau wie auf der Karte, und da vorne sind die Wälder, ebenfalls wie auf der Karte. Die kleinen Striche zeigen uns, dass wir durch die Wälder gehen müssen." Prinzessin Tanu fügte hinzu: "Kann es sein, dass du nicht gerade die Hellste bist, wenn es um das Lesen von Karten geht, Iris?" Iris war gerade dabei, eine Schimpftirade zu beginnen, als sie den Blick von Alita bemerkte und schwieg. Sie entschieden sich nun, in Richtung der Wälder zu gehen. "Warum haben wir nicht einfach einen Shuttle genommen? In 5 Minuten wären wir dort gewesen, dann hätten wir das komische Amulett gegen den Stein gedrückt und in weiteren 5 Minuten wären wir zurück gewesen. Dann hätten wir es in 15 Minuten erledigt gehabt. Aber nein, jetzt darf ich mir die Füße wundlaufen", nörgelte Iris.

Sie waren bereits einen halben Tag marschiert und beschlossen, jetzt eine einstündige Pause einzulegen. Die drei holten Proviant aus ihren Rucksäcken und bereiteten sich darauf vor, etwas zu essen. "Sag mal, Tanu, hat das Tal einen bestimmten Namen?" fragte Iris. "Ja, das Tal heißt 'Tal des Todes'." "Warum 'Tal des Todes'?", fragte Iris neugierig. Tanu antwortete: "Es wird gesagt, dass jeder, der das Tal betritt, nie zurückkehrt, außer diejenigen, die ihre Prüfung ablegen müssen, um den Thron zu besteigen. Ein Biest wacht über das Tal. Es hat lange Zähne und Krallen." "Hast du das gehört, Alita? Jetzt, nachdem wir schon einen halben Tag gelaufen sind, kommt die Kleine mit der Wahrheit heraus. Das hättest du uns auch vorher sagen können. Dann wäre ich gar nicht erst mitgekommen. Jetzt soll ich also von irgendeinem Vieh gefressen werden?", beklagte sich Iris. "Iris, du solltest wissen, dass bei den meisten Völkern in diesem Entwicklungsstadium Geschichten und Legenden von Ungeheuern, Drachen und Monstern existieren. Es sind nur Geschichten. Auch in meinem Volk gibt es solche Erzählungen", erklärte Alita. Iris war jedoch skeptisch und zweifelte daran, ob es sich nur um Geschichten oder tatsächlich um eine Legende handelte. Vielleicht war doch etwas Wahres an diesem Biest. Iris überprüfte noch einmal, ob sie ihre Impulspistole dabei hatte und das Energiemagazin vollständig geladen war. Sie malte sich in Gedanken aus, wie das Biest wohl aussehen könnte. "Iris, es scheint, als hättest du Angst. Aber keine Sorge, ich werde euch beschützen. Immerhin habe ich zwei Stunden Kampfausbildung bei Meister Hatel absolviert", verkündete Tanu stolz. "Wow, ganze zwei Stunden! Das beeindruckt mich wirklich", spottete Iris. "Ich habe auch meine Waffe dabei", fügte Tanu hinzu. "Deine Waffe?", fragte Iris verwundert. Prinzessin Tanu kramte in ihrem Rucksack und holte ein Art-Taschenmesser mit einer 4 cm langen Klinge hervor. Iris rollte mit den Augen und sagte: "Jetzt bin ich aber wirklich beruhigt. Mit deinem Messerchen wirst du sicherlich das Biest in Schach halten können." Tanu antwortete selbstbewusst: "Darauf kannst du dich verlassen." Alita hatte das ganze Gespräch mitverfolgt und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Den Rest des Tages kamen sie gut voran und ließen den Wald hinter sich. Die Landschaft wurde hügeliger. "In zwei Stunden wird es dunkel. Es scheint, als ob ein Unwetter aufzieht. Wir sollten einen Unterschlupf für die Nacht suchen, am besten eine Höhle", schlug Alita vor. Und tatsächlich hatten sie Glück. Nach einer halben Stunde entdeckten sie einen Höhleneingang in der Wand am Fuß eines kleinen Berges. Alita inspizierte die Höhle. "Sie ist perfekt für die Nacht. An der Decke gibt es sogar einen kleinen Spalt, durch den der Rauch unseres Lagerfeuers abziehen kann." Die drei richteten zunächst ihr Nachtlager ein. "Iris, du kannst erstmal Holz für heute Nacht sammeln gehen", sagte Alita. "Glaubst du etwa ernsthaft, dass ich alleine da draußen herumlaufe, um Holz zu sammeln? Plötzlich taucht das Biest auf und frisst mich auf", erwiderte Iris. Alita verdrehte die Augen. "Na gut, dann gehen wir halt alle drei gemeinsam Holz sammeln." Nach 15 Minuten hatten sie genug Holz gesammelt, um für die Nacht auszukommen. Die kleine Prinzessin schaute interessiert zu, wie Alita mit einem Holzstab und einem Stück Holz Feuer machte. "Du weißt schon, dass wir Feuerzeuge dabei haben", bemerkte Iris. "Ich wollte nur Tanu zeigen, wie man mit zwei Hölzern Feuer machen kann." Nachdem sie ihr Abendessen gegessen hatten und es mittlerweile dunkel geworden war, verkündete die kleine Prinzessin: "Ich werde mich jetzt hinlegen. Ich bin müde." "Dann leg dich hin und schlaf gut", erwiderte Alita. Alita und Iris saßen noch eine Weile am Lagerfeuer. Der Wind frischte auf, und es begann zu regnen. In der Ferne waren hin und wieder Donnergrollen zu hören, und am Höhleneingang konnte man gelegentlich Blitze aufleuchten sehen. Ein Gewitter zog auf. "Iris, ich denke, wir sollten uns jetzt auch hinlegen", schlug Alita vor. Nachdem die beiden Frauen fünf Minuten gelegen hatten, sagte Iris: "Hast du das gehört?" "Was hast du gehört?" "Das Biest." Manchmal waren entfernt Geräusche zu hören, die einem Fauchen und Knurren ähnelten. Manchmal schien das Geräusch von weit wegzukommen, manchmal aber auch aus der Nähe. "Iris, ist dir das Abendessen nicht bekommen? Die Geräusche, die du hörst, kommen vom Wind, der zwischen den Bäumen und Felsen hindurchweht. Es gibt kein Biest. Und jetzt schlaf endlich." Iris bemerkte, dass Alita nach kurzer Zeit eingeschlafen war. Sie nahm ihre Impulspistole in die Hand und dachte bei sich: (Die Alte hat Nerven. Draußen lauert ein Biest, und sie schläft hier seelenruhig). Die ganze Nacht über hielt Iris ein Auge offen, da sie dem Ganzen nicht traute. Am nächsten Morgen schien die Sonne wieder.


Nachdem sie gefrühstückt hatten, verließen sie die Höhle und setzten ihren Weg fort. Nach zwei Stunden sagte Alita: "Laut Karte sollten wir bald auf einen Fluss stoßen, den wir überqueren müssen. Kurz danach beginnt bereits das Tal." Wenig später standen sie vor einem Abgrund. Der Fluss floss durch eine Schlucht. "Wie sollen wir da hinüberkommen?", fragte Iris. "Mein Vater hat mir erzählt, dass es hier eine Hängebrücke geben sollte", sagte Tanu. "Schaut mal dort drüben, da hängt noch ein Rest der Hängebrücke. Es scheint, als wäre sie im Laufe der Jahre einfach verrottet", bemerkte Alita. "Und jetzt?", wollte Iris wissen. Alita legte ihren Rucksack ab. "Ihr beiden wartet hier, ich gehe den Fluss flussabwärts, um nach einer Stelle zu suchen, an der wir ihn überqueren können." Mit ängstlichem Gesicht sagte Iris: "Und was ist, wenn das Biest auftaucht?" Die kleine Prinzessin Tanu fing an zu lachen und sagte: "Es gibt überhaupt kein Biest. Das habe ich mir ausgedacht, um euch Angst zu machen, und du, Iris, bist darauf hereingefallen." "Du kleine, verlogene Göre", sagte Iris mit bösem Ton. Alita lachte ebenfalls und sagte: "Nun ist die Sache geklärt. Ich habe doch gleich gesagt, dass es kein Biest gibt." Am meisten ärgerte sich Iris darüber, dass sie auf ein 13-jähriges Mädchen hereingefallen war.

Alita war bereits eine halbe Stunde verschwunden. Die kleine Prinzessin begann, sich an Alitas Rucksack zu bedienen und holte einen Schokoladenriegel heraus. "Du kannst doch nicht einfach Alitas Rucksack durchwühlen und einen Schokoladenriegel klauen", protestierte Iris. "Ich habe Lust auf Schokolade. Ich werde einfach behaupten, dass du den Riegel gestohlen hast, wenn Alita zurückkommt", erwiderte Tanu gelassen. Iris versuchte, Tanu den Schokoladenriegel wegzunehmen, doch die kleine Prinzessin war schneller. Sie hatte das Papier bereits aufgerissen und den Riegel in den Mund gesteckt. Iris konnte nur noch das leere Papier in der Hand halten. Kurz darauf kam Alita um die Ecke und sah die Situation. Tanu hatte den Schokoladenriegel längst heruntergeschluckt. "Na Iris, hast du meinen letzten Schokoladenriegel aus dem Rucksack gestohlen? Ich weiß, dass du keine mehr hast, du hast sie schon alle aufgegessen", sagte Alita. "Das war ich nicht, das war dieses kleine Balg hier", erwiderte Iris. "Stimmt überhaupt nicht, du warst es, Iris." "Ich denke auch, dass du es warst, Iris. Schließlich hast du das Papier in der Hand." Iris wollte gerade zu einer Schimpftirade ansetzen, als sie sah, wie die kleine Prinzessin anfing zu weinen. Alita sagte besänftigend: "Komm her zu mir." Sie nahm Tanu in den Arm, um sie zu trösten. Alita stand mit dem Rücken zu Iris, sodass Iris Tanus Gesicht sehen konnte. Tanu hörte sofort auf zu weinen und streckte Iris die Zunge heraus, als würde sie sagen: "Haha, du bist schuldig und bekommst die Schuld." Iris war sprachlos und dachte: (Es wird langsam Zeit, dass ich der kleinen Prinzessin den Hintern versohle und sie für ihre Lügen bestrafe). "Ein Stück flussabwärts habe ich eine Stelle gefunden, an der wir den Fluss überqueren können", verkündete Alita. Nach einer Stunde hatten sie den Fluss überquert. Kurz vor ihnen lag das Tal.


"Alita, was ist los?", fragte Iris besorgt. "Es fühlt sich hier irgendwie komisch an." "Glaubst du etwa immer noch an das Biest?" "Hör endlich auf mit diesem Biest. Es gibt kein Biest, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass hier etwas nicht stimmt." "Und was sollen wir jetzt tun?", fragte Iris. "Da vorne liegt bereits das Tal. Ihr beiden bleibt hier, und ich werde mich erstmal umsehen." "Kann ich mitkommen, Alita?", fragte die kleine Prinzessin. "Nein, du bleibst bei Iris", antwortete Alita bestimmt. "Aber sie ist immer so gemein zu mir." "Trotzdem bleibst du bei Iris, bis ich zurückkomme." Die kleine Prinzessin setzte sich neben Iris und verzog beleidigt das Gesicht. "Iris, pass gut auf unsere Prinzessin auf", sagte Alita mit einem ernsten Gesichtsausdruck. Iris kannte Alita gut genug, um zu wissen, dass sie es ernst meinte.


Alita schlich sich unbemerkt näher. Es dauerte nicht lange, da konnte sie das Gemurmel von Stimmen hören. Als sie näher kam, konnte sie die zwölf Männer sehen und ihre Worte verstehen. Sie hatten den Auftrag, Prinzessin Tanu und ihre beiden Begleiter zu töten. Alita erkannte sofort den Grund. Wenn Prinzessin Tanu sterben würde, wäre Prinzessin Iska die nächste in der Thronfolge. Diese Männer waren offenbar skrupellose Söldner, bereit, für Geld ein 13-jähriges Mädchen und ihre Begleiterin zu töten. Alita sah, wie sich die Männer in der Umgebung verteilten und auf ihre Opfer warteten. Sie wusste, dass Tanu und Iris in großer Gefahr waren. Die Männer waren mit Bögen und Speeren bewaffnet. Die Vorstellung, dass sie ein kleines Mädchen töten würden, brachte Alita zur Weißglut. Sie musste die zwölf Männer ausschalten. Alita zog ihr Messer hervor. Mit der Fähigkeit, ihre Emotionen auszuschalten, wurde sie zu einer Art Raubtier, das gnadenlos seine Beute jagt und tötet.
Sie schlich sich an den ersten Gegner heran und nutzte jede Deckung, um nicht entdeckt zu werden. Von hinten näherte sie sich dem Gegner. Als sie in Reichweite war, umklammerte sie seinen Hals und stach mit dem Messer, das sie hielt, in sein Auge. Die Klinge drang in sein Gehirn ein, ohne dass er auch nur einen Laut von sich geben konnte. Alita wusste, wie man einen Gegner lautlos tötet, und sie tötete einen nach dem anderen. Nun war nur noch der Anführer übrig. Sie hatte sich bis auf 10 Meter an ihn herangeschlichen, als sie sah, wie er seinen Bogen spannte, um einen Schuss abzufeuern. Etwa 30 Meter weiter rechts sah sie, wie die kleine Prinzessin und Iris in Panik flohen. Alita wusste, dass sie den Anführer nicht mehr rechtzeitig erreichen würde, bevor er seinen Schuss abfeuerte. Sie hatte versagt. Sie konnte nicht verhindern, dass die kleine Prinzessin getötet wurde.


"Wie lange dauert es denn noch, bis Alita zurückkommt?", fragte Tanu genervt. "Wie soll ich das wissen? Du hast gehört, dass sie gesagt hat, wir sollen hier warten", antwortete Iris. "Mir reicht das Warten, da hinten ist der Stein, es ist nicht mehr weit", erwiderte die kleine Prinzessin und stand auf, um loszurennen. "Steh sofort still! Du sollst hier warten", sagte Iris mit schärferem Ton. Doch Tanu hörte nicht auf sie und rannte weiter. Iris dachte bei sich (Jetzt muss ich auch noch dieser Göre hinterherrennen. Ich werde wirklich vom Pech verfolgt). Sie rannte hinter Tanu her und holte schnell auf. Gerade als sie versuchte, nach Tanu zu greifen, stolperte sie und riss Tanu mit zu Boden. In diesem Moment flog ein Pfeil über sie hinweg und blieb etwa 3 Meter vor ihnen in einem Baum stecken. Beide starrten den Pfeil an. "Du hast mir das Leben gerettet! Du bist eine Heldin", sagte Tanu. "Nun ja, vielleicht bin ich eine Heldin, aber du hast vielleicht recht", erwiderte Iris. Die beiden standen auf. "Für mich bist du definitiv eine Heldin", fügte Tanu hinzu.


Nachdem sie den Anführer überwältigt und gefesselt hatte, wandte sich Alita an die beiden. "Ist euch etwas passiert?", fragte sie besorgt. "Nein, alles in Ordnung, nur ein bisschen schmutzige Kleidung. Wusstest du, dass Iris eine Heldin ist?", antwortete Tanu. Alita lächelte und sagte: "Ja, ich habe gesehen, wie sie dich gerettet hat." Iris wurde leicht rot im Gesicht und erklärte: "Ich konnte einfach nicht zulassen, dass ein so kleines und süßes Mädchen stirbt." "Meinst du wirklich, dass ich eine kleine süße Prinzessin bin, Iris?", fragte Tanu.  "Ja", antwortete Iris. Tanus Gesicht strahlte vor Freude. Als Alita und Iris zusammenstanden, flüsterte Iris leise, sodass Tanu es nicht hören konnte: "Ich weiß, dass du bemerkt hast, dass ich gestolpert bin und dadurch die Prinzessin gerettet habe. Aber ich bin keine Heldin." "Doch, für sie bist du eine Heldin. Ohne dich wäre die Prinzessin jetzt tot. Nicht alle Helden werden durch Mut zu Helden, manche werden es aus Selbstschutz oder aufgrund der Umstände", erklärte Alita.


"So, jetzt wollen wir aber zu dem Stein gehen", verkündete Tanu in ihrem hochmütigen Ton. Alita fesselte den Anführer an einen Baum. Nach zehn Minuten erreichten sie den Stein. Es war ein bläulich schimmernder Stein. Tanu hielt ihr Amulett gegen den Stein und es leuchtete für einige Sekunden blau auf. Iris starrte Tanus Amulett an und sagte: "Das war's? Wir sind tagelang durch die Wildnis marschiert, nur damit dein Amulett kurz aufleuchtet?" "Ja", antwortete Tanu. "Ich kann es einfach nicht glauben! Haben wir wirklich unser Leben aufs Spiel gesetzt, nur damit dein verdammtes Amulett ein paar Sekunden lang aufleuchtet? Wir hätten stattdessen einfach ein paar Kilometer in den Wald gehen können, vielleicht an einen See, und ein paar Tage entspannen können. Danach wären wir einfach zurückgekehrt, und du hättest behauptet, dass das Amulett geleuchtet hat. Niemand hätte bemerkt, dass wir nicht bei dem Stein waren." "Doch", entgegnete Tanu. "Wer denn?", fragte Iris skeptisch. "Ich", erwiderte Tanu. "Boah, sind Prinzessinnen immer so anstrengend? Gut, wir haben nur eine Prinzessin an Bord, sonst würde ich irgendwann verrückt werden", sagte Iris genervt.      


Die drei machten sich mit den gefangenen Männern auf den Rückweg. Zwei Tage später erreichten sie das Schloss. Dort erstatteten sie Prinzessin Ava Bericht. Ava wollte von Alita wissen, was mit den anderen elf Männern geschehen war. "Sagen wir einfach, ihnen geht es nicht mehr gut", antwortete Alita. Ava lächelte und sagte: "Ich verstehe."

Plötzlich betrat Prinzessin Iska den Raum und ihr Gesicht zeigte Überraschung. Sie hatte nicht erwartet, ihre kleine Schwester Tanu und deren beiden Begleiter wiederzusehen. Ava rief nach den Wachen. Sechs Männer stürmten in den Raum. "Bringt Prinzessin Iska in den Kerker", befahl Ava. Die Wachen verhafteten Prinzessin Iska und waren gerade dabei, den Raum zu verlassen, als Prinzessin Tanu noch hinzufügte: "Und lasst meine Schwester im Kerker verrotten."


Am nächsten Tag wurde Prinzessin Tanu zur Königin gekrönt. Die Besatzung der Hydra war als Ehrengäste eingeladen. Alita und Iris hatten die Ehre, beim Festmahl direkt neben Königin Tanu zu sitzen.


Tanu erzählte den Leuten von Ihrem Volk die Geschichte, wie Iris, die Frau von den Sternen das Leben der kleinen Prinzessin gerettet hatte. Sie wurde als Heldin gefeiert.

Am folgenden Tag war Iris wieder froh, in ihrem Maschinenraum zu sein, umgeben von ihren "Babys" - Mailer, Konverter und Fusionsreaktoren. Sie gestand sich ein, dass es ein schönes Abenteuer gewesen war, das sie erleben durfte. Einige Stunden später startete die Hydra wieder in Richtung Weltraum.


Fortsetzung folgt



 
Fizzy Lemon
Dabei seit Jan. 2019
08.08.2021, 07:55 Uhr
#2
Nette Geschichte, die mich ein klein wenig an die Artussage erinnert. Aber Du solltest nochmal drüber gehen, denn der Name der Prinzessin steht einmal als Tanu und dann als Ria drin. Bleib bei einem Namen. ;)

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