Lunaria-Galaxie
Forum»Tara - Die Unsterbliche»Tara - Die Unsterbliche Kapitel 3

Tara - Die Unsterbliche Kapitel 3

0 Antworten 1 Aufrufe
Fürstin der Nacht
Dabei seit Feb. 2019
30.06.2023, 19:30 Uhr
Ersteller#1
Der Diebstahl


Wir Schreiben das Jahr 2170.


Der Rückblick auf die letzten 132 Jahre.

Vier Monate, nachdem die Minks auf dem Mond eine Niederlage erlitten hatten, kehrten sie mit Verstärkung zurück. Ihre Flotte, bestehend aus 60 Raumschiffen, kam aus dem Hyperraum in der Nähe des Jupiters und nahm sofort Kurs auf die Erde. Die Ortungsgeräte auf der Mars-Station schlugen sofort Alarm. Tara nahm sofort Kontakt mit Oberst Pain auf und informierte ihn, dass eine Flotte von 60 Raumschiffen in Richtung Erde unterwegs war. Großalarm wurde für die Erde ausgelöst. Dank des Eingreifens von Tara und Nessa mit ihrem Raumschiff konnte das Schlimmste verhindert werden. Die Zahl der Todesopfer unter den Menschen betrug 480.000. Ohne das Eingreifen von Tara und Nessa hätte die Zahl der Opfer in die Millionen gehen können. Die 60 Raumschiffe hatten ohne Rücksicht angegriffen. Sechs der Raumschiffe konnten entkommen.

Kurz darauf sprach Nessa bei einer Versammlung aller Staatsoberhäupter, die weltweit live übertragen wurde. Sie wies ausdrücklich darauf hin, dass die Position der Erde im Kosmos nicht mehr unbekannt war und dass man jederzeit mit einem erneuten Angriff rechnen musste. Sie forderte eine zentralisierte Regierung. Immer mehr Menschen forderten Nessa als Anführerin der Regierung. Zwei Jahre später wurde eine zentralisierte Regierung gebildet und Nessa wurde mit 87,3 Prozent der Stimmen zur Administratorin der Erde gewählt. Seitdem wurde sie alle fünf Jahre durch Wahlen in ihrem Amt bestätigt. Drei Jahre nach Nessas Wahl als Administratorin übergab Tara das technische Wissen ihres Volkes der Menschheit. Von den Minks wurde seitdem nie wieder etwas gehört.

Die Umweltverschmutzung war ein Problem der Vergangenheit. Energiekrisen gab es nicht mehr. Die Industrieanlagen waren unter die Erde verlegt worden, ebenso wie ein großer Teil des Verkehrs. Im Meer entstanden neue Städte und das Wetter wurde reguliert. Der Mars war besiedelt worden und beherbergte mittlerweile 500 Millionen Menschen. Auf dem Mond wurden riesige Raumschiffwerften errichtet und auf einigen Monden des Saturn und Jupiters standen gewaltige Stationen. Der Hunger war besiegt worden und in den Schulen lernten die Kinder Interkosmus, die Sprache des bekannten Universums. Die Menschheit hatte ihr Sonnensystem noch nie verlassen, aber sie war kurz davor.


Mit ihrem Flaggschiff landete Generalin Tara auf dem großen Landefeld am Rand der Hauptstadt von Terra. Sie stieg in einen Gleiter und steuerte auf das zentrale Regierungsgebäude zu. Es war eine riesige Pyramide mit einer Grundfläche von 800 mal 800 Metern und einer Höhe von 1200 Metern. Es stand genau in der Mitte der Stadt Atlantis. Tara war zwei Tage früher als geplant angekommen, weil sie Nessa schon seit einem Monat nicht mehr gesehen hatte. Die Stadt hatte etwa 50 Millionen Einwohner. 50 Kilometer unter der Stadt befand sich das Machtzentrum, wo alle Entscheidungen für das Sol-System getroffen wurden. Dort herrschte der Fünf-Sterne-General John Pain wie eine Spinne im Netz. Er war der Chef der Solaren-Abwehr und überwachte alles, was im Sol-System geschah. Tara war ebenfalls eine Fünf-Sterne-Generalin und die Oberbefehlshaberin der Solaren-Flotte. Sie bestand aus 3200 Raumschiffen verschiedener Größen: 750-, 500-, 250- und 100-Meter-Klasse.

Die riesige Dachterrasse der Administratorin war ganz oben auf der Pyramide. Darunter lag ihr Büro mit den Nebenräumen. Ihre Privaträume nahmen die nächsten drei Etagen ein. Die drei Etagen darunter gehörten ihrem Stellvertreter, Luk Stone. Er war ein Halbmutant und Logiker, der unsterblich war. Er hatte im Jahr 2082 von Tara einen Zellaktivator bekommen, als er 34 Jahre alt war. Er war schon seit 55 Jahren im Amt als stellvertretender Administrator. Unter seinem Bereich gab es einen kleinen Hangar für Gleiter, der nur für wenige Auserwählte zugänglich war. Tara war eine von ihnen.

Sie landete und stieg aus. Die Wachmannschaft stand stramm. Tara sagte lässig: “Cool bleiben, Kinder. Ich bin ja nicht offiziell hier.” Sie grinste und grüßte locker. Die Wachleute sagten: “Jawohl, Generälin.” Tara sprang in den Zentrallift und schwebte zum Büro der Administratorin. Im Vorzimmer saß die Chefsekretärin der Administratorin, Lusi. Tara fragte sie: “Ist die Administratorin in ihrem Büro?” Lusi sagte: “Ja, Tara. Sie wühlt sich durch einen Stapel Akten und ist schon genervt.” Sie lachte. Tara grinste und sagte: “Ich werde mal reingehen.” Sie öffnete die Tür und hörte die Administratorin murmeln: “Die Akten bringen mich noch um.” Sie blickte auf. Ihr Gesicht strahlte. Sie sagte: “Huhu Tara, schön, dass du schon da bist. Ich habe dich erst in zwei Tagen erwartet.” Sie stand auf, ging um ihren großen Schreibtisch herum, kam auf Tara zu und küsste sie innig. Tara sagte: “Ich konnte mir zwei Tage früher freimachen.” Nessa öffnete die Tür und sagte zu Lusi: “Ich möchte heute nicht mehr gestört werden.” Lusi sagte: “Ich werde die restlichen Termine für heute absagen, Administratorin.” Nessa sagte zu Tara: “Lass uns auf die Dachterrasse an den Pool gehen.” Von der Dachterrasse aus hatte man einen wunderbaren Blick über die Stadt. Im Osten lag der größte Raumhafen von Terra, 50 mal 50 Kilometer groß. Man konnte Raumschiffe landen und starten sehen.

Tara fragte Nessa: “Hat Elli sich in den letzten Tagen benommen?” Nessa antwortete: “Elli war nicht mein Problem. Albert Neuhaus hat mich fast in den Wahnsinn getrieben. Er hat dreimal Epidemie-Alarm ausgelöst. Beim ersten Mal hat ihn die Nase gejuckt, beim zweiten Mal hatte er einen Pickel an der Hand und beim dritten Mal meinte er, er wäre von einem Floh befallen. Er und Elli arbeiten an der Verbesserung der Positronik. Ich habe aber gehört, dass die beiden sich nur streiten. Ich weiß nicht, wie man so arbeiten kann. Ich bin froh, wenn Albert wieder auf seiner Station auf Titan ist.” Tara lachte. (Albert Neuhaus hatte 2072 von mir einen Zellaktivator bekommen, als er 40 Jahre alt war. Er war der größte Wissenschaftler, den die Menschheit je hervorgebracht hatte, aber auch der größte Hypochonder, den es je gab.) Tara sagte zu Nessa: “Ich möchte meine Heimat besuchen, Barkon. Ich muss herausfinden, ob es den Robot-Imperator gibt und ob er eine Gefahr für die Menschheit ist. Die Aussage der Minks damals hat mich die ganzen Jahre beunruhigt.” Damals vor 5000 Jahren, als Tara ihre Heimat verließ und auf dem Mars strandete, gab es bereits den Plan, ein riesiges Positronik-System zu bauen. Wenn ihr Volk aus irgendeinem Grund nicht mehr in der Lage wäre, das Imperium zu verwalten, würde die Positronik das Amt des Imperators übernehmen und das Barkonidische Imperium leiten, bevor es zerfallen würde. Nessa überlegte einen Augenblick und sagte: “Ich komme mit dir, die Akten bringen mich noch um.” Tara sagte zu Nessa: “Das wird unserem General John Pain nicht gefallen. Du weißt, er ist für deine Sicherheit verantwortlich.” Nessa sagte: “Zum Glück bin ich hier die Chefin” und lachte. Tara erzählte Nessa von ihrem Plan.


Zwischen Saturn und Jupiter befand sich der schwere Kreuzer Dal. Er war ein Raumschiff der 250-Meter-Klasse. Sein Kommandant war Oberst Conan. Er war einer von denen, die sich nicht immer an die Befehle hielten und eine große Klappe hatten. Er war schon dreimal zum Oberstleutnant degradiert worden. Beim nächsten Verstoß drohte ihm der Rauswurf aus der Flotte. Aber die Flotte war sein Leben. “Kommandant, hier Funker. Es ist eine Meldung vom Flottenoberkommando eingegangen. Wir sollen zum Mond zurückkehren. Sie bekommen ein neues Kommando. Sie sollen 14 Besatzungsmitglieder auswählen, die Sie begleiten.” Die Dal steuerte auf den Mond zu. Oberst Conan dachte: ( Ein neues Schiff! Vielleicht bekomme ich das Kommando über ein Schiff der 500-Meter-Klasse oder sogar der 750-Meter-Klasse? Es wird Zeit, dass ich befördert werde ). Oberst Conan freute sich. Als die Dal auf dem Landefeld landete, sah er in ihrer Nähe zwei Schiffe der 750-Meter-Klasse und drei der 500-Meter-Klasse. Sie waren neu aus der Werft gekommen und vor ein paar Tagen in Dienst gestellt worden.

Ein Gleiter kam auf die Dal zu. Der Pilot war ein junger Leutnant. Er meldete sich bei Oberst Conan und sagte: “Ich soll Sie und Ihre Mannschaft zum neuen Schiff bringen.” Oberst Conan und seine Mannschaft stiegen in den Gleiter. Der Gleiter steuerte auf ein Schiff der 750-Meter-Klasse zu. Oberst Conans Augen leuchteten. Doch dann bog der Gleiter nach rechts ab und flog auf ein kleines Schiff zu, das am Rand des Landefeldes stand. Der Leutnant sagte: “Das ist die Imke. Sie ist ein Handelsschiff mit einem Durchmesser von 100 Metern. Eine alte Lady von 98 Jahren, die schon längst verschrottet werden sollte. Die Ladung ist schon an Bord.” Oberst Conan fragte: “Welche Ladung?” Der Leutnant sagte: “Hundert Tonnen Kartoffeln.” “Kartoffeln?” fragte der Oberst. Der Leutnant sagte: “Ja, das sind diese Dinger, die man essen kann. Und wenn man eine in die Erde steckt, werden aus einer Kartoffel viele.” Er grinste. Der Oberst sagte: “Seien Sie nicht frech, Leutnant. Wollen Sie mich veräppeln?” Der Leutnant sagte: “Morgen kommen noch sechs Besatzungsmitglieder dazu. Dann bekommen Sie Ihre Befehle.” Oberst Conan starrte immer noch auf das Schiff. Es sah alt und rostig aus. Einige Techniker waren noch mit Schweißarbeiten an den Landestützen beschäftigt. Das Schiff wirkte, als würde es jeden Moment zusammenfallen. Oberst Conan war wütend. Wer hatte ihm das Kommando über so eine Schrottkiste gegeben? Die Mannschaft hielt sich an diesem Abend lieber von ihrem Kommandanten fern.


Am nächsten Tag folgte die Besprechung. Eingeladen waren unsere Administratorin Nessa Pain, unser Abwehr-Chef Luk Stone, der stellvertretende Administrator Yoko Matsuri, unsere Telepathin Abbi Baker, unsere Teleporterin Saki Wong, unsere Telekinetin und natürlich Elli und Tara. Die restlichen Mutanten waren mit Aufträgen von John Pain beschäftigt. Immer wieder lieh John Mutanten bei Nessa aus für heikle Aufgaben. Nessa war immer noch die direkte Vorgesetzte der Mutanten. Tara legte den Anwesenden ihren Plan vor, ihre Heimatwelt Barkon zu besuchen und zu prüfen, ob etwas an dem Roboter-Imperator dran war. Tara sagte: “Ich selbst habe nicht viel Interesse an meiner Heimat. Ich bin nur noch ein Fossil meines Volkes. Alle, die ich kannte, sind seit über 5000 Jahren tot. Mein Platz ist hier.” Nessa sagte, dass sie an dem Unternehmen teilnehmen möchte, womit Pain gar nicht einverstanden war und sagte: “Wie soll ich für deine Sicherheit garantieren? Das kommt überhaupt nicht infrage.” Elli sagte: “Wer uns zu nahe kommt, dem drehe ich den Hals um.” John Pain sagte: “Wenn du dabei bist, kann ja nichts schiefgehen” und grinste, was Elli veranlasste, ihm einen bösen Blick zuzuwerfen und zu sagen: “Was soll das denn schon wieder heißen?” Tara sagte: “Wir werden auch nicht mit einer ganzen Flotte hinfliegen, sondern nur mit einem Schiff. Es ist die Imke, ein 100 Meter langes Handelsraumschiff. Die Ladung ist auch schon an Bord, 100 Tonnen Kartoffeln.” Tara lachte, die anderen lachten auch und sie fuhr fort: “Wir wollen ja nicht auffallen. Ich denke, ein kleines Handelsschiff ist genau das Richtige. Eine Besatzung ist auch schon an Bord. Ich habe sie selbst ausgesucht. Wenn Oberst Canon herausfindet, dass ich hinter seiner Versetzung stecke, wird er mich hochkant von Bord werfen.” Tara musste bei dem Gedanken lachen. General Pain sagte: “Meinst du den Oberst Canon? Von dem hat man schon Sachen gehört. Er soll es mit Befehlen nicht so genau nehmen. Den wollt ihr euch anvertrauen?” Tara sagte: “Er ist einer meiner besten Kommandanten, wenn nicht sogar der beste. Wenn es nach mir ginge, hätte er schon ein Kommando über eines der großen Schlachtschiffe. Aber auch ich kann nicht einfach meine Generäle übergehen.” Nessa sagte: “John und Luk, ich weiß, die Menschheit ist bei euch in guten Händen, und Luk, ich habe noch ein paar Akten, die durchgearbeitet werden müssen. Ich lasse sie dir zukommen.” Luks Blick sagte alles. Nach drei Stunden war der Plan in allen Einzelheiten durchdiskutiert.


Kaum waren Nessa und Tara auf dem Mond, schwangen sie sich in einen Gleiter, der sie zur Imka brachte, dem Schiff von Oberst Conan. Die anderen vier, Elli und die drei Mutanten, würden erst vier Stunden später nachkommen. Tara und Nessa hatten sich für den Einsatz in Schale geworfen und sahen aus wie Piraten aus dem Goldenen Zeitalter der Piraterie, als sie die spanischen Schatzschiffe im Atlantik und im Indischen Ozean überfielen. Als sie in der Schleuse ankamen, wurden sie von einem jungen Leutnant empfangen. Er erkannte sofort, wer vor ihm stand, salutierte ehrfürchtig und sagte: “Administratorin, Generalin.” Tara und Nessa erwiderten den Gruß. Tara befahl: “Leutnant, informieren Sie Oberst Canon, dass er uns hier treffen soll.” Der Leutnant meldete sich über die Gegensprechanlage und sagte, ohne die Lautsprecher abzuschalten: “Oberst, zwei neue Besatzungsmitglieder sind eingetroffen, es sind zwei Ladys, sie bitten um Ihre Anwesenheit in der Schleuse.” Der Leutnant hatte absichtlich verschwiegen, wer die beiden Ladys waren. Oberst Conan knurrte gefährlich leise, ohne zu ahnen, dass Tara und Nessa mithörten: “Ahh, zwei Schnepfen, die verlangen, dass ich mich zur Schleuse bequeme. Die beiden werde ich so zur Schnecke machen, dass sie bereuen, dass sie mir je begegnet sind. Conan Ende.” Er kappte die Verbindung. Nessa und Tara plauderten gelassen mit dem Leutnant und warteten auf den Oberst. Als Oberst Canon die Schleuse betrat, standen die beiden Ladys mit dem Rücken zu ihm. Er erkannte nicht, wer die beiden waren, und sagte: “Da sind ja die beiden Täubchen.”  Seine Stimme wurde schärfer: “Was soll das Kostüm? Ist heute Fasching? Habt ihr noch nie was von Bordkleidung gehört?” Die letzten Worte brüllte er schon fast. Tara und Nessa wandten sich um. Er sah sofort, wer vor ihm stand: die beiden mächtigsten Frauen im Sol-System. Er blieb wie angewurzelt stehen. Tara salutierte und sagte: “Generalin zur Stelle, Oberst.” Nessa tat es ihr nach und sagte: “Administratorin ebenfalls zur Stelle, Oberst.” Oberst Canon wurde kreidebleich. Nessa sagte: “Keine Panik, Oberst. Nicht dass Sie mir noch umkippen.” Oberst Conan fasste sich schnell und sagte: “Oh, da habe ich mich aber ordentlich blamiert.” Tara sagte: “Kein Problem, Oberst. Wir sind hier unter uns. Sie können uns ruhig Tara und Nessa nennen.” Man sah, dass der Oberst verlegen war. Er fragte: “Was führt Sie zu mir, meine Damen?” Tara sagte: “Wir wollen mit Ihnen die Kartoffeln ausliefern. In drei Stunden kommen die anderen vier Besatzungsmitglieder an: drei Mutanten und Elli.”

Oberst war verwirrt. Nessa war die Administratorin und Anführerin der Menschheit. Tara war seine oberste Vorgesetzte. Dazu kamen noch drei Mutanten aus dem legendären Mutantenkorps, und Elli, die berühmte Roboterin, die immer für Gesprächsstoff in Raumfahrerkneipen sorgte. Alle wollten mit, um eine Ladung Kartoffeln auszuliefern, das roch nach Ärger. Als die anderen vier eintrafen, sagte Elli als erste: “Was ist das für eine Schrottkiste? Das Ding fliegt noch?” Nachdem alle ihre Kabinen bezogen hatten, ließ Tara alle Besatzungsmitglieder in der Messe versammeln und klärte sie über den bevorstehenden Einsatz auf. Alle trugen nun Piratenkleidung. Zum Abschluss sagte sie: “Wir müssen so unauffällig wie möglich vorgehen, damit wir keinen Verdacht erregen. Deshalb haben wir dieses Schiff und die Verkleidung. Wir treten als Händler auf. Wenn wir mit einer ganzen Flotte auftauchen, könnte man falsche Schlüsse ziehen. Es kann gefährlich werden.” Elli sagte: “Allein der Flug mit dieser Klapperkiste wird schon gefährlich.” Die Imka hatte nur eine leichte Bewaffnung und leichte Schutzschirme. Ein direkter Angriff von einem feindlichen Schiff würde sie nicht überstehen. Der Flug sollte in fünf Etappen erfolgen, von je 5000 Lichtjahren.


Als die Imka abhob, fielen plötzlich drei der acht Triebwerke aus. Sie drohte nach rechts abzudriften, aber dann zündeten die Triebwerke wieder. Die Imka beschleunigte. Als sie 60% der Lichtgeschwindigkeit erreicht hatte, sprang sie in den Hyperraum. Wir verließen den Hyperraum nach unserer dritten Etappe und befanden uns wieder im Normalraum. Die Entfernung zur Erde betrug jetzt 15.000 Lichtjahre. Nun machten wir eine 10-stündige Pause, um die Maschinen zu überprüfen. Die Imka war ja nicht mehr die Neueste, wie ihr wisst. Yoko Matsuri, unsere Telepathin, kam in die Kommandozentrale und sagte: “Ich empfange Gedanken-Impulse in der Nähe des Schiffs. Sie sind chaotisch, aber drücken Hunger, Durst und Angst aus”. Oberst Conan gab den Befehl an die Ortungszentrale, die nähere Umgebung vom Schiff zu sondieren. Die Ortungszentrale meldete: “Wir haben da etwas. Ich projiziere es mal auf den Panoramaschirm”. Es sah aus wie ein Sarg und hatte die Maße von drei Metern Länge, 1,5 Metern Breite und einem Meter Höhe. Elli sagte: “Hätten wir ein Schiff aus unserer Flotte genommen, hätten wir das schon längst auf dem Ortungsschirm, aber nein, wir mussten ja so ein schrottiges Schiff nehmen. Kann ich mich doch gleich oben auf den Ausguck stellen und mit einem Fernglas die Umgebung ausspähen”. Nessa sagte: “Elli, bist du schon wieder am Meckern? Du bekommst gleich eine Woche Arrest”. Alle fingen bei der Vorstellung, Elli in einem Ausguck mit Fernglas an zu kichern. Die Anspannung in der Kommandozentrale war gelöst. Nessa sagte: “Wir nehmen den Sarg an Bord”.

Oberst Conan gab entsprechend die Befehle. Ein Schleusentor öffnete sich, ein Traktorstrahl packte den Sarg und zog ihn in die Schleuse. Nach dem Druckausgleich betraten wir die Schleuse. Tara sagte zu Elli: “Elli, untersuche den Sarg.” Als Elli mit dem Untersuchen fertig war, fing sie an zu schmunzeln und sagte: “Es ist ein Lebewesen drin, es ist sehr schwach und scheint schon seit Tagen nichts mehr gegessen zu haben. Der Deckel kann geöffnet werden.” Nessa sagte zur Telikenetin Saki Wong: “Versuche den Deckel zu öffnen.” Saki griff mit ihren Fähigkeiten zu und nach ein paar Sekunden sprang der Deckel auf. Wir konnten nicht fassen, was wir sahen. Vor uns lag ein 80 cm großer Teddybär. Der Teddybär öffnete seine Augen und war plötzlich weg. Oberst Conan gab sofort Alarm für das Schiff.

Nessa sagte: “Wir werden ihn nicht jagen. Yoko, kannst du ihn orten?” Yoko Matsuri schloss die Augen, konzentrierte sich und sagte: “Er ist in der Bordküche.” Nessa sagte: “Tara und ich werden hingehen, die anderen gehen wieder ihrer Arbeit nach.” Wir näherten uns leise der Küche und sahen den Kleinen in der Ecke auf dem Boden sitzen. Nessa nahm eine Tüte Kekse, nahm einen heraus und hielt ihn dem Teddy hin. “Komm her, Schnucki, Schnucki, Schnucki.” Tara fing an zu lachen und sagte: “Schnucki, Schnucki, er ist doch kein Kätzchen.” Nessa schaute Tara verärgert an und sagte: “Was soll ich denn sagen?” “Probiere es mal mit Teddy komm her.” Nun musste Nessa auch lachen. Plötzlich spürte Nessa, wie etwas an dem Keks zog, den sie in der Hand hielt. Sie öffnete ihre Hand und der Keks schwebte zum Teddy. Er ergriff den Keks, steckte ihn in den Mund und fing an zu knabbern. Tara sagte zu Nessa: “Oh, er ist auch noch ein Telekinet. Er krümelt uns den ganzen Fußboden voll.” Nessa sagte: “Wir werden ihn Krümel nennen.” Nessa hielt ihm nun die ganze Tüte Kekse hin. Plötzlich spürten wir, wie etwas versuchte, in unsere Gedanken einzudringen. Tara sagte: “Merkst du das auch? Er versucht in unsere Gedanken einzudringen. Somit haben wir einen Teleporter, Telekinet und Telepathen vor uns.” Nessa öffnete leicht ihren Gedankenblock und dachte: ( Du bist aber ein kleiner Lieber ). Krümel machte einen Teleportersprung und saß plötzlich auf Nessas Schoß und kuschelte sich an sie. “Jetzt hast du ein Teddybär, Nessa.” Nessa öffnete ihren Gedankenblock so weit, dass Krümel in ihre Gedanken lesen konnte, was er zu tun hatte. Wir begaben uns mit Krümel auf die Krankenstation, damit er eine Hyposchulung der Stufe 3 erhalten konnte. Das war der allgemeine Wissensstand eines 30-jährigen Menschen, durch den er auch unsere Sprache lernen würde. Als Krümel auf der Liege lag, legte Elli ihre Hand auf Krümels Stirn. Krümel schlief sofort ein und der Datenfluss von Ellis Gehirn auf Krümels Gehirn begann.

Nach 5 Minuten zog Elli ihre Hand zurück und sagte: “Krümel wird jetzt 5 Stunden schlafen, sein Gehirn muss erstmal die Datenmengen verarbeiten.” Als die 5 Stunden um waren, standen Nessa, Tara und Elli neben der Liege. Krümel öffnete seine Augen und schaute sich um. Elli fragte: “Kannst du mich hören?” Krümel erwiderte: “Klar kann ich dich hören, hab doch nichts an den Ohren.” Tara sagte: “Scheint ein frecher Teddybär zu sein, Nessa. Viel Vergnügen.” und grinste. “Wo bin ich hier?” fragte Krümel. Nessa antwortete: “In einem Raumschiff. Das ist ein Fahrzeug, mit dem man zu den Sternen reisen kann.” Krümel fragte: “Ist das hier meine Bestimmung?” Nessa fragte: “Wie meinst du deine Bestimmung?” Und Krümel fing an zu erzählen: “Wir sind ein kleines Volk. Unser Planet ist ein Paradies. Es gibt bei uns nur Pflanzen. Wir ernähren uns von den Früchten. Die meisten von uns sind Teleporter. Einige haben zwei Fähigkeiten, und ganz selten drei, so wie ich. Einmal im Jahr, wenn unser Mond sich rot färbt, dann landet so ein Ding bei uns, und einer muss da hineingehen. Die Legende sagt, wenn wir das nicht tun, wird unser Planet untergehen. Wir haben keine Ahnung, wo die Reise hingeht.” Nessa sagte: “Eine merkwürdige Geschichte. Deine Heimat kann tausende Lichtjahre von hier entfernt sein, in welche Richtung auch immer. Wenn du willst, kannst du bei uns bleiben. Sollten wir deine Heimat finden, bringen wir dich wieder nach Hause.” Krümel sagte: “Wenn ich jeden Tag meine Kekse bekomme, bleibe ich.” und grinste. Nessa darauf: “Na toll, nun muss ich auch noch meine Kekse teilen.” Wir lachten. Tara sagte: “Wer mag das sein, der einmal im Jahr einen Teddy von seinem Planeten entführt? Welchen Grund mag das haben? Wieder ein Rätsel, was wir vielleicht eines Tages lösen werden.”


Mit gemächlicher Fahrt flogen wir in Taras Heimatsystem ein. Unsere Ortungsgeräte liefen auf Hochtouren, denn es herrschte reger Raumschiffsverkehr im System. Nessa hatte den Befehl gegeben, dass die Mutanten auf keinen Fall ihre Fähigkeiten zeigen sollten, was auch Krümel einschloss. Er sollte sich wie ein Kuscheltier benehmen. Elli sollte sich wie ein einfacher Dienstroboter verhalten, was ihr gar nicht gefiel. Plötzlich schoss ein Kriegsschiff auf uns zu und setzte einen Warnschuss vor unseren Bug. Der Funker sagte: “Man wünscht eine Verbindung mit uns.” Nessa hielt sich zurück, denn wir hatten abgemacht, dass Tara die Kommandantin spielen sollte, und sagte zum Funker: “Auf den Schirm.” Es wurde ein Mann von Taras Volk sichtbar. Er sagte: “Hier ist Kommender Roh. Stoppen Sie sofort. Wir wollen Ihr Raumschiff kontrollieren.” Tara sagte schroff zurück: “In wessen Auftrag?” Roh antwortete: “Im Auftrag des Robot-Imperators. Wir setzen ein Beiboot rüber.” Die Verbindung wurde unterbrochen. Tara sagte zu Nessa: “Also doch, der Robot-Imperator hat die Macht übernommen. Sonst würde er sagen, im Auftrag des Imperators. Wenn an der Spitze ein Imperator stünde.”

Als der Kommender Roh mit einem Begleiter und zwei Kampfrobotern eingetroffen war, zeigte er auf Krümel und fragte: “Was ist das?” Nessa antwortete: “Das ist ein Haustier.” Der Kommender erwiderte: “Hoffentlich hat er keine Läuse.” Man konnte Krümel ansehen, dass er am liebsten dem Kommender an die Kehle gesprungen wäre. Der Kommender deutete auf Elli und sagte: “Ein Kampfroboter darf nicht eingeführt werden”, und lachte. Daraufhin sagte Oberst Conan: “Das ist kein Kampfroboter, er ist ein nutzloser Dienst-Roboter. Ich habe auch keine Ahnung, warum wir ihn immer mitschleppen. Wir nennen ihn Blechbüchse.” Nachdem der Kommender Roh die Ladung begutachtet hatte, verließ er unsere Imke, und wir durften in das System einfliegen. Elli sagte: “Über das Wort Blechbüchse unterhalten wir uns unter vier Augen nochmal, Oberst.”


Als wir Taras Heimatplaneten erreichten, bekamen wir von der Raumschiff-Behörde unseren Landeplatz zugewiesen, wo wir landen sollten. Es war ein Landeplatz für Handelsschiffe. Als wir im Anflug waren, kamen wir auch an einem großen Landeplatz für Kriegsschiffe vorbei. Wir trauten unseren Augen nicht. Es standen nur die großen der 750-Meter-Klasse da, was nicht ungewöhnlich war. Der Robot-Imperator wollte sicherlich seine Macht zeigen. Aber in der Mitte stand ein Koloss, der doppelt so hoch wie die anderen war und einen Durchmesser von mindestens 1500 Metern haben musste. Als wir gelandet waren, machten Nessa und Tara sich auf den Weg zur Behörde, um den Papierkram zu erledigen. Als wir am richtigen Schalter ankamen, sagte Tara: “Wir möchten den Stellplatz für zwei Monate mieten, da wir noch Reparaturen an unserem Raumschiff vornehmen müssen. Wir möchten das mit unserem Gewinn bezahlen.” Der Mann am Schalter fing an zu lachen und sagte: “Von welchem Gewinn redet ihr? Ihr wisst wohl nicht, dass der Robot-Imperator 90% des Gewinns als Steuer einbehält.” Tara fing an zu schimpfen. Nessa zog Tara ein Stück zurück und flüsterte ihr ihren Plan ins Ohr. Tara fing so laut an zu lachen und sagte zu Nessa: “Lass uns bevor wir den Plan umsetzen, einen schönen Baum suchen.” Nessa fragte, warum und Tara antwortete: “Du weißt doch, wenn der Robot-Imperator uns dabei erwischt, wird er uns an den Baum hängen. Aber der Plan gefällt mir, er ist genau nach meinem Geschmack, und dass wir ihn wegen der 90 % hereinlegen sollten, gebe ich dir recht.” Tara ging wieder zum Schalter und sagte zu dem Mann: “Wir werden den Deal machen” und unterschrieb die Papiere.

Wir mussten an Informationen kommen, so viel wie möglich über den Robot-Imperator herausfinden, ohne aufzufallen. Nessa erzählte uns ihren Plan und sagte: “Ich könnte euch auch befehlen, daran teilzunehmen, mache ich aber nicht. Das wird sehr gefährlich. Wir machen es nur, wenn alle freiwillig daran teilnehmen.” Alle stimmten zu. Krümel sagte: “Ich würde gerne das blöde Gesicht vom Robot-Imperator sehen, wenn er eins hätte, wenn es klappt.” Nessa sagte: “Oberst Conan, Sie werden mit drei Männern sich um Ersatzteile kümmern. Die restlichen werden sich in vier Gruppen aufteilen und abends in die Stadt gehen. Dort werden wir am einfachsten Geschichten hören, ohne dass es auffällt.”

Wir haben herausgefunden, dass vor etwa 3500 Jahren der Robot-Imperator die Macht über das Imperium übernommen hatte. Das Volk von Tara war damals zunehmend dekadent und wurde durch einen Angriff eines Feindes mit einer geheimen Waffe bedroht. Es bestand die Gefahr, dass das Imperium zerfallen würde. Der Robot-Imperator herrschte sehr hart und viele Völker waren mit ihm unzufrieden. Außerdem haben wir erfahren, das riesiges Raumschiff - das erste seiner Größe - aus der Werft gekommen ist und es sich um einen Prototyp handelt.

Die Ausbildung dauerte einen Monat. Oberst Canon und seine Leute gehörten sowieso zu unserer Elite-Mannschaft, sodass die drei Mutanten mit ihrem weit über hundert Jahre alten Alter es auch locker schaffen würden, das versteht sich von selbst. Nessa und Tara mussten teilweise über die Aufgaben schmunzeln. Bei uns würde es so eine lasche Ausbildung nicht geben. Nessa sagte: “Wir müssen versuchen, immer ein bisschen besser als die anderen zu sein, aber auch nicht übertreiben.” Der Robot-Imperator musste wirklich dringend Besatzungen suchen. Nessa durfte Krümel als ihr Haustier behalten und Tara Elli als ihren Dienst-Roboter. Die beiden spielten auch ihre Rollen gut. Wir hatten auch erfahren, dass der Robot-Imperator über eine Flotte von ca. 70.000 Raumschiffen verfügte. Wir wussten noch nicht, für welche Schiffe der Robot-Imperator Besatzungen suchte. Wir hofften, dass er für das große Raumschiff suchte. Was uns gar nicht in den Kram passte, war, dass auch andere zugeteilt wurden, sodass die Besatzung nun aus 100 Raumfahrern bestand. Die ersten beiden Tage verbrachten wir mit der Besichtigung des Schiffes. Es war gigantisch. Krümel war das Laufen durch die Gänge leid und sagte mit jämmerlicher Stimme: “Mir qualmen langsam die Pfoten.” Wir stellten fest, dass an allen wichtigen Punkten Kampfroboter standen. Tara flüsterte zu Nessa: “Der Robot-Imperator überwacht genau unsere Schritte. Wenn er mitbekommt, dass wir eine krumme Tour vorhaben, sind wir weg vom Fenster. Sicherlich gibt es hier extra eine Positronik, mit der der Robot-Imperator Kontakt hält, um uns zu überwachen.” Nessa sagte: “Die müssen wir finden und ausschalten.” “Das wird sicherlich nicht einfach werden. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es einen Ein- und Ausschaltknopf gibt”, und Tara lächelte.

Als wir die Kommandozentrale betraten, waren wir beeindruckt von der Größe. Hinter uns schlossen sich die Panzertüren. Vor uns befand sich ein riesiger Panoramabildschirm und davor die Plätze für die Schiffssteuerung. Dahinter war der Platz des Kommandanten. Auf der rechten Seite waren die Feuerleitzentrale und die Ortungszentrale angeordnet, während auf der linken Seite die Funkzentrale und die Bedienungselemente der Schiffspositronik zu finden waren. Hinten links gab es einen Tisch mit Sesseln, den sogenannten Karten- oder Besprechungstisch. Das einzige, was nicht ins Bild passte, war in der Mitte des Raums eine Kuppel von etwa 2 Metern Höhe und einem Durchmesser von 3 Metern. Tara flüsterte Nessa zu: “Das ist sicherlich die Positronik, mit der der Robot-Imperator Verbindung zum Schiff hält”. In der Kommandozentrale befanden sich 6 Kampfroboter. An der Kuppel gab es keine Bedienungselemente und sie bestand aus Metall. Wie sollten wir das Teil ausschalten, damit der Robot-Imperator keine Verbindung mehr zum Schiff hatte? Die Frage war auch, wie der Robot-Imperator reagieren würde, wenn er keine Verbindung mehr hatte. Würde er an einen Defekt oder an Sabotage denken? Wir wussten auch, dass der Robot-Imperator immer hart und kompromisslos handelte. Sobald die Verbindung nicht mehr bestehen würde, würde er sofort Alarm schlagen. Wir mussten also so schnell wie möglich in den Weltraum abhauen.

Die nächsten 3 Wochen würden aus Simulationsübungen bestehen. Danach sollten wir in den Einsatz geschickt werden, aber wir hatten keine Ahnung, was für ein Einsatz das sein würde. Also hatten wir 3 Wochen Zeit, um hier mit dem Raumschiff zu verschwinden. Nessa sagte: “Ich glaube, ich habe einen Plan.” In den nächsten 3 Wochen wurden wir entsprechend unserem Test der Station zugeteilt und bereiteten uns auf die Bedienung des Raumschiffs vor. Nessa bekam den Platz an der Feuerorgel (dem Platz für die Bedienung der Geschütze), Oberst Conan hatte den Platz an der Ortungszentrale und Tara übernahm den Platz als Pilotin. Nessa sagte laut zu Elli und Krümel: “Wenn wir Übungen machen, setzt ihr euch an den Kartentisch und verhaltet euch ruhig. Ich will nichts von euch hören.” Nessa setzte sich zu den beiden an den Tisch und flüsterte ihnen zu: “Ihr beide müsst jetzt zusammenarbeiten. Ihr habt die wichtigste Aufgabe in meinem Plan.” Elli sagte: “Soll ich mit dem verlausten Fusselvieh zusammenarbeiten?” Krümel erwiderte: “Elli, ich boxe dich gleich auf die Nase.” Nessa sagte: “Schluss jetzt, ihr beide. Ihr habt genau 10 Tage Zeit, um herauszufinden, welcher Stecker in der Kuppel gezogen werden muss. Krümel, du tastest die Kuppel mit deinen telekinetischen Fähigkeiten ab und berichtest Elli, damit sie dir dann, wenn es so weit ist, helfen kann, den richtigen Stecker zu ziehen.” Die ersten 5 Tage verliefen ohne Zwischenfälle. Am nächsten Tag verließen alle Besatzungsmitglieder das Schiff, um ihren freien Tag zu genießen.

Tara erbat die Erlaubnis vom Robot-Imperator, dass wir an Bord bleiben durften, um unser Training zu intensivieren und noch schlagkräftiger zu werden. Der Robot-Imperator war einverstanden. Morgen war unser letzter freier Tag und wir hofften, dass die restliche Crew das Schiff verlassen würde, um sich zu amüsieren. Denn morgen um Punkt 14 Uhr sollte der große Coup starten. Tara ging zu Elli und fragte: “Wie schnell kannst du, Elli, wenn Krümel die Kabel durchtrennt hat, die bordeigene Positronik knacken, damit wir die Reaktoren und Generatoren auf volle Pulle hochjagen können? Das wird sicherlich nötig sein.” Elli antwortete: “Gib mir 5 Minuten.” Tara erwiderte: “5 Minuten sind zu lang, denn hier wird die Luft brennen. Eine Minute gebe ich dir.” Elli sagte: “In zwei Minuten schaffe ich das.” “Willst du etwa feilschen? Ok, zwei Minuten, aber keine Sekunde mehr”, antwortete Tara. Zu unserer Telekinetin Saki Wong sagte Nessa: “Du wirst dich morgen um 14 Uhr hier in der Kommandozentrale aufhalten und solltest einer der sechs Kampfroboter in Bewegung geraten, wirst du ihn mit deinen telekinetischen Fähigkeiten zerlegen.”

Der Tag der Entscheidung war gekommen. Die restliche Crew hatte das Schiff verlassen, um sich zu vergnügen. Der erste Teil des Plans war geglückt. Es gab so viele Unwägbarkeiten, die wir nicht kalkulieren konnten. Wie viele Kriegsschiffe des Robot-Imperators würden sich hier im System tummeln? Wie viele planetare Verteidigungsanlagen konnten uns ins Visier nehmen, die es bestimmt gab? Wie robust war der Schutzschild des Raumschiffs, die Antriebe, die Waffen, die Reaktoren, die Meiler, die Generatoren und so weiter? Alles Daten, die wir nicht hatten. Die Uhr zeigte jetzt 5 Minuten vor 14 Uhr an. Kurz darauf sprang der Zeiger auf 14 Uhr.


Krümel nutzte seine telekinetische Fähigkeit und riss die drei Stecker in der kleinen Kuppel heraus. Die Verbindung zum Robot-Imperator war gekappt. Das Schiff war in unserer Hand. Taras Hand knallte auf den Schalter für den Katastrophenalarm. Alle Panzerschotten schlossen sich. Im selben Moment fuhr Tara die Kraftwerke hoch und sah, wie Elli zur Positronik sprintete und versuchte, sie zu knacken, damit Tara den Code erhielt, um die Kraftwerke auf über 100 % zu bringen. Tara sah, wie Nessa an der Feuerorgel Platz nahm und die Geschütze ausfuhr. Ihre Finger flogen über die Bedienelemente. Ein Desintegratorgeschütz zielte sie auf unsere alte Imka, und Nassa feuerte. Die Imka zerfiel zu Staub. Jetzt gab es kein Zurück mehr. Wir wollten keine Spuren hinterlassen.


14:01 Uhr. Wir sahen, wie vom Horizont einige Gleiter auf uns zusteuerten. Die Kraftwerke liefen jetzt auf 100 % Leistung. Tara aktivierte den Schutzschirm. Oberst Conan rief Tara zu: “Ich habe 83 Kriegsschiffe auf meinem Schirm, verschiedene Kaliber.” Nassa rief: “Das wird ein heißer Tanz.”

14:02 Uhr. Elli schickte Tara den Code zu. Tara tippte ihn ein und brachte die Kraftwerke auf 120 % hoch, was sie jedoch nicht lange aushalten konnten, da sonst die Kraftwerke explodieren würden. Tara startete und scherte sich um nichts und gab volle Power auf die Antriebe. Die Hölle brach los. Auf dem Panoramaschirm sahen wir, wie das Landefeld um uns herum anfing zu glühen und zu Lava wurde. Druckwellen fegten über das Feld. Einheiten in unserer unmittelbaren Nähe fingen an zu schwanken, auch die großen der 750-Meter-Klasse. Der Gigant erhob sich, nahm Fahrt auf und verschwand in den Wolken. Er hinterließ einen 2000 Meter großen Lavakrater auf dem Landefeld.

Das Raumschiff hatte den offenen Weltraum erreicht. Die Kraftwerke und Antriebe brummten bei 120 % Leistung so laut, dass wir uns nur noch über Headset verständigen konnten. Die ersten Treffer von Planetenstellungen prallten auf den Schutzschild. Der Schild wurde mit 67 % beansprucht. Jeder andere Schutzschild wäre schon bei den Energiemengen zusammengebrochen. Das Schiff hatte jetzt eine Geschwindigkeit von 15 % Licht. Wir mussten jedoch 60 % Lichtgeschwindigkeit schaffen, um in den Hyperraum zu springen. Würden wir es bei geringerer Geschwindigkeit wagen, würde das Schiff beim Übergang zerfetzt werden. Die ersten Raumschiffseinheiten des Robot-Imperators rückten uns auf die Pelle und eröffneten das Feuer. Nessas Finger flogen nur so über die Eingabetasten der Geschütze und sie schoss mit allem zurück, was sie hatte. Sie sagte: “Das Einschwenken der Geschütze dauert mir einfach zu lange. Da habe ich noch Zeit, Winter-Socken zu häkeln. Welche Farbe möchtest du, Tara?” “Ich hätte gerne schwarze.” Vier Schiffe, die uns im Weg standen, wurden pulverisiert. Nessa sagte: “Ich wollte uns aber rote Socken häkeln, Oberst Conan. Welche Farbe bevorzugen Sie?” Oberst Conan antwortete: “Ihr beide habt doch einen Vogel. Streitet euch darüber, welche Farbe die Socken haben sollen. Die sind dabei, uns den Hintern wegzublasen. Und mir ist es schnuppe, welche Farbe meine Socken haben. Falls es euch interessiert, 15 Einheiten kommen auf uns zu, 7 der 500 Meter Klasse und 8 der 750 Meter Klasse.”

Wir hatten 43 % Licht erreicht und es fehlten noch 17 %. Tara sagte: “Jetzt wollen wir mal sehen, was das Baby wirklich drauf hat.” Sie steigerte die Leistung der Kraftwerke auf 150 %. Zu dem Brummen der Kraftwerke kam ein Quietschen hinzu und es entstand ein ohrenzerreißender Lärm. Als wir in Reichweite der Gegner kamen, eröffneten sie das Feuer auf uns. Unser Schutzschild wurde bis zur Belastungsgrenze von 100% strapaziert. Nessa konnte noch 4 Schiffe vernichten, aber unser Schutzschild bekam die ersten Risse und die ersten Energiemengen trafen direkt auf die Schiffshülle. Das Schiff vibrierte wie eine Kirchenglocke. Der Schutzschild drohte zu versagen, was unser Todesurteil wäre.

Aus dem Augenwinkel sah Oberst Conan, dass Tara bei 57 % der Lichtgeschwindigkeit auf den Knopf hämmerte, um den Übergang in den Hyperraum zu starten. Er schrie: “Die Frau ist wahnsinnig!” Das Schiff glitt ohne Schaden in den Hyperraum und wurde wieder ruhig. Elli sagte: “Das war mal wieder wie in den guten alten Zeiten.” Tara grinste und die Anspannung fiel von uns ab. Nessa sagte zu Oberst Conan: “Sie können sich wieder beruhigen, ist doch alles gut gegangen.” Der Oberst erwiderte: “Wenn ich mal so sagen darf, ihr beide seid verrückt, aber ich würde jederzeit wieder mit euch in den Einsatz gehen.” Nessa und Tara lachten. Währenddessen unterhielten sich Tara und Nessa. Sie sagte zu Oberst Conan: “Tara und ich haben beschlossen, Ihnen den Kommandosessel zu überlassen. Als Kommandant dürfen Sie dem Schiff auch einen Namen geben.” Oberst Conans Augen leuchteten, als er sagte: “Ich habe auch schon einen Namen. Ich werde das Schiff Pünktchen nennen.” Wir alle fingen laut an zu lachen - ein Raumschiff-Gigant mit dem Namen Pünktchen. Nessa sagte: “Oberst, bringen Sie uns nach Hause. Tara und ich werden erstmals duschen gehen.” Nach fünf Tagen flogen wir in unser Sonnensystem ein.


Zur gleichen Zeit auf Terra. Es war 4 Uhr morgens, als in General Pains Zentrale der Alarm losging. Er lag noch im Bett und fragte über die Gegensprechanlage den diensthabenden Offizier: “Was ist los?” Dieser antwortete: “In unserem Sonnensystem ist ein Raumschiff mit einem Durchmesser von 1500 Metern eingeflogen.” Pain sagte, ohne lange zu zögern: “So viel ich weiß, ist unsere zweite Flotte in der Nähe von Neptun. Sie sollten auf Abfangkurs gehen.” Pain sprang unter die Dusche und eilte dann in die Zentrale. “Das Raumschiff möchte mit uns Kontakt aufnehmen”, sagte einer seiner Mitarbeiter. “Auf den Schirm”, befahl Pain. Oberst Conan wurde sichtbar und sagte: “Hier spricht Oberst Conan vom Raumschiff Pünktchen. Wir sind vom Einsatz zurück.” Nessa wurde ebenfalls auf den Schirm geschaltet und sagte: “John, heute Abend werden wir bei dir grillen. Tara und ich brauchen mal wieder ein saftiges Steak auf dem Teller.” Pain erwiderte: “Geht klar. Aber wer von euch hat diesem Raumschiff den bescheuerten Namen Pünktchen gegeben? Ich bin gespannt auf eure Geschichte.”



Fortsetzung folgt









 

Einloggen um auf dieses Thema zu antworten.