Der Replikator
"Also Leute, ihr habt jetzt die ganze Nacht durchgemacht, ich denke, ihr seid ziemlich müde", bemerkte Lara. "Müde? Wir sind viel zu aufgeregt und voller Energie, um müde zu sein", erwiderte Leo mit einem breiten Grinsen. Lara lächelte amüsiert und meinte: "Ich sehe doch, wie langsam eure Augen zufallen. Es ist jetzt 7 Uhr morgens, ich denke, ich werde euch erstmal eure Quartiere zeigen. Dann könnt ihr bis 15 Uhr schlafen. Was haltet ihr davon?" Anna gähnte leise. "Du hast recht, Lara, ich bin ziemlich müde."
Sie verließen die Kommandozentrale und schritten direkt den Gang entlang zu den sechs Quartieren. "Mia, das erste Quartier hier gehört dir, als Kommandantin. Also tritt ein", sagte Lara, während Mia vorausging und ihre vier Freunde und Lara ihr folgten. Das erste Zimmer sah aus wie ein schickes Büro aus einem Science-Fiction-Film, mit stylischem Schreibtisch und einem bequem aussehenden Schreibtischstuhl. Auf der anderen Seite befand sich eine gemütliche Sitzgruppe. "Was soll Mia mit einem Büro?", fragte Anna neugierig. "Was für eine dumme Frage. Schließlich muss Mia, als Kommandantin, ein Logbuch führen", erklärte Lina geduldig. "Ein Logbuch?", fragte Anna verwirrt. "Weißt du nicht, was ein Logbuch ist? Es ist ein verbindliches, chronologisch geführtes Buch, in dem alle wichtigen Ereignisse an Bord eines Raumschiffs eingetragen werden", antwortete Lina. "Natürlich weiß ich, was ein Logbuch ist", erwiderte Anna. Sie gingen in den nächsten Raum, der großzügig eingerichtet war und als Wohnraum diente. "Der Raum sieht toll aus", bemerkte Noah anerkennend. "Was mir auffällt, es gibt hier überhaupt keine Deko-Sachen", meinte Anna. "Natürlich könnt ihr euch, in euren Quartiere, individuell nach eurem Geschmack einrichten", erklärte Lara. "Gibt es hier an Bord so etwas wie einen Trödelladen?", fragte Noah neugierig. "Nein, aber das erkläre ich euch später", sagte Lara. Mia betrat den nächsten Raum und entdeckte ein Badezimmer. Sie hatte noch nie zuvor ein so beeindruckendes Badezimmer gesehen. "Was ist das für eine komische Dusche, Lara?" wollte Mia wissen. "Das ist eine Ultraschalldusche. Hier wird nicht mit Wasser geduscht. Aber wie das funktioniert, erkläre ich euch heute Abend", erwiderte Lara. Auf der anderen Seite des Wohnraums befand sich die Tür zum Schlafzimmer. Als Mia das Bett sah, sprang sie mit einem großen Satz hinein und verkündete: "Ich weiß ja nicht, was ihr vorhabt, aber ich werde erstmal meine Augenlider nach inneren Verletzungen absuchen. Bis später!" Die anderen fünf lachten über Mias humorvolle Bemerkung und verließen schließlich ihr Quartier, um die restlichen Quartiere zu erkunden.
Lara führte die anderen Vier weiter in ihre Quartiere. Sie waren erleichtert, dass sie kein Büro hatten und somit keine Schreibarbeiten verrichten mussten. Doch Noah bemerkte etwas und fragte: "Ist euch aufgefallen, dass unsere Quartiere etwas kleiner sind als das von Mia?" "Das stimmt, Noah. Aber schließlich muss man als Kommandantin einige Vorzüge haben", erklärte Lara mit einem breiten Grinsen. Nachdem sie ihre Quartiere hatten, ließen sie sich in ihre Betten fallen und waren kurze Zeit später eingeschlafen. Die Aufregung und Abenteuer der Nacht hatte sie erschöpft, aber auch voller Vorfreude auf das, was sie noch alles im Raumschiff erleben würden.
Nachdem die Uhr kurz nach 15 Uhr war, fanden sich die fünf Freunde wieder in der Kommandozentrale ein. Lara, die die anderen ansah, fragte mit einem Lächeln: "Na, seid ihr alle wieder fit?" Leo erwiderte mit einem schiefen Lächeln: "Nun ja, das kommt darauf an, wie man 'fit' definiert." Mia wandte sich an Lara und fragte: "Lara, hast du hier Bordkleidung für uns?" Lachend antwortete Anna: "Was gefällt dir denn nicht an unseren Klamotten?" Mia erklärte ernsthaft: "Schaut euch nur mal an, sehen wir so aus wie eine coole Crew eines Raumschiffs? Ich denke, wir sollten einheitliche Kleidung haben." Lina meldete sich zu Wort: "Ich finde Laras Overall wirklich toll, dieses helle Blau mit den dunkelblauen Akzenten sieht super aus." Noah pflichtete ihr bei: "Ja, da stimme ich dir zu, Lina. Der Overall betont ihre Figur." Anna konnte sich einen Scherz nicht verkneifen und neckte Noah: "Wo du wieder hinschaust, Noah." Leicht errötend erwiderte Noah: "Ich schaue nirgends hin!" Leo lächelte und sagte mit einem Augenzwinkern: "Noah, meinst du nicht, dass das helle Blau für uns beide Jungs ein bisschen zu feminin wirkt?" Noah stimmte nach kurzem Überlegen zu: "Da könntest du recht haben." Mia brachte einen Vorschlag ein: "Vielleicht sollten ihr beide Jungs den Overall in Dunkelblau haben, mit einigen hellblauen Akzenten hier und da. Was haltet ihr davon?" Leo zeigte sich begeistert: "Das könnte uns gefallen." Noah nickte zustimmend: "Ja, Leo hat recht. Das hört sich gut an." Die Freunde einigten sich also auf ihren neuen Look für die Mission.
Gespannt und interessiert verfolgte Lara das Gespräch. "Ihr habt schon recht, wir sollten einheitlich aussehen. Dann kommt mal mit, das werden wir gleich in Angriff nehmen", verkündete sie. Die fünf Freunde folgten Lara, und gemeinsam fuhren sie mit dem Expresstlift zwei Etagen tiefer. Zwei Gänge weiter kamen sie in einem Raum an. "Was ist das denn für ein Gerät?", fragte Leo neugierig. Lara erklärte: "Das ist ein Replikator." "Und was ist ein Replikator?", wollte Leo wissen. Mia überlegte und antwortete: "Das sagt doch schon das Wort. Ein Replikator ist ein Gerät, das Sachen repliziert." "Da hast du vollkommen recht, Mia. Dieses Gerät könnte man grob mit einem 3D-Drucker vergleichen, wobei der Vergleich hinkt. Ein 3D-Drucker wäre im Vergleich zu diesem Gerät aus der Steinzeit. Es kann alles replizieren, bis zu einem Gewicht von 250 kg", erklärte Lara. Mia machte ein nachdenkliches Gesicht und sagte: "Dann gibt es hier auf dem Raumschiff wohl auch kein Ersatzteillager. Wenn irgendetwas kaputt ist, wird es hier neu hergestellt." "Da hast du vollkommen recht, Mia. Es gibt Millionen von vorprogrammierten Schablonen. Es gibt hier nichts im Raumschiff, was man nicht replizieren könnte", bestätigte Lara. "Und auch unsere Bordkleidung?", fragte Lina neugierig. "Dafür müsst ihr euch dort drüben hinstellen. Dann werdet ihr von dem Gerät gescannt, damit eure Kleidung passgenau sitzt", erklärte Lara. Die fünf Freunde folgten ihrer Aufforderung und stellten sich hinein. Lara begab sich ans Bedienpult und kurz darauf verkündete sie: "So erledigt, ich habe alles eingegeben, was ihr braucht. Für jeden gibt es fünf Overalls, fünfmal Arbeitskleidung, fünf Klamotten für Außeneinsätze inklusive Unterwäsche. Und nicht zu vergessen, für jeden vier Raumanzüge." Kurz darauf kamen durch eine Luke fünf Rollwagen heraus, vollgepackt mit Kleidung. "Was eine Menge Kleidung", staunte Leo. Mit einem leichten Befehlston sagte Mia: "So, Kinder, jetzt wissen wir, was wir zu tun haben. Lass uns die Kleidung in unsere Quartiere bringen und wegräumen. Um 17 Uhr treffen wir uns wieder in der Kommandozentrale." Die fünf rollten mit ihren Wagen los, Richtung ihrer Quartiere.
Als alle wieder in der Kommandozentrale waren, fragte Lara mit einem breiten Lächeln: "Ihr habt sicherlich großen Hunger?" "Ja, das haben wir!", stimmten die fünf begeistert zu. "Ich werde euch jetzt die Messe zeigen. Da werden wir immer essen. In der Messe gibt es auch einen gemütlichen Aufenthaltsraum. Es gibt Freizeitgestaltung und sogar einen Fitnessraum", erklärte Lara. Als sie den Raum betraten, deutete Lara in die Ecke: "Das ist euer Esstisch. Ich selber brauche keine Nahrung, wie ihr euch denken könnt. Und das da ist der Replikator fürs Essen. Der ist mit 15.000 Gerichten programmiert. Ich denke, es ist alles dabei, was ihr kennt. Ihr müsst nur zum Gerät sagen, was ihr haben wollt." Leo beeilte sich und wollte als Erster am Replikator sein. Er sagte: "Ich möchte eine Schale mit Schokoladenpudding und Vanillesoße." Kurz darauf erschien sein Essen auf einem Tablett aus einem Schlitz. Leo setzte sich an den Tisch. Als Nächste bestellte Lina lachend: "Ich möchte fünf Eiskugeln mit Sahne!" Noah war gespannt und sagte: "Ich hätte gerne ein großes Stück Torte." Anna entschied sich: "Eine Tüte mit Gummibären für mich!" Als Mia an der Reihe war, sagte sie nachdenklich: "Ich hätte gerne zwei Scheiben Schwarzbrot, eine mit Mettwurst und eine mit Fleischsalat. Dann hätte ich noch gerne eine Banane und ein Glas Milch." Während sie am Tisch saßen und ihr köstliches Essen genossen, dachte Mia angeregt nach - Das mit den Essensbestellungen der Vier kann so nicht weitergehen. Morgen steht auf dem Plan, einen Essensplan auszuarbeiten - . Die Freunde lachten und scherzten während des Essens und freuten sich auf den Abend. Der Abend wurde gesellig. Sie unterhielten sich mit Lara viel über das Raumschiff, und Lara lehrnte die 5 besser kennen. Um 22 Uhr sagte Mia “Jetzt geht es in die Koje. Morgen haben wir viel vor. Lara hat mir erzählt, dass wir einen Rundgang durch das Raumschiff machen. Und ich will mit euch ein Plan ausarbeiten”. “Was für einen Plan?”, fragte Anna. “Das werdet ihr morgen sehen”, erwiderte Mia.
Fortsetzung folgt