Lunaria-Galaxie
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Die Odyssee des Raumschiffs Galaxie II Kapitel 10 bis 17

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Fürstin der Nacht
Dabei seit Feb. 2019
26.11.2022, 23:24 Uhr
Ersteller#1
Kapitel 10:  Die Jagt

Seit neun Tagen hatten wir nur Früchte zu essen, in jeglicher Art: Früchte pur, Fruchtsalat, Früchtesuppe, Früchtekuchen und so weiter. Mittlerweile waren wir auch schon in ein anderes Sonnensystem gereist. Als wir alle am Tisch saßen, um Abendbrot zu essen, sagte Clark: „So langsam hängen mir die Früchte zum Hals raus.“ „Und mir kommen sie schon aus den Ohren“, erwiderte Lexa. „Wir brauchen ein Stück Fleisch auf dem Teller.“ „Aber wir haben nur Früchte an Bord“, meinte Mila. „Dann werden wir jagen gehen“, erwiderte Clark. „Wer wir?“, fragte Jonas. „Lexa, wenn Lunaria mitkommen möchte, und ich.“ Lunaria sagte: „Ich darf auch keine Tiere töten, das verbietet mir meine Programmierung. Außer es ist ein Notfall, zum Beispiel wenn ihr am Verhungern seid. Aber es gibt ja noch reichlich Früchte.“ „Ihr beide und jagen?“, fing Jonas an zu lachen. „Es ist nicht damit getan, mit einem Shuttle den Planeten anzufliegen und mit der Bordkanone über die Zielautomatik ein Vieh das Gehirn wegzublasen. Jagen bedeutet, raus in die Wildnis, nur mit einem Messer bewaffnet, dann ein Tier erlegen.“ „Willst du damit sagen, dass wir beide Frauen zu blöd sind, um ein Vieh kalt zumachen?“ „Ja.“ „Ich kenne mich mit Jagen aus. Als Kind habe ich immer die Stubenfliegen gejagt und fast immer alle erwischt“, erwiderte Clark. „Milka, der vierte Planet sieht vielversprechend aus. Vielleicht finden wir da etwas zum Jagen. Können wir morgen los?“, fragte Lexa. „Aber nur, wenn Lunaria mitkommt und auf euch aufpasst“, sagte Mila. Clark flüsterte zu Lexa: „Mila meint, wir können nicht alleine auf unsere süßen Po's aufpassen, nur wenn ihr Lunaria mitnehmt.“ „War noch was, Clark?“, fragte Mila mit einem schärferen Ton, als sie mitbekam, was Clark Lexa geflüstert hatte. „Nein, alles gut, Mila.“ Wir gingen früh schlafen, um am nächsten Morgen fit zu sein.

Nach dem Frühstück - ratet mal, was es gab: Früchtebrot - machten wir den Shuttle startklar und nahmen Kurs auf den vierten Planeten. "Wo landen wir, Lexa?", fragte Clark. "Sicherlich nicht in der Wüste. Wir wollen ja keine Sandflöhe jagen. Ich dachte an einen Waldrand an einem See. Dort halten sich sicherlich die meisten Tiere auf", antwortete Lexa. Lunaria fand schnell einen solchen Ort und landete den Shuttle am Waldrand. "Wir lassen die Gewehre hier im Shuttle und nehmen nur unser Messer mit. Wir werden Jonas schon zeigen, dass wir unser Essen auch mit nur einem Messer jagen können", sagte Lexa. Clark und Lexa verließen den Shuttle und Lunaria blieb als Wache zurück. Clark suchte draußen gleich im Geäst ein 2 Meter gerades Stück und spitzte die Spitze an. "Was machst du da?", fragte Lexa. "Ich baue mir einen Speer", antwortete Clark. "Gute Idee", sagte Lexa. Wir machten uns auf den Weg zum See. "Kannst du beim Gehen etwas leiser sein? Du vertreibst ja das ganze Wild. Du könntest gleich losbrüllen: 'Hier sind wir!'", scherzte Lexa.

Wir hatten nach gut einem Kilometer einen Platz am Waldrand gefunden, etwa 250 Meter vom See entfernt. Es schien ein Tränkeplatz für Tiere zu sein, angesichts all der Fußspuren. Clark machte ihren Finger nass und hielt ihn in die Luft. "Was machst du da?", fragte Lexa. "Ich schaue, aus welcher Richtung der Wind kommt. Er kommt von vorne, das ist gut, denn dann können die Tiere uns nicht riechen", erklärte Clark. Nach einer Stunde kam ein Rudel Tiere zur Tränke, neun an der Zahl. Sie sahen aus wie Wildschweine, aber hatten ein Horn auf der Nase. Wir nannten sie Nashornschweinchen. "Und was machen wir jetzt?", fragte Lexa. "Erstmal beobachten", sagte Clark. Nach einer halben Stunde verschwanden acht der Nashornschweinchen wieder im Wald. Das eine blieb noch an der Tränke und hatte offenbar seinen Durst noch nicht vollständig gestillt. "Den schnappen wir uns, Clark", sagte Lexa. Wir rannten los zum Nashornschweinchen. Clark wollte versuchen, es mit dem Speer zu erwischen, während Lexa den Weg abschnitt, falls es versuchen sollte, in den Wald zu fliehen. Als wir fast die Hälfte der Strecke geschafft hatten, stürmte das Nashornschweinchen plötzlich auf uns zu. "Zurück zu den Bäumen, wir klettern darauf!", rief Lexa. Das Nashornschweinchen holte schnell auf, aber wir erreichten die beiden Bäume, die dicht beieinander standen, bevor es uns einholen konnte. Wir begannen den Stamm hochzuklettern, als das Nashornschweinchen auch ankam. Clark zog Grimassen und sagte: "Na du blödes Vieh, hier kommst du nicht hoch!" Doch Clark hatte sich schwer getäuscht. Das Nashornschweinchen hatte Krallen wie eine Katze und kletterte den Baum hoch. Eine Kralle erwischte Clark am Unterschenkel und sie schrie auf. Da das Viech mit dem Rücken zu Lexa gewandt war, überlegte sie nicht lange. Lexa sprang auf den Rücken des Nashornschweinchens und schnitt mit ihren Messer die Kehle durch. Beide stürzten zum Boden und das Nashornschweinchen war tot. "Ist deine Wunde schlimm?", fragte Lexa Clark. "Nein, es scheint nur ein Kratzer zu sein. Danke, Lexa, dass du mich gerettet hast", antwortete Clark.

"Könntest du bitte das Nashornschweinchen von mir runterziehen?", fragte Lexa höflich. Als das Tier endlich runter war, bemerkte Clark, dass ihr Bein blutete. "Lass mich deine Wunde sehen", sagte Lexa besorgt und zog ihr das Hosenbein hoch. Die Wunde war tiefer als erwartet und blutete stark, jedoch handelte es sich lediglich um eine Fleischwunde. Lexa holte ihren Medipack heraus und sprühte ein Plasmaspray auf die Wunde. Nach 15 Minuten war die Wunde geschlossen. Im Wald fanden sie Lianen und banden diese zu Bändern zusammen. Lexa grub ein Loch zwischen zwei Bäumen und sie zogen das Nashornschweinchen hoch, damit es in Ruhe ausbluten konnte. Das Tier war schwer, ungefähr 120 Kilo, aber sie schafften es. Nach einer Stunde Pause sagte Clark: "Jetzt wird es ekelig." Lexa fragte: "Warum?" und Clark antwortete: "Weil wir das Schwein jetzt köpfen, enthäuten und ausnehmen müssen." Als sie das Tier ausnahmen, musste Lexa sich übergeben und verschwand schnell hinter einem Busch. Nach einigen Minuten kam sie zurück und Clark fragte mit einem Lächeln im Gesicht: "War das Frühstück nicht gut, Lexa?" Lexa antwortete nicht, aber Clark konnte sehen, dass sie auch nicht gut drauf war. Nachdem die Arbeit erledigt war, banden sie die vorderen und hinteren Beine zusammen und trugen das Tier auf einem dicken Ast zurück zum Shuttle. Die beiden Mädels waren voller Blut und sahen aus, als hätten sie in einem Blutbad geschwommen. Als sie bei Lunaria ankamen, sagte sie: "Ich sehe, dass die Jagd erfolgreich war." Als das Shuttle zurück im Hangar der Galaxie II war und die Tür geöffnet wurde, waren alle erleichtert und müde von dem anstrengenden Tag.

Zur gleichen Zeit in der Kommandozentrale, in einer stillen Ecke, lag Paulchen, unser Bord-Kater, wie so oft im Tiefschlaf. Plötzlich begann Paulchens Nase sich leicht zu bewegen, seine Schnurrhaare zitterten und seine Ohren stellten sich spitz auf. Er riss die Augen auf und sprang wie von der Tarantel gestochen aus seinem Körbchen, rannte Richtung Shuttle-Hangar. Als Paulchen im Hangar ankam, schnitt Clark ein kleines Stück Fleisch vom Schweinchen ab und warf es ihm zu. Nachdem Paulchen das Stück Fleisch geschnappt hatte, verschwand er wieder in seinem Körbchen und verzehrte das Stück. Danach schlief er wieder ein. Wir hatten selten so ein glückliches Katzen-Gesicht gesehen. Auf halbem Weg zur Küche trafen wir die restliche Besatzung. Mila sagte erschrocken: "Was ist euch denn passiert?", als sie uns mit Blut verschmiert sah. "Wir hatten eine kleine Auseinandersetzung mit dem Nashornschweinchen", antworteten wir. "Und ihr habt das Schwein nur mit einem Messer getötet?", fragte Jonas erstaunt. "Ja, das kann ich bestätigen. Wir sind nur mit einem Messer auf die Jagd gegangen", erwiderte Lunaria. Jonas konnte nur noch ein "Wow" von sich geben. Dass uns eigentlich das Schwein gejagt hatte, behielten wir natürlich für uns. Nachdem wir das Schwein in der Küche abgelegt hatten, sagte Lexa: "Jetzt werden Clark und ich erst mal duschen gehen und uns gegenseitig ordentlich einseifen." "Wenn ihr wollt, helfe ich euch gerne dabei", schlug Jonas vor und grinste. "Wir wollen deine kostbare Zeit nicht in Anspruch nehmen", erwiderte Clark. "Ich opfere mich gerne", sagte Jonas. Von den beiden Ladys kam nur ein "Nein". Als wir abends am Tisch saßen, kam Mila mit einer großen Platte Schweinsbraten herein. Der Braten roch herrlich, das Fleisch sah saftig aus. Uns lief allen das Wasser im Mund zusammen. Endlich mal etwas anderes als immer nur Früchte. Wir langten alle zu. Unter anderem stand im Log-Buch der Eintrag, dass dieser Abend zu einer Fressorgie wurde.


Kapitel  11:  Der Überfall

Am nächsten Tag legten wir wieder eine Strecke im Liniarraum zurück. Als wir aus dem Liniarraum kamen, schrillte sofort der Ortungsalarm los. Zu diesem Zeitpunkt hatte Lunaria Dienst an den Ortungsgeräten und sagte: „Vor uns, in 33 Kilometern Entfernung, ist ein großes Raumschiff, das ungefähr die Größe von …“. Lunaria brach mitten im Satz ab. In der Kommando-Zentrale wurden zur selben Zeit Mila, Jonas, Nala und sogar Paulchen, der auf dem Weg zu seinen Körbchen war, bewusstlos. Es war sofort klar, dass sie mit Nakosewaffen angegriffen worden waren. Sicherlich lagen auch Lexa und Clark, die im Maschinenraum waren, in tiefer Bewusstlosigkeit. Sonst hätten sie sich längst in der Kommando-Zentrale gemeldet. Leon lag sowieso im Koma, nachdem er sich eine unbekannte Infektion zugezogen hatte. Nala hatte noch kein Gegenmittel gefunden. Das Naheliegende wäre jetzt, die Schutzschirme hochzufahren und das große Raumschiff mit unseren Bordwaffen anzugreifen. Doch da keine unmittelbare Lebensgefahr für die Besatzung bestand, verbot es Lunarias Programmierung, solche Schritte zu unternehmen. Sie versteckte Paulchen schnell in der Küche in einer Schublade und beobachtete weiter, was geschah. Das große Schiff öffnete ein Hangartor.

Die Galaxie II wurde mittels eines Traktorstrahls in den Hangar gezogen. Bevor das Raumschiff im Hangar aufsetzte, fuhr Lunaria die Landestützen aus und öffnete die Bodenschleuse. Sie wollte vermeiden, dass die Galaxie II beim Öffnen der Schleuse beschädigt wurde. Sie hoffte insgeheim, dass die Besatzung glauben würde, dass dies automatisch erfolgte. Als sie auf dem Monitor blickte, sah sie, wie sich 25 schwer bewaffnete Besatzungsmitglieder näherten. Sie sahen den Menschen ähnlich, hatten jedoch drei Augen und sechs Finger an jeder Hand. Lunaria versteckte sich schnell im Maschinenraum hinter einer Verkleidung und beobachtete das Geschehen weiterhin über ihren kleinen Monitor am Handgelenk.

Sie hatten die Galaxie II gründlich durchsucht, jedoch ohne Erfolg, denn sie fanden weder Paulchen noch Lunaria. Stattdessen fanden sie die gesamte Mannschaft bewusstlos auf dem Schiff vor. Sie wurden schnell von Bord gebracht und in eine große Zelle gelegt. Lexa erwachte als Erste aus ihrer Bewusstlosigkeit und bemerkte schnell, wo sie sich befanden. Als Nala fragte, wo sie seien, erklärte Lexa, dass sie sich in einer großen Zelle befanden, die sie bereits untersucht hatte. Sie konnte keine Abhörgeräte finden. Jonas fragte nach Lunaria, aber Clark und Lexa vermuteten, dass sie sich versteckt hatte, da sie noch nicht in Lebensgefahr waren. Ihre Programmierung verbot es ihr, sich selbst in Gefahr zu bringen.

Plötzlich wurde die Tür zur Zelle aufgestoßen und drei Männer kamen herein, darunter der Kommandant Tu. Er fragte nach dem Kommandanten und Mila stand auf und sagte, dass sie der Kommandant sei. Die Soldaten packten sie unsanft an den Armen und brachten sie zum Verhöhrraum. Nach einer halben Stunde brachten sie Mila zurück, die voller Blutergüsse und Kratzer war. Es war offensichtlich, dass sie gefoltert worden war. Der Kommandant drohte Lexa und sagte, dass sie die nächste sei. Clark bat Nala, sich um Mila zu kümmern, während sie selbst den Soldaten zum Verhöhraum folgte. Als Clark beim Kommandanten ankam, wurde sie an einen Stuhl gefesselt und beschuldigt, mit den Feinden zusammenzuarbeiten. Clark beteuerte, dass sie nur harmlose Raumfahrer seien, die Blumen auf einer Wiese pflücken wollten. Der Kommandant schlug ihr ins Gesicht und das Kreuzverhör ging weiter. Nach einer halben Stunde wurde auch Clark in die Zelle zurückgebracht und sah genauso schlecht aus wie Mila.

Clark schwankte ein wenig, konnte sich jedoch auf den Beinen halten, als der Kommandant in die Zelle trat und mit kalter Stimme sagte: "Ihr habt 10 Stunden Pause, dann werden die restlichen verhört." Jonas und Nala blickten ängstlich drein, während Mila wieder vollständig bei Bewusstsein war und zu Clark sagte: "Ich habe während meines Verhörs mitbekommen, dass sie uns alle töten wollen, sobald sie mit dem Verhör fertig sind, damit es keine Zeugen mehr gibt." "Sollen wir es tun, Clark?" fragte Lexa. Clark antwortete: "Ja, in dieser Situation schon." Clark fing an denrechten Stiefel auszuziehen und arbeitete sich dann zum Absatz vor. "Was machst du da, Clark?" fragte Mila verwundert. "Ich werde jetzt die Büchse der Pandora öffnen", antwortete Clark. "Was meinst du damit?" fragte Mila erneut. Clark erklärte: "Es ist ein Sender im Stiefel versteckt, mit dem ich Verbindung zu Lunaria aufnehmen und ihre Programmierung ändern kann. Ich habe alle Sperren bei ihr aufgehoben, und sie ist jetzt eine Killerin ohne Gnade oder Erbarmen. Sie wird uns befreien, und gleich wird hier an Bord die Hölle los sein."

Nach 10 Minuten fing der Alarm im Schiff an zu schrillen. Lunaria hatte den Funkimpuls und verließ ihr Versteck. In der Galaxie II befanden sich ursprünglich 11 Soldaten, und auch nach 3 Minuten waren es immer noch 11 Mann, aber alle hatten einen Genickbruch erlitten. Lunaria begab sich zur Waffenkammer und nahm 2 Messer, ein Samurai-Schwert und einige Päckchen Sprengstoff mit. Anschließend machte sie sich auf den Weg. Ein Soldat kam zu Kommandant Tu und berichtete: „Unsere 11 Soldaten im kleinen Schiff sind tot, alle haben einen Genickbruch, und auf Deck 12 haben wir 8 geköpfte Soldaten gefunden.“ Plötzlich erfolgte eine Explosion auf dem Schiff, woraufhin der Kommandant laut „Alarm“ schrie. Der Maschinenraum meldete: „Wir hatten hier eine Explosion, der Antrieb ist ausgefallen“. Lunaria bewegte sich wie eine Raubkatze, lautlos und erbarmungslos. Kommandant Tu gab den Befehl, Jagd auf Lunaria zu machen. Die Besatzung des Kommandanten bekam es langsam mit der Angst zu tun, nachdem in der kurzen Zeit bereits 52 Soldaten getötet worden waren. Schließlich platzte dem Kommandanten der Kragen, und er rannte zur Zelle und riss die Tür auf. „Was können wir für Sie tun, Kommandant?“, fragte Clark. „Pfeift, wer auch immer es ist zurück, sonst werde ich euch alle töten. Ich habe 1800 Soldaten auf dem Schiff. Wer ist es überhaupt, der sein Unwesen auf meinem Schiff treibt?“, brüllte der Kommandant.


Kommandant Tu kam die Nachricht, dass 83 Soldaten gestorben waren und dies langsam Panik in seiner Mannschaft auslöste. In diesem Moment tauchte Clark auf und sagte: "Das ist unsere kleine Lunaria. Sie ist sicherlich sauer, dass wir nicht pünktlich zum Essen da waren. Sie wissen ja, dass Frauen zickig werden können. Lassen Sie uns frei, sonst werden Sie in 10 Stunden 1800 tote Soldaten auf Ihrem Schiff haben. Das ist keine Drohung, sondern eine Tatsache." Tu antwortete daraufhin: "Ihr habt gewonnen. Ich lasse euch frei und pfeife die Lunaria zurück. Wenn du hier hineinsprichst, bist du auf dem ganzen Schiff zu hören." Clark gab den Code 3Bt5 durch, der besagte, dass Lunaria ruhig bleiben und alle Aktivitäten einstellen sollte. Als der Kommandant nachfragte, was das für ein Code sei, antwortete Clark: "Du weißt doch, dass Frauen so ihre Geheimnisse haben." Nachdem der Kommandant die Antwort gehört hatte, gab er Frieden. "Jetzt wirst du als Geisel mitkommen. Nimm einen Raumanzug und einen Peilsender mit. Wenn der Sicherheitsabstand zwischen unseren Schiffen groß genug ist, lassen wir dich ins All hinaus. Mit dem Peilsender wird deine Mannschaft dich schnell finden und dich wieder einsammeln", sagte Clark. Als wir alle in der Schleuse der Galaxie II standen, kam auch Lunaria zu uns. Sie schnappte sich einen Lappen und begann, das Blut von der Klinge zu wischen. Plötzlich hatte der Kommandant ein Messer in der Hand und schnappte Clark von hinten, hielt ihr das Messer am Hals und sagte: "Jetzt hat sich das Blatt gewendet. Wenn ihr nicht macht, was ich sage, werde ich Clark den Hals aufschneiden, und du, Lunaria, wirf deine Waffen weg." Lunaria machte eine schnelle Bewegung, die mit bloßem Auge nicht zu verfolgen war. Clark schrie auf. Die 40 cm lange Klinge hatte Clarks rechte Schulter durchbohrt und kam hinten heraus und durchbohrte das Herz des Kommandanten, der sofort tot zusammenbrach. Alle starrten Lunaria an. Sie sagte: "Lieber eine kleine Fleischwunde als eine durchgeschnittene Kehle. In dieser Lage war das die beste Option, um die Gefahr zu bannen." "Das tut verdammt weh", sagte Clark. Wir warfen den toten Kommandanten aus der Schleuse. Mila sagte zu Lunaria: "Du hast das Kommando. Lass uns einen Flug machen. Nala, kümmere dich um Clark, Lexa und mich." Lunaria und Jonas verschwanden in der Kommandozentrale. Lunaria startete die Kraftwerke, setzte sich an den Feuerleitstand und zerschoss das Hangartor. Als das Loch groß genug war, legte Jonas einen Alarmanfang hin.

Nachdem die Galaxie II das Schiff verlassen hatte, baute sich der Schutzschirm auf und als wir die nötige Geschwindigkeit erreicht hatten, verschwanden wir im Linearraum. Nala hatte ihre Patienten versorgt und begab sich anschließend in die Kommando-Zentrale. Dort sagte sie zu Lunaria: "Meine Patienten sind versorgt und bei Clark war es wirklich nur eine Fleischwunde. Wenn die Klinge jedoch 2 cm weiter nach links eingedrungen wäre, hätte sie die Lunge durchbohrt." Lunaria erwiderte daraufhin lediglich: "Ich verfehle mein Ziel nie."


Kapitel 12:  Der Astronaut

Es war das Jahr 1965 und die Startvorbereitungen für einen Testflug im Apollo-Programm waren fast abgeschlossen. Man wollte den Mond mit einem Gleiter umrunden, um zu testen, ob eine Kapsel oder ein Gleiter für eine Landung auf dem Mond besser geeignet wäre. Das Ziel war es, eines Tages einen Menschen zum Mond zu bringen. Der Gleiter wurde Puma genannt und war auf der Spitze der Saturn 5 montiert. Der Astronaut und ehemalige Testflieger John wurde ausgewählt, um diesen Testflug durchzuführen. Nachdem er in seinen Raumanzug geholfen wurde, fuhr er mit drei Helfern zum Gleiter auf der Spitze der Saturn 5. Nachdem John in seinem Sitz angeschnallt war, verließen die drei Helfer über den Lift die Startrampe wieder. Der Start stand bevor, es waren noch 20 Minuten Zeit. Ein letzter System-Check wurde durchgeführt und alles war auf Grün. Dann zündeten die Triebwerke der Saturn 5 und die Halterungen der Startrampe lösten sich. Die Saturn 5 stieg langsam, aber dann immer schneller in den Himmel, bis sie zu einem kleinen Punkt wurde und verschwand. Nachdem alle 3 Stufen der Rakete abgeworfen waren, erreichte der Gleiter eine Reisegeschwindigkeit von 24000 km/h und alle Systeme waren grün. Die Reise zum Mond würde 3 Tage dauern. John konnte den Blick auf die Erde genießen, die langsam kleiner wurde, während der Mond größer wurde. Obwohl er manchmal ein bisschen einsam war und Angst hatte, da nur 5 mm Außenwandung ihn vom absoluten Nichts trennten, lief alles nach Plan. Nach 3 Tagen schlug die Puma in die Umlaufbahn vom Mond ein. John nahm Kontakt mit Houston auf und sagte: "Werde gleich auf der Rückseite vom Mond verschwinden, melde mich nach 8 Stunden wieder, wenn ich die Rückseite umflogen habe". Während dieser Zeit hinter dem Mond war kein Funkkontakt möglich. Als die 8 Stunden um waren, wartete Houston auf das Funksignal von John, aber es kam nichts. Nach 4 Tagen ohne Signal erklärte man John als verschollen, da auch sein Sauerstoff aufgebraucht war. Die Presse erhielt die Meldung, dass John mit der Puma auf der Rückseite des Mondes eine technische Fehlfunktion hatte und auf der Oberfläche zerschellt war. Die Wahrheit wurde nie bekannt gegeben.

John befand sich seit über drei Stunden hinter dem Mond und hatte fast die Hälfte seiner Mission abgeschlossen, als plötzlich eine hellblaue Kugel auf ihn zukam. Innerhalb von nur einer Minute wurde sein Gleiter, die Puma, von der Kugel eingehüllt. Dann verschwand die Kugel genauso schnell, wie sie gekommen war. John sah sich um und fragte sich: "Wo bin ich hier? Wo ist der Mond?" Er bemerkte, dass sich sein Gleiter in der obersten Atmosphäre eines Planeten befand, der ihm völlig fremd war. Sofort schickte er einen Funkspruch auf Dauerschleife heraus: "Hier ist John von der Puma Houston, ich habe ein Problem." Er hatte keine Zeit, darüber nachzudenken, wo er sich befand - er musste sich auf die Landung konzentrieren, um den Gleiter sicher auf den Boden zu bringen. Als er durch die Wolkendecke stieß, konnte er den Planeten sehen und alles, was er sah, war ihm fremd. Unter ihm erstreckte sich ein rosa Urwald und er fragte sich, ob er träumte. Dann sah er plötzlich eine kleine Lichtung und versuchte, die Puma dort zu landen. Doch das Fahrwerk ließ sich nicht ausfahren und so setzte der Gleiter mit dem Bug auf und schlitterte über den Boden, bis er schließlich gegen einen rosa Baum prallte. John verlor das Bewusstsein.

Die Galaxie II befand sich gerade in einem neuen Sonnensystem, als Nala an der Funkanlage saß und einen merkwürdigen Funkspruch empfing. Mila fragte nach dem Inhalt des Funkspruchs und Nala erklärte, dass es sich um John von der Puma  handelte, der ein Problem hatte und diesen in Dauerschleife übermittelte. Mila befahl Nala, den Funkspruch anzupielen, um zu überprüfen, ob es sich um eine Falle handelte. Clark erinnerte sich an einen ähnlichen Vorfall im Apollo-Programm aus dem Jahr 1965 und erklärte dies den anderen. Lexa betrat die Kommandozentrale und fragte nach der Peilung des Funkspruchs. Nala erklärte, dass sie die Peilung hatte, aber der Funkruf plötzlich abbrach.

Mila hatte ein ungutes Gefühl bei der Sache, aber Ihre Neugierde war geweckt. Sie entschied, dass Lexa, Lunaria und Nala mit dem kleinen Beiboot losfliegen sollten, um herauszufinden, was hinter dem Funkspruch steckte. Sie sollten jedoch äußerste Vorsicht walten lassen und den Anti-Ortungsschirm einschalten. Lexa übernahm das Kommando, während Nala sich um das Maschinenpult, die Ortung und den Feuerleitstand kümmern sollte. Lunaria wurde mit der Steuerung und dem Funk beauftragt.
Mila gab klare Anweisungen und sorgte dafür, dass jeder wusste, was zu tun war. Es war offensichtlich, dass sie sich der Gefahr bewusst war und alles tat, um ihre Crew zu schützen.

Nachdem das kleine Beiboot ausgeschleust worden war, beschleunigte es mit Kurs auf den Planeten. Mithilfe von Nalas Koordinaten durch die Funkpeilung fanden wir schnell die Stelle auf dem Planeten. Lexa gab den Befehl, zunächst in einer Höhe von 3 Kilometern die Stelle zu umkreisen und zu überprüfen, ob von irgendwoher Gefahr drohte. Auf unserem Monitor sahen wir ein kleines Raumschiff, das teilweise zerstört war. "Schaut mal da, an der Seite steht groß 'Puma'", sagte Lexa.

In der Zwischenzeit war Lunaria damit beschäftigt, ihr Samurai-Schwert und die beiden Messer mit einem Schleifstein zu schärfen. Nach dem Zwischenfall mit den Aliens hatten wir uns nach einer Abstimmung entschieden, Lunaria nicht erneut die Programmsperren zu aktivieren. Clark und Lexa waren der Meinung, dass Lunarias Plasma-Gehirn jetzt so weit fortgeschritten war, dass sie selbst für sich die Verantwortung übernehmen konnte. Nur Jonas hatte Einwände. "Was ist, wenn Lunaria mal durchdreht? Dann sind wir schneller tot, als wir bis drei zählen können." Er hatte großen Respekt vor Lunaria. Das Beiboot setzte 200 Meter neben dem Gleiter auf. "Lunaria, du hältst uns den Rücken frei, Nala, wir nehmen Waffen mit", sagte Lexa. Als die beiden den Gleiter erreichten, sahen sie durch das Cockpit-Fenster einen bewusstlosen Menschen auf dem Pilotensitz sitzen. "Das ist ja ein Mensch", sagte Nala. "Da hast du recht. Es sieht so aus, als sei er bewusstlos. Lasst uns ihm helfen", erwiderte Lexa. Nachdem sie den bewusstlosen Menschen aus seinem Sitz befreit und zum Beiboot gebracht hatten, nahm Lexa Funkverbindung mit der Galaxie II auf. "Jonas, wir kommen mit einem bewusstlosen Menschen zurück. Informiere Mila."

Nachdem das Beiboot die Galaxie II erreicht hatte, brachten wir ihn zur Krankenstation. Nala untersuchte den bewusstlosen Mann und sagte: "Er wird gleich wieder aufwachen, innere Verletzungen hat er nicht, nur eine leichte Gehirnerschütterung". Wir standen alle um sein Bett herum, als John schließlich erwachte und seine Augen öffnete. Er blickte auf fünf hübsche Frauen und einen Mann und dachte bei sich: "Bin ich im Himmel bei den Engelchen? Ach nein, da steht ja auch noch ein Kerl". John fragte: "Wo bin ich?" Mila antwortete: "Du bist auf dem Raumschiff Galaxie II und wer bist du?" John antwortete: "Ich bin John, Astronaut der NASA". Wir alle waren erstaunt und fragten uns, wie er hierher gekommen war.

Nala sagte: "Du kannst aufstehen, hast nur eine leichte Gehirnerschütterung. Ich werde dir deine Kabine zeigen, dann kannst du dich frisch machen. In einer Stunde gibt es Abendessen". Als wir später beim Abendessen am Tisch saßen, erzählte John seine Geschichte und wir erzählten ihm von unseren Abenteuern. Clark sagte: "John, was auch immer diese blaue Kugel war, hat dich nicht nur durch den Raum geschleudert, sondern auch durch die Zeit. Wir schreiben das Jahr 2023". John war fassungslos.

Mila sagte zu John: "Wenn du möchtest, kannst du bei uns an Bord bleiben. Wir können immer einen ausgebildeten Astronauten gebrauchen. Vor ein paar Tagen ist ein Besatzungsmitglied durch eine Infektion Krank geworden und liegt jetzt im Koma". John stimmte freudig zu und sagte: "Das war schon immer mein Traum, zu den Sternen zu fliegen". Paulchen, unser Kater, sprang auf Johns Schoß und ließ sich von ihm streicheln.


Kapitel 13:  Kater Paulchen

Es wird langsam Zeit, dass ihr meine Geschichte kennenlernt. Die Besatzung zeigte John alles auf der Galaxie II. Er war erstaunt über die technischen Möglichkeiten, die wir hatten. Er sollte den Platz von Leon übernehmen, der für die Ortung und Funk zuständig war. Leon hatte oft ein Leckerli in seiner Hosentasche für mich, das er in der Küche vergessen hatte. Ich musste darauf achten, dass Lunaria nicht mein Geheimnis herausfand, da sie es als Erste bemerken würde, wenn etwas mit mir nicht stimmte. Ihre Sinne waren schärfer als meine. Aber ich mochte sie, schließlich hatte sie mich vor dem Feuer auf der ersten Galaxie II gerettet und oft in der Kommandozentrale bei der Nachtwache hinter meinem Ohr gekrault. Einmal bin ich beim Kraulen eingeschlafen und als ich wieder wach wurde, war meine Haut hinter meinem Ohr wund. Aber ich konnte nicht einfach zu Nala gehen und sagen: "Lala, hast du eine Salbe für mich? Ich habe Schmerzen hinter meinem Ohr." Sonst wäre mein Geheimnis aufgeflogen. Ich mochte alle hier, Clark, Lexa, auch wenn sie kaum Zeit hatten. Aber sie haben mir immer Streicheleinheiten gegeben, sogar Jonas. Einmal nannte er mich "Viech", als ich auf sein Steuerpult sprang und er mich mit seinem Arm runterstrich. Dafür werde ich mich rächen, ich weiß schon wie (hi hi). Mittlerweile wisst ihr sicherlich, wer ich bin.

Ja, genau Paulchen, der Bord-Kater. Wer hat mir eigentlich diesen blöden Namen gegeben? Hätten sie mich nicht Herkules oder Zeus nennen können? Schaut mal, da kommt Paulchen. Wie bescheuert hört sich das an. Aber na ja, ich habe mich an den Namen gewöhnt. Mein Job hier ist es, Mäuse zu fangen, als ob es auf einem Raumschiff Mäuse geben würde. Und wenn es welche gäbe, denken sie etwa, dass ich hier meine Füße platt laufe, um eine Maus zu fangen? Nein, nein, das ist doch absurd. Dann gehe ich doch lieber in die Küche, wenn jemand am Essen vorbereiten ist, und tänzle zwischen den Beinen herum. Denn immer fällt etwas für mich ab. Außerdem bekomme ich von Mila zweimal am Tag mein Essen.

Nun erzähle ich euch mein Geheimnis. Meine Katzen-Mama und mein Katzen-Papa lebten auf dem Gelände eines Atomkraftwerks. Als meine Mama schwanger wurde, hat sie vermutlich Strahlung abbekommen. Als ich und meine Geschwister geboren wurden, merkte ich schnell, dass ich anders war. Durch die Strahlung muss mein Gehirn mutiert sein. Ich hielt mich immer in der Nähe von Menschen am Kraftwerk auf und habe das Sprechen und Lesen gelernt. Ich musste darauf achten, dass niemand mein Geheimnis entdeckt. Sonst wäre ich sicherlich in einem Zirkus gelandet, als Attraktion einer sprechenden Katze, oder in einem Geheimlabor tief unter der Erde, wo Experimente an mir durchgeführt werden würden.

Als ich durch einen Gang in der Galaxie II schlenderte, kam mir Jonas entgegen. Er war tief in Gedanken versunken und sagte beiläufig: "Na, Paulchen, suchst du wieder jemanden, der dich hinter deinem Ohr krault?" Ich antwortete: "Ja, mal schauen, ob Mila mit dem Fingernägellackieren fertig ist. Vielleicht habe ich Glück und sie krault mich ein bisschen." Jonas blieb wie erstarrt stehen und starrte mich an. Er konnte nicht glauben, was er gerade gehört hatte. Er rannte zu Mila und sagte: "Paulchen hat gesprochen!" "Hast du gestern Abend zu tief ins Glas geschaut?", lachte Mila. "Nein, ich meine es ernst. Ich habe mit meinen eigenen Ohren gehört, wie Paulchen spricht." "Du spinnst doch!", sagte Mila ungläubig. "Aber es stimmt wirklich", beharrte Jonas. Mila dachte, dass Jonas vielleicht etwas eingenommen hatte und sagte ihm, er solle zu Nala gehen und sich untersuchen lassen. "Wenn du Hallos hast, kann ich dich nicht am Steuerpult gebrauchen." Jonas ging zu Nala und erzählte ihr auch die Geschichte. Nala lachte auch, aber untersuchte ihn trotzdem gründlich. Nach der Untersuchung sagte Nala: "Du bist voll diensttauglich." Sie informierte Mila über das Ergebnis. Jonas begann langsam zu zweifeln, ob er wirklich gehört hatte, wie Paulchen sprach. Als am Abend alle noch am Tisch saßen und das Geschirr abgeräumt war, sprang ich auf den Tisch und sagte: "Jonas hat recht, ich kann sprechen." Alle außer Lunaria starrten mich entsetzt an. Sie hatte schon länger bemerkt, dass ich mehr war als ein gewöhnlicher Kater. Ich fing an, der Besatzung meine Geschichte zu erzählen.


Kapitel 14:  Der Diamant

Als wir in ein neues System einflogen, machte die Galaxie II am Rande halt. Die Ortung lief auf Hochtouren. John sagte: "Die ersten Messergebnisse kommen rein. Das System besitzt acht Planeten. Wir sind mit unseren 758 Millionen Kilometern zu weit entfernt, um auf dem Panorama-Schirm einzelne Planeten ohne Vergrößerung sehen zu können." "Aber guckt mal da rechts oben, der kleine Punkt, der so schön glitzert und funkelt", zeigte Lexa mit ihrem Finger nach oben rechts. Sie hatte zurzeit Dienst an dem Maschinenpult in der Kommando-Zentrale. "Jetzt sehe ich den Punkt auch", sagte Nala. "Schalte mal den Panoramaschirm auf zehnfache Vergrößerung, John", sagte Mila. Nach der Vergrößerung war der Punkt zehnmal so groß und glitzerte intensiver. "Nach der Ortung ist das der vierte Planet von diesem System. Er hat einen Durchmesser von 10.500 Kilometern, etwas kleiner als unsere Erde. Vielleicht ist der Planet auf der Oberfläche mit Kristallen übersät, und im Sonnenlicht bricht das Licht, und deshalb glitzert er so", vermutete John.

Mittlerweile war auch Clark in der Kommando-Zentrale erschienen und sagte: "John, auch wenn die Planetenoberfläche voll mit Kristallen wäre, sind wir immer noch 669 Millionen Kilometer von den Planeten entfernt. Man würde auf dieser Entfernung kein Glitzern sehen." "Da gebe ich Clark recht", erwiderte Lunaria. "Jetzt bin ich auch neugierig, was auf der Oberfläche ist. Wir wollen die Galaxie II keiner unnötigen Gefahr aussetzen. Clark, Lexa und John, schnappt euch das Beiboot und schaut euch den Planeten mal aus der Nähe an, aber passt auf euch auf."

John fungierte als Pilot, Clark übernahm Ortung und Funk und Lexa den Feuerleitstand. Die Hangartore öffneten sich und das Beiboot nahm Fahrt auf, um Kurs auf den Planeten zu nehmen. John schaltete den Anti-Ortungsschirm ein. Je näher wir dem Planeten kamen, desto intensiver wurde das Glitzern und wir wurden bereits geblendet. "Wir fliegen die Nachtseite an, dann werden wir nicht geblendet und es ist auch nicht zu dunkel", sagte John. "Mach ich, Clark", erwiderte er. Als wir uns auf 1000 Kilometer genähert hatten, scannten wir den Planeten. Es gab keine Atmosphäre, kein Wasser und auch sonst nichts. Außer einem wunderschönen Lichterspiel in verschiedenen Farben, wenn man in Richtung Tagesseite schaute. Es war so, als ob der Planet etwas transparent war. In der Tiefe waren auch einige Lichterspiele zu erkennen, die durch das Sonnenlicht hervorgerufen wurden. "Sollen wir landen?", fragte John. "Ja, lass uns das tun, es scheint keine Gefahr zu bestehen", erwiderte Clark. In einer Höhe von 10 Kilometern erkannten wir auf der Oberfläche viele große, glatte Flächen, die in leicht verschiedenen Winkeln angeordnet waren und verschiedene Farben hatten. Als wir gelandet waren, begann die Analyse der Bodenbeschaffenheit. Nach 15 Minuten war der Scan abgeschlossen und das Display zeigte uns das Ergebnis.

Wir starrten mindestens eine Minute lang auf den Bildschirm. Danach starrten wir uns an und keiner von uns sagte etwas. Bei uns dreien war das Dollarzeichen in den Augen zu sehen. "Das gibt es doch nicht, ich träume", sagte jemand. "John, es gibt viele Geheimnisse im Universum, von denen wir keine Vorstellung haben", erwiderte Lexa. Wir machten uns auf den Rückweg zur Galaxie II. Als wir wieder an Bord waren, begaben wir uns in die Kommandozentrale, um Mila zu berichten. "Und habt ihr etwas herausgefunden? Sind es doch Kristalle auf der Oberfläche?", fragte sie. "Nein Mila, der ganze Planet ist ein 10.500 Kilometer durchmessender Diamant", sagte Clark. Plötzlich hatte auch Mila das Dollarzeichen in den Augen. Jeder fragte sich, wie viel der Diamant wert sein mochte. Wie auch immer, der Diamant war zu groß, um transportiert zu werden.



Kapitel 15:  Die Merresjungfrauen

Wir setzten unsere Reise fort und flogen in ein System ein, welches zwei Planeten beherbergte. Der äußerste Planet war ein Eisplanet und zog seine Bahn weit entfernt von der Sonne. Der innere Planet hingegen war nach den ersten Ortungsergebnissen eine Wasserwelt, auf der 85% der Oberfläche von Wasser bedeckt war. Es gab zahlreiche kleine Inseln und Mila schlug vor: "Was haltet ihr davon, wenn wir ein paar Tage frei machen und uns an einem schönen Strand auf diesem Planeten erholen, sofern keine Gefahr besteht?" Alle waren damit einverstanden.

Als die Galaxie II zum Stillstand kam, entschieden wir uns, eine Sonde loszuschicken. Lexa sagte zu Clark: "Gott sei Dank hat Mila nicht vorgeschlagen, auf dem Eisplaneten Urlaub zu machen, sonst hätten wir uns den Hintern abgefroren." Nachdem die Sonde zurückgekehrt war, analysierten wir die Ergebnisse. Die Bilder zeigten Inseln, Strände und blaues Wasser. Messungen ergaben, dass es Stellen im Wasser gab, die bis zu 20.000 Meter tief waren. Wir entschieden uns, Kurs auf den Planeten zu nehmen. Nachdem wir den Planeten fünfmal umrundet hatten und keine Gefahr sichtbar wurde, landeten wir auf einer Insel in der Nähe des Strandes.

Mila gab Anweisungen: "John, du übernimmst die erste Ortungswache. Der Rest von uns bleibt nicht weiter als 1000 Meter vom Schiff entfernt und geht immer paarweise." Lunaria nahm ihre Messer und ihr Schwert mit und als Mila fragte, was sie damit vorhabe, antwortete sie: "Der Planet ist mir zu friedlich, das stinkt bis zum Himmel."

Als wir aus dem Schiff traten, umwehte uns ein warmer und leichter Wind. Mila und Jonas gingen entlang des Strandes, während Nala und Lunaria in eine andere Richtung gingen. Clark und Lexa überprüften die Landestützen und begaben sich dann zum Strand, um die Wassertemperatur zu prüfen. Nach 2 Stunden kehrten alle zurück zum Schiff, als es langsam dunkel wurde. Lunaria bot an, die Nacht Wache zu übernehmen, da sie immer noch misstrauisch gegenüber dem Planeten war.

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück fragte Mila Lunaria: "Und ist heute Nacht irgendetwas passiert?" "Nein, aber ich werde heute Nacht auch auf der Wache bleiben." Mila war erleichtert, dass Lunaria freiwillig die Wache übernahm, sodass sie niemanden bestimmen musste, der diese Aufgabe übernimmt. Die anderen machten sich auf den Weg zum Strand. Clark und Lexa entdeckten hinter der Lichtung eine kleine Bucht. "Sollen wir hier unser Sonnenbad nehmen, Lexa?" fragte Clark. "Ja, lass uns das tun." Die beiden cremten sich ein, breiteten ihr Handtuch aus und legten sich in die Sonne. Nach 15 Minuten setzte Clark sich gerade hin und beobachtete das Wasser. Plötzlich starrte sie auf eine Stelle im Wasser und konnte nicht glauben, was sie sah. Sie stupste Lexa an, die auf dem Bauch lag und eingeschlafen war. Lexa fragte mit verschlafener Stimme "Was ist denn los?" ohne ihre Augen zu öffnen. "Da schwimmt eine Meeresjungfrau." "Willst du mich verarschen? Du hast doch einen Knall." "Ich weiß, dass ich einen Knall habe, sogar einen großen. Aber schau doch mal." Lexa tat Clark den Gefallen und richtete sich auf, um auf die Stelle im Wasser zu schauen, die Clark mit ihrem Finger zeigte. Auch Lexa glaubte zuerst, dass sie träumt, aber da schwamm wirklich eine Meeresjungfrau. Die beiden beobachteten sie. Sie bemerkten, dass auch die Meeresjungfrau sie gesehen hatte und sie tauchte auf und fragte: "Wer seid ihr? Ich bin Lalee." "Wir sind Raumfahrer und kommen von den Sternen. Wir wollen hier ein paar Tage Urlaub machen, wenn wir dürfen." "Ihr kommt von den Sternen, wie aufregend. Unsere Königin wird sicherlich nichts dagegen haben, aber sie ist in Gefahr."

Lalee schaute traurig und berichtete von ihrem Volk sowie von dem, was mit der Königin passiert war. "Könnt ihr unserer Königin helfen?", fragte sie. "Wir schauen mal, was wir machen können. In zwei Stunden treffen wir uns hier wieder", sagte Clark und sprach in sein Armband-Funkgerät: "Alle sofort in die Kommando-Zentrale."

Nach einer halben Stunde versammelten sich alle in der Kommando-Zentrale. Lexa berichtete, was vorgefallen war. Jonas sagte mit lachender Stimme: "Ihr habt wohl einen Sonnenstich abbekommen, ihr solltet euch besser in den Schatten legen." Doch er merkte an Clarks Blick, dass es ernst war. "Die Königin ist in einer Höhle, 700 Meter unter dem Meeresspiegel gefangen. Es gab ein leichtes Seebeben, und der Eingang ist verschüttet. Sie kann nicht mehr raus", berichtete Lexa weiter.

"Ich übernehme das. 700 Meter tauchen ist für mich kein Problem. Ich werde C4 mitnehmen, falls ich den Eingang freisprengen muss", sagte Lunaria. Wir trafen uns wieder mit Lalee an der Bucht. Die anderen starrten Lalee ungläubig an und glaubten ihr Geschichte von der Meeresjungfrau nicht. Jonas und John konnten ihre Augen nicht von ihr lassen. "Das ist Lunaria, sie wird euch helfen, Lalee", sagte Clark. Lunaria sprang ins Wasser und beide tauchten ab und waren verschwunden.

Eine Stunde später tauchten Lunaria, Lalee und etwa 50 andere Meeresjungfrauen auf. Eine bildhübsche Meeresjungfrau schwamm auf uns zu und sagte: "Ich bin die Königin Anka. Ich bin euch zum Dank verpflichtet. Ihr dürft hier so lange Urlaub machen, wie ihr wollt." Jonas und John kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Eine Meeresjungfrau hübscher als die andere - sie dachten, sie wären in einem Märchen.

Die nächsten Tage wurden zu einem unvergesslichen Strandurlaub. Wir hatten viel Spaß mit den Meeresjungfrauen. Der Abschied von ihnen fiel uns allen schwer, als wir wieder ins All starteten, um weiter nach der Erde zu suchen.


Kapitel 16:  Das Weihnachtsfest

Wir kamen am Abend in diesem System an und die Ortung zeigte uns keine Gefahr. Das Sonnensystem hatte nur einen Planeten. Nachdem wir in die Umlaufbahn geschwenkt waren, beschlossen wir, den Planeten am nächsten Tag genauer anzusehen.
Es war der 24. Dezember, Heiligabend. Wir hatten den ganzen Tag über viel über Weihnachten gesprochen, aber es wollte keine Weihnachtsstimmung aufkommen, obwohl Nala uns mit einem leckeren Abendessen überrascht hatte. Sie hatte sich sehr viel Mühe gegeben, aber wir waren fern der Heimat und das machte es schwer. Als es spät am Abend wurde, gingen wir alle schlafen, außer Lunaria. Sie übernahm die Nachtwache in der Kommandozentrale. Lunaria: "Ich halte die Stellung. Gute Nacht, ihr alle." Die anderen: "Gute Nacht, Lunaria." Lunaria beobachtete die Sterne und dachte über die vergangenen Wochen nach. Es war eine anstrengende Reise gewesen, aber sie freute sich auf die Erkundung des neuen Planeten. Sie würde wachsam bleiben und darauf achten, dass alles reibungslos verlief.

Nala wachte auf und ging zum Fenster, um hinaus zuschauen. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden, denn es hatte in der Nacht geschneit. Die Ränder des Fensters waren leicht gefroren, die Sonne ging langsam auf und es wurde allmählich hell. Am Waldrand sah sie einige Rehe stehen. Nachdem sie geduscht hatte, begab sie sich in die Küche, um das Frühstück vorzubereiten. Sie erwartete, dass die anderen nach und nach in die Küche kommen würden, um zu frühstücken. Zu ihrer Überraschung waren Jonas und John bereits im Wohnzimmer, um das Feuer im Kamin anzuzünden.

"Wir wollen es an Heiligabend schön warm haben, Nala", sagte John. Nach und nach versammelten sich alle am Tisch, um zu frühstücken. "Heute ist Heiligabend, wir werden Weihnachten feiern", sagte Mila. Nala sagte: "Bevor wir feiern können, müssen wir erst Kekse backen. Wer hilft mir?". Mila gesellte sich zu Nala, um ihr zu helfen. "Wir brauchen auch einen Tannenbaum. Wer kommt mit in den Wald, um einen zu holen?", fragte Nala. Jonas und John meldeten sich freiwillig. "Und du, Lexa?", fragte Clark. "Es ist kalt draußen", antwortete Lexa. "Dann zieh dich warm an", erwiderte Clark.

Clark, John und Jonas zogen Jacken, Handschuhe, Schals und Wollmützen an, während Lexa sich ebenfalls warm anzog. Bevor sie losgingen, holte John eine Axt aus dem Schuppen. Die Gegend war traumhaft schön, mit Wäldern und Lichtungen um die Hütte herum. Sie erreichten den Wald schnell und fanden einen Baum, der perfekt war. Jonas fällte den Baum mit der Axt und sie kehrten zur Hütte zurück. Als sie eintraten, roch es bereits nach frisch gebackenen Keksen.

Am Nachmittag gingen Jonas und John nach draußen, um einen Schneemann zu bauen. Nala begann damit, das Abendessen vorzubereiten, während die Mädchen den Tannenbaum schmückten. Gelegentlich gab es Streitereien darüber, wo welche Kugel am Baum hängen sollte. Aber nach zwei Stunden war der Weihnachtsbaum wunderschön geschmückt.

In der Zwischenzeit war auch der Schneemann fertig, ganze 3 Meter hoch. Am Abend deckten wir gemeinsam den Abendbrottisch. Aus der Küche kam Nala mit einem großen Tablett, auf dem eine Pute lag und es roch lecker. Wir halfen Nala schnell, die anderen Sachen aus der Küche zu holen. Wir hatten alle großen Hunger und hauten rein. Nach dem Essen und dem Aufräumen saßen wir alle wieder am Tisch. Nala sagte: „Hört ihr das auch?“. „Was denn?“, fragten wir. „Es klingeln leise Glöckchen, das kommt von draußen.“ Als wir alle am Fenster waren, trauten wir unseren Augen nicht. In Richtung Vollmond waren in der Luft 6 Rentiere, ein Schlitten und ein dicker Mann mit einem roten Mantel im Schlitten zu sehen. „Das ist der Weihnachtsmann, er kommt auf uns zu“, sagte Mila. Wir huschten zurück an unsere Plätze am Tisch. Plötzlich gab es einen Lärm auf dem Dach und durch den Kamin hörten wir eine tiefe Stimme sagen: „Wieder ein paar Idioten, die den Kamin angemacht haben. Irgendwann verbrenne ich mir noch mal meinen Arsch.“ Es polterte etwas den Schornstein hinunter, es war der Weihnachtsmann. Wir wunderten uns, wie so ein dicker Mann durch den Schornstein passte. Er sagte: „Frohe Weihnacht! Wer mir ein Gedicht aufsagt, bekommt auch ein Geschenk.“ Clark fing an und sagte: „Der Weihnachtsmann am Fenster klebt, das Jammern, sein Gesicht verrät. Ich hoffe, er gibt die Geschenke her, denn hinter ihm steht ein Grizzlybär!“ Nachdem alle ihr Gedicht aufgesagt hatten, bekam jeder ein Geschenk. Der Weihnachtsmann verschwand wieder durch den Schornstein. Es wurde ein lustiger Abend. Da es schon nach Mitternacht war, gingen wir alle schlafen. Als John am nächsten Morgen als Letzter zum Frühstück in die Messe kam, waren alle heftig am Diskutieren.

Die Nacht hatte einen Traum hervorgebracht, der von allen geteilt wurde - bis auf Lunaria und Paulchen. Die beiden tauchten in den Träumen der anderen nicht auf. Als sie die Diskussion darüber hörte, äußerte Lunaria ihre Bedenken: "Es ist unmöglich, dass ihr alle den gleichen Traum hattet, es sei denn, eure Gehirne wurden von jemandem oder etwas manipuliert. Das ist sehr besorgniserregend. Mein Plasmagehirn ist abgeschirmt und kann nicht von außen manipuliert werden, und Paulchens Gehirn ist mutiert, daher hatte niemand Zugriff darauf. Dass ihr alle von Weihnachten geträumt habt, liegt sicherlich daran, dass ihr gestern viel darüber gesprochen habt. Aber welchen Sinn hat dieser Traum? Ich habe keine Ahnung. Mila, ich rate dir dringend, aus diesem System zu verschwinden."

Plötzlich bemerkte Lunaria, dass es mit der Besatzung eine Veränderung gab und ihre Augen wurden trübe. Sie erkannte sofort, dass etwas nicht stimmte. In den Köpfen der Besatzung hörte sie eine Stimme, die sagte: "Ich bin Malok, euer Meister. Ihr seid meine Diener und ihr werdet sofort Lunaria töten". Die Besatzung wurde zu willenlosen Sklaven der Malok und würde jeden Befehl sofort ausführen. Die Besatzung stand auf und einige hatten Messer in der Hand, während andere Gabeln hielten. Sie kamen auf Lunaria zu, außer Clark und Lexa, die an ihr vorbeirannten. Lunaria war sofort klar, was die Besatzung vorhatte. Mit einigen Handkantenschlägen schickte sie die Besatzung ins Land der Träume. Sie hatten keine Chance gegen sie.

Die Besatzung lag in tiefer Bewusstlosigkeit und Lunaria hörte mit ihrem feinen Gehör, wie Lexa in der Kommandozentrale zu Paulchen sagte: "Runter von dem Platz, du Mistvieh". Kurz darauf fielen die Panzerschotten der Kommandozentrale zu. Lexa hatte sich eingeschlossen und hatte die volle Kontrolle über das Schiff. Über die Videoanlage konnte sie viele Bereiche im Schiff überwachen. Lunaria wusste, dass sie Clark und Lexa nicht unterschätzen durfte, da sie ebenbürtige Gegner waren. Es würde zu einem Kampf auf Leben und Tod kommen.

Als Erstes verschwand Lunaria aus dem Bereich der Videokamera. Sie wusste, dass Lexa in der Kommandozentrale war, aber wohin war Clark verschwunden und was hatte er für einen Plan, um sie zu töten?

Gleiche Zeit, Clark. Sie rannte als Erstes zur Waffenkammer, holte ein Impuls-Gewehr und zog ihre Stiefel aus. Lexa und Clark waren sich Lunarias Fähigkeiten bewusst. Clark musste sehr leise sein, damit Lunaria sie nicht hörte. Clark nahm Kontakt mit Lexa auf: „Kannst du Lunaria irgendwo auf den Videoüberwachungen im Schiff sehen?“ Zurück kam die Antwort: „Nein“. Clark hätte sich die Frage sparen können, denn Lunaria war nicht dumm und vermied die Bereiche, die von den Kameras erfasst wurden. Clark wusste, dass Lunaria unter Zeitdruck stand, um sie länger in ihrer Gewalt zu halten und damit Maloks Macht über ihre Gehirne zu festigen. Außerdem würde die Besatzung bald aus ihrer Bewusstlosigkeit erwachen. Sie würden Lunaria nicht erneut mit Besteck angreifen, sondern sich auch Waffen aus der Waffenkammer holen. Clark musste nur auf der Lauer liegen und warten.

Lunaria schlich durch die Gänge und nutzte jede Deckung aus. Sie war auf der Suche nach Clark und hoffte, sie bald zu finden. Lunaria war sich sicher, dass sie Clark finden würde, denn sie konnte den Geruch von Clark fast so gut wahrnehmen wie ein Hund. Plötzlich hatte sie den Geruch von Clark in der Nase und er kam aus einer kleinen Kammer in der Nähe der Lagerräume. Ohne zu zögern, warf Lunaria eine kleine Blendgranate in den Raum und stürmte hinein. Doch alles, was sie fand, war Clarks Jacke der Bordkombi. Lunaria fluchte leise vor sich hin und dachte: "Verdammt, Clark legt mit meinen Klamotten eine falsche Fährte. Sie ist schlauer, als ich dachte." Sie konnte sich nicht mehr nur auf ihre Nase verlassen, um Clark zu finden.

Clark wusste, dass sie ein Ungewöhnliches Versteck suchen musste, um Lunaria zu überraschen. Sie versteckte sich hinter einem großen Pfeiler im Gang und wartete. Plötzlich hörte sie leise Schritte und wagte kaum zu atmen. Als die Schritte näher kamen, trat Clark aus dem Versteck und richtete das Gewehr auf Lunaria. "Ich werde dich jetzt töten, Lunaria", sagte sie. Lunaria schaute Clark mit ausdruckslosen Augen an. Clarks Hände begannen zu zittern und große Schweißtropfen standen auf ihrer Stirn. Sie kämpfte geistig gegen Malok an. Malok hatte nicht erwartet, dass Clark so stark war. Bevor Clark zusammenbrach, schrie sie förmlich heraus: "Ich werde niemals Lunaria töten! Du kannst mich mal am Arsch lecken, Malok!" Clark brach bewusstlos zusammen. Lexa hatte die Szene auf dem Monitor beobachtet. Jetzt griff Malok erbarmungslos auf Lexas Gehirn zu und befahl ihr, Lunaria zu töten. Lexa sprang von ihrem Platz auf, eilte zum kleinen Waffenschrank in der Kommandozentrale, nahm zwei Energiepistolen heraus und öffnete das Panzerschott der Kommandozentrale. Sie rannte in Richtung Clark. Paulchen war klar, dass er etwas tun musste, denn Lexa/Malok waren außer sich vor Wut und würden keine Sekunde zögern, Lunaria zu töten. Paulchen rannte Lexa hinterher und holte schnell auf. Im Laufen sprang er auf Lexas Rücken und kratzte wild auf sie ein. Lexa schrie auf und sagte: "Du Drecksvieh, schon wieder!" und versuchte nach hinten zu greifen, um Paulchen vom Rücken zu reißen. Aber da war Lunaria bereits, sie versetzte Lexa einen Schlag und diese wurde sofort bewusstlos. Lunaria ging zur Zentrale und es kam ein Funkspruch herein: "Hier ist Malok. Du wirst nicht gewinnen, Lunaria. Die Besatzung wird gerade wieder wach und sie werden dich gnadenlos jagen." Malok hatte durch den Funkspruch einen Fehler gemacht und dadurch seine Position auf dem Planeten verraten. Lunaria sagte nur "Game Over" und drückte auf den Feuerknopf der großen Pol-Kanone. An den Koordinaten entstand ein Lavasee von 50 km Durchmesser und 10 km Tiefe. Die geistige Versklavung fiel sofort von den Besatzungsmitgliedern ab. Nachdem Nala sich um Lexas Verletzungen am Rücken gekümmert hatte, trafen sich alle am Kartentisch in der Kommando-Zentrale und Lunaria erstattete einen genauen Bericht. Keiner konnte sich an den Vorfall erinnern. Clark sagte: "Zeig mal deinen Rücken." Lexa zog ihr Shirt hinten hoch. "Wow, das war Paulchen. Sieht aus, als ob dich ein Tiger angefallen hätte." "Es tut auch noch sehr weh", sagte Lexa. Paulchen sprang auf Lexas Schoß und sagte mit gesenktem Blick: "Ich wollte dich nicht so sehr verletzen. Es tut mir leid, Lexa." Lexa strich über Paulchens Fell und sagte: "Macht nichts. Schließlich hast du uns gerettet, Paulchen."


Kapitel 17:  Mediziner der Milchstraße

Wir setzten unseren Flug fort und empfingen plötzlich einen Notruf, als wir den Liniarraum verließen. John meldete: "Wir erhalten einen Notruf in der Funkzentrale". Mila antwortete: "Lass uns hören, John". Dann hörten wir die Stimme von Doka von der Tip: "Ich habe ein Strahlungsleck und nur noch 15 Minuten Sauerstoff in meinem Schutzanzug." Die Ortung meldete, dass die Raumjacht nur drei Lichtminuten von uns entfernt und sehr klein sei. Mila sagte: "Wir müssen ihm helfen. Jonas, Kurs setzen und los geht's". Nach nur drei Minuten erreichten wir die Raumjacht mit der Galaxie II. Wir stellten fest, dass die Jacht nur sieben Meter lang war. Clark schlug vor, die Jacht in unseren leeren Hangar zu bringen, da sie strahlengeschützt war. So konnten wir sie leichter bergen. Lexa zog die Jacht mithilfe des Traktorstrahls in den Hangar. Nach der Bergung überprüfte Nala, ob Doka Strahlung ausgesetzt war, aber er hatte keine abbekommen.

Als Doka aus der Krankenstation entlassen wurde, sagte er vor der versammelten Mannschaft: "Ich möchte mich bei euch für die Rettung bedanken. Ich stehe tief in eurer Schuld. Kann ich euch noch um einen Gefallen bitten? Ich muss dringend zu meiner Station, die sich 3,5 Lichtjahre von hier entfernt befindet." Mila antwortete: "Das bekommen wir hin".  "Ich bin der leitende Mediziner auf der Weltraum-Station, auch bekannt als Mediziner der Galaxie. Viele Völker kommen zu uns und bitten um Hilfe. Wir können fast Tote zum Leben erwecken", sagte Doka mit einem Lächeln im Gesicht. "Fast Tote zum Leben erwecken?", fragte Mila nachdenklich. Mila begann, die Geschichte von Leon zu erzählen. "Er ist auf einem Planeten mit einem Sekret in Berührung gekommen". "Wir kennen diese Krankheit. Das Sekret schwächt den Körper extrem und schirmt seine restlichen Lebensfunktionen ab. Man denkt, er ist tot, aber das ist er nicht. Wir können ihn wiederherstellen. Wo ist er?" "Er ist auf der Krankenstation", antwortete Mila. Wir flogen mit Doka zu seiner Station.

Als die Galaxie II die Station erreichte, sagte John, der für die Ortung zuständig war: "Die Station ist riesig, sie hat eine Scheibenform, ist 10 km im Durchmesser und 3 km dick." "Was das Personal betrifft, sind wir etwa 25.000 und es gibt etwa 60.000 Patienten", fügte Doka hinzu. Nachdem wir gelandet waren, kam ein medizinisches Team und kümmerte sich sofort um Leon. Doka teilte uns mit, dass die Behandlung etwa drei Tage dauern würde. Nala ließ es sich nicht nehmen, bei der Behandlung von Leon dabei zu sein. Sie war sehr beeindruckt von den medizinischen Möglichkeiten der Station. Clark übergab Doka eine Formel für eine Metalllegierung, damit es keine Strahlung mehr in den Reaktoren ihrer Schiffe gab. Uns wurden großzügige Zimmer zugewiesen und wir durften an jeder Art von Freizeitaktivitäten teilnehmen, alles auf Kosten des Hauses, einschließlich Leons Behandlung. In den drei Tagen zählten wir 68 verschiedene Völker und wurden uns bewusst, wie vielfältig das Leben in der Galaxie war.

Nach dem dritten Tag kamen wir alle in Leons Krankenzimmer, wo uns Doka empfing. Leon sah besser aus als je zuvor, aber seine Augen waren geschlossen. "Ich werde ihn jetzt mit dieser Spritze aus dem Koma holen", sagte Doka und setzte die Spritze an seinen Hals an. Nach drei Minuten öffnete Leon die Augen, richtete seinen Oberkörper auf und sah sich um. Er fragte: "Wer seid ihr beiden und wo bin ich?" Mila antwortete: "Du bist auf einer medizinischen Station. Das ist Doka, der Leiter der Station, und das ist John, ein neues Besatzungsmitglied der Galaxie II. Wie geht es dir und woran kannst du dich noch erinnern?" "Mir geht es gut, ich fühle mich großartig. Ich erinnere mich daran, dass ich mit Sekret in Berührung gekommen bin und danach bewusstlos wurde. Mehr weiß ich nicht", antwortete Leon. "Seitdem sind sieben Monate vergangen und es ist viel passiert. Wir werden dir alles erzählen, aber schön, dass du wieder bei uns bist, Leon", sagte Mila. "Und ich werde dir bei einem Bier die Geschichte mit den barbusigen Meeresjungfrauen erzählen", sagte Jonas. "Dann muss ich natürlich im Koma liegen, wenn es interessant wird", sagte Leon und verzog das Gesicht. Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von Doka und machten uns auf den Weg, die Erde zu finden.
 

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