Kapitel 18: Die Roboter-Fabrik
Als wir in ein neues System kamen, schien alles ruhig zu sein. Das System hatte 8 Planeten. Die Ortung lief auf Hochtouren. John sagte: "Auf dem 5. Planeten gibt es kleine Energie-Missionen." "Sollen wir uns das mal genauer ansehen, Mila? Zurzeit habe ich ja nichts zu tun, John hat ja meinen Platz an der Ortung übernommen und ich brauche mal wieder einen Außeneinsatz", meinte Leon und lächelte. "Hast du nicht noch die Schnauze voll von Außeneinsätzen, als du dir die Infektion geholt hast?", fragte Mila. "Das ist ja schon 7 Monate her", erwiderte Leon lachend. "Na gut, dann seht euch die Sache mal an. Leon, Lexa und Lamuria nehmen das kleine Beiboot. Leon hat das Kommando. Wieso hat unser kleines Beiboot noch keinen Namen?", fragte Mila. "Nennt es doch Butterfly", sagte Paulchen verschlafen. "Wie kommst du gerade auf den Namen, Paulchen?", wollte Mila wissen. "Ich habe gerade von Schmetterlingen geträumt", erwiderte Paulchen. "Du bist schon ein komischer Kater, Paulchen. Eigentlich träumen Katzen von Mäusen, aber der Name ist gut. Ab jetzt heißt unser kleines Beiboot Butterfly."
Als die Schleusentore geöffnet wurden, nahm die Butterfly Fahrt auf in Richtung des fünften Planeten. Wir näherten uns dem Planeten mit eingeschaltetem Anti-Ortungsschirm, wodurch unsere Butterfly unsichtbar wurde. Nachdem wir in die Umlaufbahn eingetreten waren, sagte Lexa von der Ortung aus: "Ich ortete einen großen Gebäudekomplex und in 30 Kilometern Entfernung vom Gebäude Energie-Waffen, die am Feuern sind. Es scheint ein Kampf stattzufinden."
"Das werden wir uns mal aus der Nähe anschauen. Lunaria, siehst du den Berg in der Nähe vom Kampfplatz? Dort finden wir sicherlich ein Versteck, wo wir die Butterfly landen können", sagte Lexa.
Nachdem die Butterfly gelandet war, sagte Leon: "Wir werden eine kleine Drohne aus dem Schiff schleusen und uns die Sache mal aus der Nähe anschauen." Als die Drohne den Kampfplatz erreichte, wurden die ersten Bilder auf unserem Monitor angezeigt. Nach 15 Minuten hatten wir genug gesehen und flogen zurück zur Galaxie II.
Als alle am Kartentisch versammelt waren, zeigten wir die Aufnahmen. Lunaria sagte: "Ich denke, es handelt sich um ein Testgelände für Kampfroboter. Wir sehen zwei Gruppen: 45 rundliche Roboter und 10 humanoide Roboter. Die humanoiden Roboter sind wesentlich stärker, haben eine gute offensive und defensive Bewaffnung. Man sieht, dass die runden Roboter eindeutig von einer Robotzentrale gesteuert werden, während die anderen autonom handeln. Dadurch haben sie einen großen Vorteil gegenüber den anderen. Wenn sie eine noch bessere Positronik hätten, wären sie effektiver. Ich denke, der Gebäudekomplex ist eine Roboterfabrik."
"Die Positronik zu verbessern wäre für uns ein Leichtes", sagte Clark lächelnd. "Warum macht ihr euch überhaupt Gedanken über die Roboter?", fragte Mila. "Es wäre vielleicht nicht verkehrt, wenn wir einige Kampfroboter hätten. Ihr wisst selber, in welche gefährlichen Abenteuer wir schon geraten sind", meinte Jonas. "Meint ihr, wir sollten versuchen, einige Roboter zu erwerben? Platz hätten wir ja noch in unserem leeren Hangar", sagte Mila. Alle stimmten zu.
Die Galaxie II nahm Kurs auf den Planeten. Als wir uns bis auf 1000 Kilometer dem Planeten genähert hatten, kam ein Funkspruch herein. "Auf den Schirm", sagte Mila. Ein Humanoider, dessen Kopf an einen Elefanten erinnerte, wurde sichtbar. Ziemlich barsch fragte er: "Was wollt ihr hier?" Mila erwiderte: "Ein Vögelchen hat uns gezwitschert, dass man bei euch Roboter erwerben kann." Jetzt legte Rando einen freundlichen Tonfall an. Er witterte ein Geschäft und sagte: "Ja, das Vögelchen hat richtig gezwitschert. Wir sind eine Roboterfabrik und stellen Roboter für jede Art von Aufgaben her. Wenn Sie möchten, können Sie unsere Modelle anschauen. Landen Sie auf dem kleinen Raumhafen."
Nachdem die Galaxie II gelandet war, betraten Mila Clark, Lexa, Lunaria und Leon Randos Büro. "Lassen Sie uns mal schauen, welche Roboter Sie haben, Rando", sagte Mila. Rando führte uns 30 Modelle vor und nach 7 Stunden war die Vorführung fertig. Wir fünf berieten uns, welche Modelle wir haben wollten und trafen uns dann wieder mit Rando in seinem Büro. "So, für welches Modell habt ihr euch denn entschieden?", fragte Rando. "Wir haben uns für einen Medi-Roboter, 10 kleine Arbeitsroboter, 3 große Arbeitsroboter und 25 der neuen Kampf-Roboter sowie eine kleine Robot-Zentrale entschieden, die wir auf unserem Schiff installieren können", antwortete Mila. Rando fing schallend an zu lachen und sagte: "Mein Täubchen, weißt du eigentlich, was das alles kosten wird? Mit ein bisschen Geld kommt ihr da nicht mehr aus." Clark sagte: "Es sind sehr gute Maschinen, super verarbeitet, schweben auf einem Gravo-Feld, ihre Tentakel lassen sich für viele Arbeiten einsetzen, die Kampf-Roboter sind humanoid, 2 Meter groß und nicht rund wie die anderen. Sie haben sehr gute Bewaffnung, gute Panzerung, einen eigenen Schutzschirm und sind flugfähig. Aber die Elektronen-Gehirne aller Roboter kann man in die Tonne treten, sie sind so was von überholt. Wir nehmen alle Roboter ohne das Elektronen-Gehirn, das regeln wir selber." Rando brauste auf und sagte: "Überholt? Da steckt die beste Technologie drin, die man in der Galaxie findet. Und wie wollt ihr zahlen?" "Da habe ich einen Vorschlag", sagte Lexa. "Was hältst du davon, dass du im Tausch einen Bauplan für ein Robotergehirn bekommst? Wir nennen es Positronik, es erhöht die Leistung um ein Vielfaches und ermöglicht eigenständiges Handeln. Ein Roboter mit solch einer Positronik ausgestattet würde ohne Probleme 30 deiner Roboter fertigmachen." Rando kringelte sich vor Lachen. "30 gegen 1, das ist lächerlich. Ich persönlich werde die Robotzentrale übernehmen und die Roboter auf dem Testgelände koordinieren. Aber das Geschäft steht. Wenn du es schaffst, bekommt ihr eure Bestellung und ich den Bauplan."
Randos Anweisung lautete, dass er uns einen Kampfroboter überlassen würde, damit wir das Gehirn des Roboters austauschen könnten. "Wann werdet ihr bereit sein?" fragte Rando. "Morgen früh", antworteten wir. Danach kehrten wir zur Galaxie II zurück. "Leon, du wirst Clark, Lexa und Lunaria bei der Operation unterstützen und alles sorgfältig überwachen, denn du wirst die Robot-Zentrale übernehmen." Die Robot-Zentrale war dafür da, um den Robotern grobe Anweisungen zu geben und Informationen zu liefern, wie zum Beispiel Ortungsergebnisse des Schiffes, falls die Kampfroboter in Kampfhandlungen verwickelt waren.
Am nächsten Morgen meldeten wir uns zu dritt bei Mila. "Also, der Roboter ist fertig", sagte Leon. Sie hatten die ganze Nacht durchgearbeitet. Wir gingen ins technische Labor zum Roboter. Als wir eintraten, schaute der Roboter in Milas Richtung und sagte: "Ihre Befehle, Kommandantin". "Oh, der kann sich ja benehmen", lächelte Mila. "Welche Kapazität hat seine Positronik im Vergleich zu Lunarias Positronik?" "0,5 %, natürlich liegt der Schwerpunkt seiner Programmierung auf seinem Aufgabenbereich, taktische Vorgehensweise bei Kampfhandlungen und Ähnliches", erklärte Clark.
Wir fünf und der Roboter begaben uns zu Rando. "Wir sind bereit, Rando", sagte Mila. "Ich habe auch schon meine 30 Kampfroboter im Testgebiet platziert", antwortete er. "Roboter, begebe dich zum Testgelände. Die Koordinaten hast du. Die Kampfhandlungen beginnen um 12 Uhr. Vernichte alle 30 Kampfroboter", befahl Mila. "Zu Befehl, Kommandantin", erwiderte der Roboter.
Der Roboter verließ das Gebäude und flog die 30 km zum Testgelände. "Endlich jemand, der auf meine Befehle hört, ohne zu widersprechen. Bei euch muss ich meine Befehle immer diskutieren. Das nervt", sagte Mila lachend. Wir begaben uns mit Rando in seine Roboterzentrale und auf den Monitoren konnten wir das ganze Testgelände sehen. Seine 30 Roboter waren als rote Punkte markiert, unser als blau. "Euer Roboter wird keine fünf Minuten überleben", sagte Rando lachend. Der Zeiger der Uhr sprang auf 12 Uhr. Die Kampfhandlungen begannen.
Rando versuchte, seine Roboter in günstige Positionen zu bringen. Nach drei Minuten sagte Lexa lachend: "Ups, es sind nur noch 29 rote Punkte". Rando schaute Lexa böse an. Als nur noch 24 rote Punkte zu sehen waren, fing Rando an zu fluchen. Bei 18 roten Punkten begann er zu toben. Er kämpfte, als ob es um sein eigenes Leben ging. Aber unser Roboter war immer taktisch einen oder zwei Schritte voraus. Nach drei Stunden und neun Minuten gab es keinen roten Punkt mehr auf dem Monitor. Alle Roboter waren vernichtet.
Rando war uns nicht böse. Er konnte selbst sehen, wie gut unsere Positronik war. Es würde für seine Roboter-Technologie einen Quantensprung bedeuten.
Wir hielten uns noch eine Woche bei Rando auf. Lexa, Leon und Lunaria montierten die Robot-Zentrale in der Zentrale, wir hatten dafür noch eine Ecke frei. Danach kümmerten sich die drei darum, dass die Roboter ihre Positronik bekamen, die eine Kapazität von 3% von Lunarias Positronik hatte und ihre Aufgabenbereiche entsprechend programmiert wurden. Nala erhielt ihren Medi-Roboter, der jetzt auch eigenständig Operationen durchführen konnte. Drei Arbeitsroboter wurden für Wartungsarbeiten im Maschinenraum programmiert, einer um das Raumschiff sauber zu halten. Der einzige, der maulig war, weil er keinen Roboter bekommen hatte, war Paulchen. Er hätte gerne einen, der ihn 24 Stunden am Tag das Fell kraulen würde. In der Zwischenzeit hielt Clark bei Rando auf und half mit, damit die Produktion der Positroniken anlief. Rando machte noch einige Tests und war sehr zufrieden. Kurz bevor wir uns von Rando verabschieden wollten, sagte er: „Ich habe mich ein bisschen umgehört und einen Tipp bekommen, wo ihr euren Heimatplaneten finden könnt.“ Wir bedankten uns für den Tipp und verabschiedeten uns.
Wir steuerten direkt auf die Koordinaten zu und mussten eine Strecke von 43.000 Lichtjahren zurücklegen. Als wir aus dem Linearantriebsraum kamen, erkannten wir sofort zwei bekannte Sternenbilder und konnten dadurch die Position der Erde leicht berechnen. Nach weiteren 312 Lichtjahren erreichten wir unser Sonnensystem auf der Höhe von Pluto. Allen war klar, dass die Menschheit für diese Technologie noch nicht bereit war. Deshalb entstand der Plan, dass Mila, Leon, Lonas, Nala, Lexa und Clark mit einem Shuttle zur Erde fliegen, das Shuttle zerstören und dann untertauchen wollten. Lunaria, John und Paulchen beschlossen, weitere Abenteuer in der Milchstraße zu erleben. Beim Abschied flossen einige Tränen die Wangen hinunter. Lunaria sagte zu Clark und Lexa: "Einer muss schließlich auf John und Paulchen aufpassen".
Ende der Geschichte.
Ich hoffe, liebe Leserinnen und Leser, dass es Ihnen Spaß gemacht hat, die Geschichte zu lesen.