Die Androidin
In einem geheimen Forschungslabor, tief unter der Erde, in der Forschungseinrichtung wurde die atemberaubende Androidin Lara erschaffen. Ihre Bezeichnung lautete zwar KI-1A, doch ihre Schöpfer hatten längst beschlossen, sie liebevoll Lara zu nennen. Nun, ein Roboter war sie nicht, sie war eine unglaubliche Androidin! Wenn man sie ansah, konnte man kaum glauben, dass sie nicht menschlich war. Mit ihrer Größe von 1,75 m und ihrer perfekt sportlichen Figur wirkte sie wie eine Model-Sportlerin aus einer fernen Zukunft. Ihre schwarzen, langen Haare umrahmten ein Gesicht, das so lebensecht war, dass man vor Staunen fast die Kinnlade auf den Boden fallen ließ. Und ihre sanft gebräunte Haut verlieh ihr eine natürliche Ausstrahlung. Die Menschheit befand sich gerade in den Anfängen der KI-Entwicklung, aber Lara war weit überlegen. Ihre KI basierte auf Alien-Technologie. Drei Jahre intensiver Arbeit waren nötig gewesen, um dieses Wunderwerk der Technologie zu erschaffen. Nur ein handverlesenes Team von Forschern kannte ihre Existenz.
Rückblick:
Im Jahr 1968 erreichten die Fragment-Teile eines UFO-Raumschiffs endlich die hochgesicherte Forschungseinrichtung, und die Wissenschaftler stürzten sich darauf wie hungrige Geier. Die anfängliche Begeisterung führte jedoch zu hitzigen Diskussionen darüber, wie man die neu gewonnenen Erkenntnisse nutzen sollte. Es sollte noch viele, viele Jahre dauern, bis das Geheimnis der außerirdischen Technologie endlich gelüftet wurde. Vor 15 Jahren war der Beschluss gefasst worden, ein Raumschiff zu konstruieren, das interstellare Flüge zu erdähnlichen Planeten unternehmen sollte. Ursprünglich war geplant, dass das Raumschiff von einer sechsköpfigen Crew bemannt werden sollte. Doch nun hatte man sich endlich dagegen entschieden - zu riskant schien es, menschliche Leben in Gefahr zu bringen. Schließlich handelte es sich um ein experimentelles Raumschiff, und es gab tausend Dinge, die während der Mission schiefgehen könnten. Stattdessen sollte das Raumschiff so weit automatisiert werden, dass es die Mission eigenständig erfüllen konnte. Doch was, wenn unvorhergesehene Ereignisse ein Eingreifen erforderten, das nur durch eine menschliche Crew möglich war? Vor vier Jahren wurde schließlich der Plan gefasst, ein humanoiden Roboter zu erschaffen, der die Rolle der Crew übernehmen sollte. Und so wurde die Androidin Lara geboren. Ihre einzige Aufgabe an Bord des Raumschiffs "Solaris" bestand darin, zu überwachen, dass die Mission nach Plan verlief. Natürlich durfte sie eingreifen, wenn etwas nicht nach Plan lief, aber sie war vor allem dazu da, die Automatisierung zu überwachen und zu gewährleisten. Als das Raumschiff schließlich fertiggestellt wurde, erhielt es stolz den Namen "Solaris". Es war ein Meisterwerk der Technologie, das bereit war, das Universum zu erkunden und nach neuen Welten zu suchen.
Vier Stunden vor dem Start betrat Lara das Raumschiff und begab sich direkt in die Kommandozentrale. Sie hatte noch einen genauen Systemcheck mit der Bord-Positronik vor sich. Es würde dreieinhalb Stunden dauern, um sicherzustellen, dass alle Systeme einwandfrei funktionierten. Mit ihrer beeindruckenden Geschwindigkeit und Präzision arbeitete Lara konzentriert an den Kontrollen. Kurz vor dem Start veranlasste die Bord-Positronik, die Gangway einzufahren und die Schleusentore des Hangars 3 zu schließen. Kurz darauf, aktivierte die Bord-Positronik den Tarnschirm, und das Raumschiff wurde unsichtbar. Dann wurde das Gravo-Triebwerk eingeschaltet und das Raumschiff begann langsam zu schweben. Die ausfahrbaren Teleskopstützen fuhren ein, und das Raumschiff nahm Fahrt auf. Es beschleunigte immer schneller und durchbrach schließlich die Grenzen der Erdatmosphäre und erreichte den Weltraum. Die Aussicht war atemberaubend. Vor Lara erstreckte sich das unendliche Schwarz des Kosmos, gespickt mit funkelnden Sternen und galaktischen Nebeln.
Aus purer Langeweile beschloss Lara, den Scanner einzuschalten. Normalerweise war dieser Scanner dafür gedacht, das gesamte Raumschiff nach möglichen Lebensformen zu durchsuchen - entweder zur Sicherheit oder für den Fall, dass sich ungebetene Gäste an Bord der Solaris eingeschlichen hatten. Doch was sie auf dem Monitor sah, brachte sie aus der Fassung. Es wurden tatsächlich fünf Lebensformen im Hangar 3 angezeigt. Hatten etwa fünf Spione ihren Weg an Bord gefunden? Lara wusste, dass sie der Sache auf den Grund gehen musste. Entschlossen begab sie sich zum Waffenschrank und holte eine Energiepistole heraus. Sie stellte sie auf Betäubungsmodus ein. Vorsichtig näherte sie sich Hangar 3. Als sie vor der Schleuse stand, drückte sie den Knopf, und das Schott öffnete sich. Doch was sie dann sah, ließ sie sprachlos staunen. Vor ihr standen fünf Kinder, die sie mit großen Augen anstarrten, als hätten sie ein Gespenst gesehen.
Fortsetzung folgt